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  • 21.09.2016, 10:29 Uhr
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INTERVIEW / HANDWERK

Marco Götze: "Die Betoninstandsetzung bietet viele interessante Aufgaben und sehr gute Verdienstmöglichkeiten."

Viele Gebäude in Deutschland sind sanierungsbedürftig - allen voran Brücken. In Zeiten des Fachkräftemangels stellt sich die Frage: Wer soll diese Arbeit machen? Business On hat mit Marco Götze, Experte für die Betoninstandsetzung, über Nachwuchssorgen und Karrierechancen gesprochen.

Business-On: Das Informationsportal betonsinstandsetzer.de wurde kürzlich ins Leben gerufen. Dahinter steht die Bundesgütegemeinschaft - Instandsetzung von Betonbauwerken e.V., deren Vorsitz Sie haben. Was genau hat Sie zum Start des Portals bewegt?

Marco Götze: „Wir wollen damit jungen Menschen die Arbeit in der Betoninstandsetzung schmackhaft machen und auch bereits im Baugewerbe arbeitende Menschen für diesen Fachbereich begeistern. Jeder kennt die klassischen handwerklichen Ausbildungsberufe wie Maler, Maurer und Betonbauer. Viele wissen aber gar nicht, dass der berufliche Aufgabenfächer viel größer ist. Die Betoninstandsetzung bietet viele interessante Aufgaben und sehr gute Verdienstmöglichkeiten. Wer sich also handwerklich spezialisiert, beispielsweise schon während der Ausbildung in einem Betrieb der Betoninstandsetzung, hat sehr sehr viele Chancen. Getreu unserem Motto: “Gebaut wird viel, instandgesetzt wird noch viel mehr!”

Business-On: Betoninstandsetzer/in wird man also durch berufliche Qualifikation. Welche Voraussetzungen sollten Interessierte denn mitbringen?

Marco Götze: „Wer eine Ausbildung zum Beton- und Stahlbetonbauer, Maurer, Maler / Lackierer oder Holz- und Bautenschützer macht oder schon abgeschlossen hat, bringt die Grundvoraussetzungen mit. Die weiterführende Qualifikation für die Arbeit in der Betoninstandsetzung kann dann in einem entsprechenden Betrieb erlernt und spezifiziert werden.“

Business-On:  Welche Vorteile bietet die Arbeit in der Betoninstandsetzung jungen Auszubildenden und welche Aufstiegschancen gibt es?

Marco Götze: „In erster Linie bietet die Betoninstandsetzung Vielseitigkeit. Wechselnde Einsatzorte, unterschiedlichste Bauwerke - angefangen von Brücken, über Parkhäuser, Kühltürme, Häuserfassaden und Balkonen bis hin zu Kirchen u.v.m. Ziel der Betoninstandsetzung ist immer die Schadensbeseitigung, Tragwerksverstärkung und Sicherung des Betonbauwerkes für die Zukunft. Da Beton der meistverwendete Baustoff unserer Zeit ist, geht da die Arbeit nicht aus.“

Business-On: Die Gehälter von Auszubildenden sind im Baugewerbe mit am höchsten. Welche Verdienstmöglichkeiten bietet die Betoninstandsetzung zusätzlich?

Marco Götze: „Wer die berufliche Leiter in der Instandsetzung klettert, kann z.B. als Meister gut und gerne 4500 Euro verdienen. Aber auch als Facharbeiter sind schon knapp 3000 Euro drin.“

Business-On: „Worin sehen Sie die Bedeutung der Betoninstandsetzung innerhalb des Baugewerbes und welche Bedeutung hat die Branche in Bezug auf die Infrastruktur Deutschlands?“

Marco Götze: „Allein wenn Sie sich die Situation deutscher Brücken anschauen, sehen Sie, wie wichtig unsere Arbeit ist. Ein Siebtel aller Brückenbauwerke in Deutschland sind in akut marodem Zustand und benötigen dringend Instandsetzungsmaßnahmen. Die Gelder dafür wurden kürzlich nach Erscheinen des letzten Bundesverkehrswegeplans durch Verkehrsminister Dobrindt verdoppelt. Arbeit gibt es also genug, das Budget ebenso, nun müssen sich aber wieder vermehrt Menschen finden, die mit anpacken möchten.“

 Mehr Informationen auf  www.betoninstandsetzer.de

(Redaktion)


 

 

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