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  • 18.05.2016, 11:43 Uhr
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INTERVIEW / DRIVY

Heiko Barnerßoi: „Mit Drivy soll es ein Auto an jeder Straßenecke überall in Europa geben“

Drivy ist eine Plattform, die Autobesitzer und Mieter zusammenführt. Business-on im Interview mit Heiko Barnerßoi, Country Manager Germany.

Business-on.de: Herr Barnerßoi, Sie sind Deutschland-Chef von Drivy. Was ist Drivy und was macht es - auch im Gegensatz zu anderen Carsharing-Anbietern - besonders?

Heiko Barnerßoi: Drivy ist der größte Anbieter in Europa. Mit 850.000 Nutzern und 36.000 Autos sind wir der größte Marktplatz für Autovermietungen.

Bei uns mieten Nutzer die Autos ihrer Nachbarn und fahren beispielsweise für ein langes Wochenende weg. Wir bieten jedem eine einfache, flexible Möglichkeit, ein Auto in der Nähe zu finden. Weil wir Privatfahrzeuge anbieten, ist das Angebot auf unserer Plattform vielfältig und hält für nahezu jeden Anlass etwas bereit: vom Kleinwagen für das romantische Wochenende in den Bergen, über den Minivan für den Familienurlaub in Italien oder auch der Transporter für den anstehenden WG-Umzug.

Business-on.de: Erst kürzlich konnten Sie mit Drivy 31 Millionen Euro von namhaften Investoren einsammeln - wie genau sehen Ihre Wachstumsziele aus, in welche Bereiche wird das Geld investiert?

Heiko Barnerßoi: Aus unserer Sicht ist die Nutzerfreundlichkeit eines Produkts einer der zentralen Faktoren für ein erfolgreiches Unternehmen. Deshalb ruhen wir uns nicht auf unserem Erfolg aus, sondern arbeiten ständig an der Weiterentwicklung unseres Dienstes, um unser Produkt noch reibungsloser und effizienter zu machen und die Nutzererfahrung noch weiter zu verbessern. Gleichzeitig sehen wir ein enormes Potenzial auf anderen europäischen Märkten. Der Bedarf für unser Produkt ist vorhanden und unser rasantes Wachstum in den bereits erschlossenen Märkten war für uns das Signal, die Internationalisierung ab sofort aggressiv voranzutreiben. Wir werden dieses Jahr noch mehrere neue Länder eröffnen.

Business-on.de: Ihr Angebot ist quasi für jede Privatperson verfügbar. Gibt es den typischen Drivy Nutzer/Vermieter? Wie würden Sie diesen beschreiben?

Heiko Barnerßoi: Den oder die gibt es tatsächlich nicht wirklich. Unsere Nutzer sind sehr vielfältig: Von Studentinnen bis Rentnern sind bei uns alle vertreten! Die typische Nutzung gibt es allerdings, das ist dann ein Ausflug übers Wochenende oder die Fahrt in den Urlaub.

Business-on.de: Mittlerweile ist Drivy in verschiedenen Ländern Europas aktiv. Welche Unterschiede in der Nutzung von Drivy sind im internationalen Vergleich bemerkenswert?

Heiko Barnerßoi: Unterm Strich nutzen die Kunden Drivy länderübergreifend ziemlich identisch. Ein paar Klischees bestätigen sich aber doch: die Deutschen sind in der Regel vorsichtiger und erkundigen sich oft umfassender über jegliche Details rund um das Mieten und Vermieten. In Frankreich und Spanien fragen Mieter spontaner Autos an als in Deutschland. Zufrieden sind bis heute aber fast alle.

Business-on.de: Bis vor Kurzem mussten sich Mieter und Vermieter zur Schlüsselübergabe persönlich treffen. Jetzt bieten Sie mit Drivy Open eine neue Möglichkeit der Fahrzeugübergabe ohne persönliches Treffen. Wie genau funktioniert das?

Heiko Barnerßoi: Wir verbauen eine kleine Telematikbox im Auto. Diese erlaubt es Autobesitzer und Mieter, das Auto mit wenigen Klicks per Smartphone zu öffnen. Der Mieter erhält kurz vor Beginn der Anmietung den genauen Standort des Autos. Nach Beenden der Anmietung erhält der Vermieter ebenfalls den aktuellen Standort seines Autos. Mit Drivy Open können Autobesitzer häufiger Anfragen annehmen, die sie früher nicht hätten wahrnehmen können – selbst wenn sie im Meeting sind oder auf der anderen Seite der Erde Urlaub machen. Mieter sind mit Drivy Open noch flexibler und starten ihre Anmietung noch schneller als gewöhnlich.

Business-on.de: In Deutschland gibt es rund 45 Millionen Autos. Denken sie, dass das Konzept von Drivy über kurz oder lang ein Ersatz für öffentliche Verkehrsmittel und gewerbliche Autovermietung sein wird?

Heiko Barnerßoi: Ein Ersatz für öffentliche Verkehrsmittel werden und möchten wir gar nicht sein – das wäre auch fatal. Wir wissen, dass andere Mobilitätsangebote komplementär zu uns und zueinander sind: Der Verkehrsteilnehmer von heute wählt sein Fortbewegungsmittel je nach Anlass. Er nimmt den ÖPNV ins Büro, das Freefloating Carsharingautostatt eines Taxis und das Drivy-Auto für den Wochenendtrip aufs Land. Herkömmliche Autovermietungen werden häufig von Geschäftsleuten genutzt und sind bekannt dafür, unflexibel, weit weg und preislich nicht transparent zu sein. Langfristig sehen wir uns am ehesten hier als deutlich bessere und nutzerfreundlichere Lösung.

Business-on.de: Letzte Frage: Ist Ihr eigenes Auto auch bei Drivy angemeldet oder mieten Sie regelmäßig Autos von anderen Nutzern auf der Plattform?

Heiko Barnerßoi: Ich vermiete fleißig selber und habe „inkognito“ schon tolle Erfahrungen mit unseren Nutzern gemacht. Mein Auto ist zudem auch mit der Drivy Open-Technologie ausgestattet, sodass ich es auch vermieten kann, wenn ich beispielsweise beruflich in unserem Hauptsitz in Paris bin!

Mehr Informationen auf drivy.de

(Redaktion)


 

 

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