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  • 12.03.2016, 18:48 Uhr
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INTERNET

Welttag gegen Internetzensur: ROG entsperrt zensierte Webseiten in fünf Ländern

Zum heutigen Welttag gegen Internetzensur am 12. März 2016 hat Reporter ohne Grenzen zensierte Webseiten in China, Malaysia, Saudi-Arabien, der Türkei und Vietnam entsperrt.

DReporter ohne Grenzen entsperren damit sechs wichtige Menschenrechts- und Nachrichtenportale, deren Informationen oft im Widerspruch zu den offiziellen Verlautbarungen der jeweiligen Regierungen stehen. Seit 2008 wird mit dem Welttag gegen die Internetzensur daran erinnert, dass es in aller Welt "Feinde des Internet" gibt, die missliebige Webseiten sperren und sperren wollen. Amnesty International und Reporter ohne Grenzen rufen mit ihren Aktionen besonders zum "Weltag gegen Internetzensur" zum Widerstand gegen die Internet-Überwachung auf.

Mit der heutigen Aktion Grenzenloses Internet protestiert ROG, mit Deutschland-Sitz in Berlin, erneut gegen die weitreichende Internetzensur in vielen Staaten: Durch repressive Gesetze und technische Hürden versuchen sie, ihren Bürgern kritische Nachrichtenmedien und andere unabhängige Informationsquellen vorzuenthalten. Die sechs für die Aktion ausgewählten Webseiten sind wichtige Nachrichten- oder Menschenrechtsportale, deren Informationen oft im Widerspruch zu den offiziellen Verlautbarungen der jeweiligen Regierungen stehen."Wer Nachrichtenquellen zensiert, will kontrollieren, was Menschen wissen und welche politischen Meinungen sie sich bilden", sagte ROG-Vorstandsmitglied Matthias Spielkamp. "Mit dieser Aktion demonstrieren wir, dass Internetzensur überwindbar ist. Keine Regierung darf nach Belieben entscheiden können, aus welchen Informationsquellen ihre Bürger schöpfen."Um die zensierten Seiten zugänglich zu machen, hat ROG die Webseiten "gespiegelt" (dupliziert) und auf den Cloud-Servern wichtiger Anbieter wie Amazon, Fastly, Google oder Microsoft abgelegt. Deshalb könnte eine Regierung die gespiegelten Webseiten praktisch nur noch zensieren, indem sie den gesamten jeweiligen Cloud-Server blockiert. Damit träfe sie aber zugleich Tausende Unternehmen, die auf Dienste derselben Anbieter angewiesen sind. Einen so großen wirtschaftlichen und politischen "Kollateralschaden" ihrer Internetzensur dürften Regierungen in der Regel scheuen.  Zusätzlich stellt ROG in diesem Jahr eine App zur Aktion Grenzenloses Internet zur Verfügung. Der RSF Censorship Detector fungiert als Erweiterung des Internetbrowsers Google Chrome und bietet automatisch eine Umleitung zur jeweiligen Spiegelseite an, wenn ein Nutzer eine der gesperrten Webseiten aufzurufen versucht.

64 Millionen Zugriffe auf vor einem Jahr entsperrte Webseiten

Im vergangenen Jahr hatte ROG schon einmal elf Nachrichtenwebseiten entsperrt, die in zusammen elf Ländern zensiert werden. Die dafür bereitgestellten Server haben seitdem 64 Millionen Zugriffe registriert und mehr als 587 Gigabyte an Daten übermittelt. ROG hat zwischenzeitlich weitere Spiegelseiten eingerichtet und zusätzliche Cloud-Anbieter in die Aktion eingebunden. Dadurch kann die Organisation einen alternativen Spiegelserver anbieten, wenn eine Regierung der hohen Kollateralkosten einen Cloud-Service komplett sperrt. ROG wird die Entsperrungen aufrechterhalten, solange die dafür verfügbaren Mittel ausreichen. 

Die Aktion Grenzenloses Internet schreibt die bis 2014 jährlich veröffentlichten ROG-Berichte Feinde des Internets fort. In ihnen beschrieb ROG jeweils Staaten sowie zuletzt auch Firmen und Institutionen, die sich durch besonders weitreichende Internetüberwachung und -zensur einen Namen gemacht haben. Mit der jetzigen Aktion geht ROG über die reine Dokumentation hinaus und durchkreuzt aktiv die Zensurversuche ausgewählter Staaten, die zu den Feinden des Internets zählen.

Mehr zur Aktion: www.reporter-ohne-grenzen.de (online ab 16 Uhr)

Die vollständige Liste der nun - zu den Welttagen gegen Internetzensur 2015 und 2016 - von ROG entsperrten Webseiten und der jeweiligen Spiegelserver sowie weitere Informationen zu den einzelnen Seiten (auf Englisch) findet man ab 16 Uhr unter https://12march.rsf.org. Die Liste der entsperrten Seiten und der verwendeten Dienstleister wird außerdem auf https://github.com/RSF-RWB/collateralfreedom regelmäßig aktualisiert.

Die neu entsperrten Webseiten

  • Sendika.org, zensiert in der Türkei 
  • European Saudi Organization for Human Rights, zensiert in Saudi-Arabien 
  • Sarawak Report, zensiert in Malaysia 
  • Boxun, zensiert in China
  • Defend the Defenders, zensiert in Vietnam
  • Radio Free Asia, zensiert in Vietnam

(Redaktion)


 

 

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