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Interview

Im Gespräch mit Matti Niebelschütz, Geschäftsführer MyParfum

Fast 28.000 „Gefällt mir“ bei Facebook – anders gesagt, mehr als 70.000 Kunden – sprechen eine klare Sprache: individuell konzipierte Parfüms liegen im Trend! MyParfum ist eines der erfolgreichsten und innovativsten Vertriebsmodelle im Parfümeriehandel.

Herr Niebelschütz, hätten Sie sich 2008 während der Party, bei der Sie und Ihre Kommilitonen den Einfall hatten, denken können, dass diese Idee so rasant Erfolg hat und sich derart nachhaltig entwickelt?

Nein, das hatte ich nicht erwartet, als im August 2008 das erste Parfüm verkauft wurde. Das war ein dreiviertel Jahr, nachdem wir die Idee hatten. Ich kann mich noch erinnern, dass im Businessplan damals drin stand, dass wir nach zwei Jahren den ersten Mitarbeiter einstellen wollten. Mittlerweile sind es 56 Mitarbeiter. Hätte mir irgendjemand erzählt, dass es einmal so kommen wird, hätte ich es wahrscheinlich nicht geglaubt. Die Idee zu MyParfum kam uns auf einer Party, wo sich Freundinnen darüber unterhielten, wie ärgerlich es für Frauen ist, das gleiche Parfüm zu tragen. Wir legen Wert auf Individualität bei unserer Kleidung, unserem Style. Warum also nicht auch auf ein individuelles Parfüm? Duft ist etwas ganz Persönliches, deshalb sollte er für jeden Menschen maßgeschneidert sein. Wir haben versucht, in Zusammenarbeit mit Parfümeuren und Experten das hinzubekommen. Mittlerweile ist aus dem Traum Wirklichkeit geworden.

War es hilfreich, dass von Anfang an vertraute Personen, also Ihr Bruder und ein Kommilitone dabei waren?

Ich habe damals zusammen mit meinem Bruder und einem guten Freund MyParfum gegründet. Wir waren eine eingeschworene Dreiergemeinschaft. Es hat viel Spaß gemacht, die ersten Steps gemeinsam zu gehen und zu sehen, wie die Idee sich langsam formt bis zu dem Tag, wo die ersten Parfüms produziert wurden. Es hat auf jeden Fall geholfen, dass wir uns gut kannten und jeder in seine Rolle geschlüpft ist.

Wie funktioniert es genau, das individuelle Parfüm zu kreieren, wenn man die einzelnen Duftkomponenten über das Internet ja nicht riechen kann?

Düfte sind etwas ganz Persönliches und auch etwas ganz Subjektives. Jeder nimmt Düfte anders wahr. Wir haben gesagt, wir wollen für jeden Menschen einen einzigartigen, maßgeschneiderten Duft entwickeln und für jeden Menschen erschwinglich machen. Gleichzeitig beabsichtigten wir, moderne Techniken des Internets und der Computer zu nutzen. Eben so, wie alle Parfümeure heute arbeiten: mit dem Computer.

Ein Parfümeur experimentiert also nicht mehr mit kleinen Flakons, sondern arbeitet heute tatsächlich mit dem PC?

Das stimmt. In der Ausbildung lernt ein Parfümeur alle Düfte kennen und prägt sie sich ein. Wenn er soweit ist, Duftkreationen zu entwickeln, ist es in der Tat so, dass er eine neue Kreation am Schreibtisch vor dem Computer zusammenstellt, die Rezeptur ans Labor weitergibt und der Duft dann dort produziert wird. Wir haben entsprechend auf dem System aufgebaut. Ein Kunde kann bei uns in drei Schritten sein eigenes Parfüm zusammenstellen. Als erstes definiert er, was für einen Duft er haben möchte. Im zweiten Schritt empfehlen wir dann Noten, die besonders gut dazu passen. Dabei kann der Kunde aus über 50 Duftnoten die auswählen, die ihm gefallen. Die Duftnoten wurden alle von Parfümeuren entwickelt und jede Note an sich ist schon ein Meisterwerk. Im dritten Schritt ist es dann möglich, auch den Flakon selbst zu gestalten, zum Beispiel aus verschiedenen Formen auszuwählen und seinen Namen darauf zu schreiben. Am Ende hat der Kunde einen ganz einzigartigen persönlichen Duft und Flakon.

Das heißt mit anderen Worten, dass die Frage nach dem Alleinstellungsmerkmal „Frau auf einer Party“, die  irgendwann 2008 mal aufkam, jetzt erfüllt ist?

Vor ein paar Tagen erhielt ich ein Feedback von einer sehr glücklichen Kundin, das mich besonders gefreut hat. Sie ist schon seit zwei Jahren Kundin bei uns. Nachdem ihr Parfüm alle war, hatte sie ein paar Tage keins. Als die neue Lieferung dann kam, schrieb sie: „Endlich habe ich wieder meinen eigenen Duft. Ohne meinen eigenen Duft fühle ich mich gar nicht mehr vollständig und so nackt.“ Genauso ist der Gedanke hinter MyParfum: den eigenen Duft als Teil des eigenen Gesamterscheinungsbildes verstehen.

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