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  • 24.02.2016, 13:40 Uhr
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INTERVIEW / KNIP

Dennis Just: „Knip ist ein Startup, das mit moderner Technologie und ehrlicher Beratung den Kunden mündig macht“

Die Versicherungsbranche befindet sich im Umbruch. Die neuen, digitalen Marktteilnehmer stehen immer wieder unter Kritik. Dennis Just, Gründer und CEO des digitalen Versicherungsmaklers Knip, nimmt im Interview Stellung.

Business-on.de: Herr Just, mit Ihrer App Knip wollen Sie Übersicht in die Vielzahl von Versicherungspolicen Ihrer Nutzer bringen. Gleichzeitig bieten Sie Beratung und Optimierung von Versicherungen nach Maklermandat an. Gerade letzter Punkt hat in der Vergangenheit zu viel Kritik geführt. Wie kam es dazu? Und wer kritisiert Sie hier überhaupt?

Dennis Just: Das ist ziemlich leicht erklärt. Jahrzehntelang wirft die Versicherungsbranche mit intransparenten Produkten und vertriebsorientierter Beratung jede Menge Geld ab - nur die Kunden kommen dabei zu kurz. Dann kommt ein Startup , das mit moderner Technologie und ehrlicher Beratung den Kunden mündig macht und die Branche im Sinne des Kunden dreht.  

Vor allem die traditionelle Maklerschaft sieht, wie gut unser Angebot von den Kunden angenommen wird. Klar, dass man da nicht lange auf Reaktionen warten muss: Für die traditionellen Makler, die schon untereinander in Konkurrenz stehen, sind wir ein neuer, weiterer Konkurrent. Also schließen sie sich zusammen, um ihre Gewinne zu schützen und schrecken auch vor Falschaussagen nicht zurück.

Zum Maklermandat: Wir sind ein bei der IHK registrierter Makler und arbeiten dementsprechend, wie traditionelle Makler auch, auf der Grundlage eines Maklermandats. Man überträgt Knip nicht automatisch ein Mandat, wenn man die App herunterlädt; das Mandat wird erst mit der Unterschrift des Kunden gültig.

Business-on.de: Sie sprechen gezielt die Makler an, die Kritik an Knip üben. Nun konnte man den Medien entnehmen, dass die Schweizer Versicherungsgesellschaft Helsana vor Kurzem die Zusammenarbeit mit Ihnen beendet hat. Ist dieser Schritt für Sie nachvollziehbar?

Dennis Just: Die Begründung der Helsana für die Beendigung der Zusammenarbeit ist aus unserer Sicht nur vorgeschoben. Obwohl die Helsana ihre Produkte auch über verschiedene Makler vermitteln lässt, haben meines Wissens nach nur Knip-Kunden ein solches Anschreiben erhalten. Demnach steht die digitale Zielgruppe im Fokus. Die Helsana hat offensichtlich das große Potential digitaler Angebote erkannt und ein hauseigenes Produkt auf den Markt gebracht, das im gleichen Schreiben beworben wird. Damit nimmt sie massiv Einfluss auf die freie Maklerwahl des Kunden.

Es ist auffällig, dass die Maklerschaft sich in diesem Fall sehr zurückhält. Sie weiß, dass eine solche Willkürmaßnahme im Grunde jeden treffen kann. Wir fechten hier also einen Präzedenzfall durch. Darf ein Versicherer ausdrücklich gegen den Wunsch eines Kundenhandeln und diesen sogar per Falschinformation beeinflussen? Im Sinne der Kundenfreundlichkeit muss die Antwort ganz klar lauten: Nein.

Business-on.de: Wenn die Helsana Ihnen die Zusammenarbeit mit Verweis darauf kündigt, dass Daten nicht mehr mit Dritten geteilt werden sollen, dann müsste sie es ja eigentlich auch mit allen anderen Maklern so halten. Sprich: Ihre Produkte künftig selbst verwalten und an den Mann bringen. Steht die Versicherungswelt ggf. sogar noch vor größeren Umbrüchen, als es allein die Digitalisierung durch Anbieter wie Knip vermuten lässt?

Dennis Just: Wie bereits erwähnt sind wir IHK-registrierter Makler, zusätzlich verwenden wir SSL-Verschlüsselung auf Bankenniveau, die App ist TÜV-zertifiziert und wir beschäftigen einen TÜV-geprüften Datenschutzbeauftragten. Demnach übererfüllen wir sogar alle datenschutzrechtlichen Anforderungen und die Begründung seitens der Helsana müsste in der Tat eine Kündigung aller unabhängiger Makler nach sich ziehen. Daher ist es umso wichtiger, hier einen klaren Standpunkt zu beziehen und sich im Sinne der Unabhängigkeit deutlich für die Rechte des mandatierten Maklers und für die freie Entscheidungswahl des Kunden einzusetzen.

Business-on.de: Weitere Vorwürfe gegen Knip und andere mobile Anbieter betreffen die regulatorischen Vorschriften des deutschen Versicherungsmarktes. Beispielsweise sollen FinTechs die Regelungen bezüglich der Beratungsdokumentation und der Übergabe der Erstinformationen beim ersten Geschäftskontakt bewusst nicht einhalten. Was können Sie speziell über solche Verfahren bei Knip sagen?

Dennis Just: Ganz im Gegenteil, Technologie hilft uns sogar bei der Erfüllung von beispielsweise Dokumentationspflichten. Wir sind bei der deutschen IHK und der Schweizer FINMA als Versicherungsmakler registriert, hierfür mussten wir jeweils die landesspezifischen Voraussetzungen erfüllen und nachweisen und wir unterliegen selbstverständlich denselben Rechten und Pflichten wie jeder andere Makler. Jeder Kundenaustausch wird dokumentiert, das geht per App deutlich einfacher als bei einem analogen Makler und selbstverständlich haften wir bei Fehlberatung. Daher ist auch bei uns die Betriebshaftpflichtversicherung vorgeschrieben. Bislang gab es bei Knip aber noch keinen solchen Haftungsfall.

Business-on.de: Die Kritik kommt größtenteils aus Richtung der traditionellen Makler. Sehen sie ihr Angebot denn selbst als Konkurrenz zu klassischen Maklern?

Dennis Just: Wir sprechen eine junge, technikaffine Zielgruppe an. Mit unserem Angebot bedienen wir genau die Ansprüche der Generation Smartphone. Daher stehen wir nicht wirklich im Wettbewerb mit dem klassischen Makler, wir decken einfach unterschiedliche Bedürfnisse ab. So wie es im Bankwesen heute noch eine gewisse Zielgruppe gibt, die Onlinebanking ablehntund lieber Überweisungsträger ausfüllt, so wird es auch weiterhin Kunden geben, die ihren Versicherungsmakler gerne bei sich zuhause begrüßen und sich eine mobile Kunden-Berater-Beziehung nicht vorstellen können. Diese Zielgruppe wird aber mit der Zeit kleiner und spezieller werden. Unter den traditionellen Maklern werden sich nur die Besten mit besonderen Spezialisierungen durchsetzen, der Wettbewerb unter ihnen wird sich also massiv verschärfen. Dem sollte sich jeder bewusst sein, der in der Branche tätig ist.

Mehr Informationen auf der Website von Knip

(Redaktion)


 

 

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