Sie sind hier: Startseite Berlin Lifestyle
Weitere Artikel
  • 22.03.2017, 12:57 Uhr
  • |
  • Hamburg
Internorga 2017

Umsatzstärkste Gastro-Betriebe erwirtschafteten 2016 erneut deutliche Mehrerlöse

Die 100 führenden Gastronomen in Deutschland erlösten 2016 einen Nettoumsatz von knapp 13 Milliarden Euro. Damit sattelten sie auf das herausragende Vorjahr 2,8 Prozent drauf.

Mit 12,99 Milliarden Euro Nettoumsatz konnten Deutschlands 100 Top-Gastronomen mit ihren rund 19.000 Betrieben 2016 erneut ein Umsatzplus von 2,8 Prozent erwirtschaften – und das vor dem Hintergrund des Spitzenjahrgangs 2015 (plus 4,9 Prozent). Dank eines sehr guten Konsumklimas und gestiegener Durchschnittsbons verbuchte die Branche bei entspannten Beschaffungsmärkten deutliche Mehrerlöse mit Spitzenwerten im 1. Quartal 2016. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Branchenerhebung der Wirtschaftsfachzeitschrift „Food-Service“ (dfv Mediengruppe), die im Umfeld der Internorga 2017 veröffentlicht wurde.

Dem gegenüber stellten die Branchenexperten folgende Vergleichszahlen: Insgesamt erzielte die gastronomische Branche 2016 nominal plus 2,4 Prozent und real plus 0,2 Prozent (vorläufige Werte, Statistisches Bundesamt). „Es war ein gutes, aber unerwartet anstrengendes Jahr – im 4. Quartal Minus-Entwicklungen“, so ihr Resümee.

Spitzentrio unverändert — Coffee Fellows relativer Wachstumsgewinner

Wie in den Vorjahren führen McDonald’s, Burger King und die Catering-Tochter der Lufthansa LSG das jährliche Ranking an, gefolgt von Tank & Rast und Nordsee. Nach einigen Minusjahren konnten die beiden Vorderen – McDonald’s mit geschätzt 1,8 Prozent und Burger King mit geschätzt 4 Prozent Plus – 2016 wieder eine Umsatzsteigerung verzeichnen. In absoluten Zahlen bedeutet das: Beide Unternehmen eroberten im vergangenen Jahr ein Marktvolumen von jeweils 55 und 35 Millionen Euro zurück. Relativ betrachtet, konnte die Kaffeebarmarke Coffee Fellows mit einem Plus von über 70 Prozent das größte Wachstum erzielen, gefolgt von L’Osteria mit einer Steigerung von rund 31 Prozent sowie von Dean & David mit einem Plus von 27,8 Prozent.

Aus Hamburger Gastrobetrieben und -systemen

Umsatzstärkstes Unternehmen in den Top 100 der Branche ist die Edeka-Zentrale mit ihrem Bäckerimbiss- und Markt-Foodservice-Geschäft (u.a. Großbäckerei K & U). Sie erwirtschaftete 2016 netto 212 Millionen Euro (2015: 198 Millionen Euro). Die Block-Gruppe (Block House, Jim Block, Elysée-Gastro u.a.) auf Platz 14 im Ranking, erlöste 165,2 Millionen Euro gegenüber 160,4 Millionen Euro im Jahr 2015. Auf Platz 15 folgt Domino’s Pizza Deutschland GmbH mit einem Nettoumsatz von 152,6 Millionen Euro (2015: 143,5 Millionen Euro). Insgesamt befinden sich 15 Hamburger Gastrobetriebe im Top-100-Ranking der Wirtschaftsfachzeitschrift „Food-Service“.

Top 100: Umsatz nach Teilmärkten

Mit 7,1 Prozent gelang dem Segment der bedienten Gastronomie zum dritten Mal in Folge der größte Sprung nach vorne. Dieses Wachstum resultierte hauptsächlich aus den Werten der beiden expansionsstarken Ketten L’Osteria (Pizza) sowie Peter Pane (Gourmet-Burger & Cocktails) aus der Trend-Kategorie „Fast Casual“. Der alles überragende Quickservice-Sektor entwickelte sich mit einem Plus von 3,3 Prozent leicht überdurchschnittlich. Hier wirkte sich vor allem die Umsatzsteigerung der zwei US-Marken McDonald’s und Burger King mit ihrem gemeinsamen Umsatzvolumen von 4 Milliarden Euro bei knapp 2.200 Restaurants aus. Gut drei Viertel der Erlöse der Marktspitze der Profi-Gastronomie (Top 100) wurden von den zwei großen Kategorien „Quickservice- und Verkehrsgastronomie“ erwirtschaftet – „ein typisches Bild in hoch industrialisierten Ländern mit mobiler Bevölkerung und zunehmend flexiblen Essenszeiten“, kommentieren die Branchenexperten diese Entwicklung.

Deutschland für Gastro-Investoren attraktiv

Zwei große Übernahmen standen 2016 im Fokus: Zum einen wurde der deutsche Delivery-Marktführer Joey’s Pizza an Domino’s veräußert. Mehr als 200 Standorte erhielten in Rekordzeit die Marke der globalen Nummer 1 in dieser Disziplin. Zum anderen kaufte der polnische Multi-Konzept-Player AmRest Starbucks Deutschland mit mehr als 140 Filialen. Generell wird Deutschland zurzeit von ausländischen Gastro-Investoren als äußerst attraktiver Zukunftsmarkt wahrgenommen.

Heißes Branchenthema ist derzeit außerdem das starke Wachstum im Liefergeschäft – getrieben durch digitale Plattformen wie Deliveroo und Foodora, die neben dem Bestellvorgang auch die Logistik in die Hand nehmen. Eine Dienstleistung, die das Leben urbaner Verbraucher erleichtert. Für die Gastronomie impliziert sie neue, zeitgeistige Chancen. Folgerichtig experimentiert hier das komplette Spektrum der Branche – vom Spezialitätenrestaurant bis zum Weltmarktführer.

Zu den Trendsortimenten gehören aktuell Gourmet Burger und Premiumfleisch, heiße Bakery-Snacks, vegetarische und vegane Rezepturen für jedermann sowie Sushi in allen Preisklassen. Dabei ist Qualität ein Muss – auch dann, wenn sie mehr kostet. Daneben spielt jedoch auch die Treue zu Bekanntem eine Rolle: Gelernte Sortimente in modernisierter Version haben hohe Wachstumschancen – diese Botschaft spiegelt sich im Ranking der Top-100-Gastro-Unternehmen ebenfalls wider.

2017 mit guten Prognosen

Die Erwartungen an das laufende Jahr sind trotz großer Krisen von guten bis exzellenten volkswirtschaftlichen Prognosen geprägt. Im Januar glaubten rund 78 Prozent der Top-100-Unternehmen an weiter wachsende Erlöse und rund 70 Prozent an erneut steigende Werte bei den Durchschnittsbons. Als die wichtigsten Herausforderungen gelten unumstritten die Mitarbeiterbeschaffung, Personalkosten sowie Führung und Motivation. Auch die Digitalisierung wird als große Aufgabe wahrgenommen. Die mit Abstand besten Wachstumschancen werden „Home Delivery“ attestiert, gefolgt von „Take away“ und „Snacks to go“ aus Supermärkten.

(Food-Service / Redaktion)


 


 

Deutschland
Top-100-Ranking
Gastronomie
Branchenerhebung
Gastro-Investoren
Internorga 2017

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Deutschland" - jetzt Suche starten:

Entdecken Sie business-on.de: