Sie sind hier: Startseite Berlin Aktuell Interviews
Weitere Artikel
  • 12.10.2015, 11:47 Uhr
  • |
  • Berlin
INTERVIEW TWAGO

Thomas Jajeh: "Die Nachfrage an Freelance-Dienstleistungen ist gigantisch"

Business-on.de-Interview mit Thomas Jajeh, Gründer und Geschäftsführer von twago

Im Interview erzählt Thomas Jajeh, Gründer und Geschäftsführer der Freelancer-Plattform twago, was es Neues gibt und benennt Buzzwords. 

Business-on.de: twago ist kein neuer Online-Service. Können Sie in einfachen Worten dem Leser näher bringen, was sich dahinter verbirgt und was es Neues gibt?

Thomas Jajeh: twago ist die Zukunft etablierter Konzepte wie Gelbe Seiten oder spezifischerer Branchenbücher und verändert nachhaltig herkömmliche Arbeitsmodelle. So soll mit twago jedes Unternehmen und jede Privatperson die Möglichkeit haben, professionelle Experten aus aller Welt zu finden. Die Plattform führt Unternehmen und Freiberufler bzw. Agenturen online zusammen und ermöglicht den Parteien eine virtuelle, projektbasierte Zusammenarbeit, frei von sämtlichen geographischen oder zeitlichen Barrieren. Der Prozess ist denkbar einfach: Kunden stellen Projekte ein, Freiberufler oder Agenturen weltweit werden automatisch benachrichtigt und geben Angebote ab, der Kunde vergleicht und entscheidet. twago gibt Transparenz über die Qualität der Dienstleister und unterstützt die Projektabwicklung.

Wir arbeiten täglich daran, unsere Lösung noch komfortabler für unsere Nutzer zu gestalten. Momentan sind wir z. B. daran, die Kommunikation zwischen Auftraggeber und Dienstleister noch leichter und intuitiver zu gestalten. Dafür werden wir bald eine eigene Chat-App sowie eine optimierte Usability auf der Webseite zur Verfügung stellen. Außerdem arbeiten wir gerade daran, twago in die Infrastruktur von großen Unternehmen mit vielen Tausend Mitarbeitern zu integrieren. Hier gibt es offensichtlich andere Anforderungen als für unsere bestehenden Nutzer.

Business-on.de: Woher kam die Idee zu twago?

Thomas Jajeh: Wir haben damals zu dritt gegründet und waren vorher alle in der Unternehmensberatung tätig. Dabei konnten wir immer wieder beobachten, wie kompliziert und intransparent sich der Zugang zu qualifizierten Fachkräften für viele Unternehmen gestaltete. Insbesondere für projektbasierte Arbeit fehlt die Möglichkeit schnell, flexibel und kosteneffizient auf globales Expertenwissen zugreifen zu können. Auf der anderen Seite haben wir gesehen, wie auch Freelancer, die über dieses gesuchte Expertenwissen verfügen, gewissen Problemen ausgesetzt sind, wie z. B. bei der Akquise oder der Zahlungsabwicklung. Diese gebündelten Erfahrungen haben uns inspiriert, eine internetbasierte Plattform für die globale Vermittlung hochwertiger IT-, Design- und Unternehmensdienstleistungen aufzubauen.

Business-on.de: Wie lautet der Claim / Ihr Credo?

Thomas Jajeh: Wechangetheworldofworking.

Business-on.de: Wohin soll es mit dem Geschäftsmodell hingehen? Wo sehen Sie die Zukunft von twago?

Thomas Jajeh: Viele unserer momentanen Kunden sind kleinere Unternehmen oder Privatpersonen, die sich häufig mit einmaligen Aufträgen an die Plattform wenden. Daher arbeiten wir gerade daran, unseren Service auch großen Unternehmen mit wiederkehrenden Bedürfnissen und Aufträgen verfügbar zu machen. Dafür müssen wir eine Reihe an Hürden überspringen. Buzzwords in diesem Zusammenhang sind z. B. SAP-Anbindungen, PreferredSupplier List, Compliance , Approval-Prozesse usw.

Langfristig sehe ich twago als Volldienstleister, der seine Kunden in allen anfallenden administrativen Aufgaben unterstützt, bzw. ihnen diese abnimmt. Das reicht von der Akquise über die Zahlungsabwicklung bis hin zur Rechnungsstellung. So können sich alle Beteiligten auf ihr Kerngeschäft konzentrieren.

Business-on.de: Wie ist das Feedback bisher? Gibt es auch mal Beschwerden oder ausnahmslos Begeisterung?

Thomas Jajeh: Die meisten Kunden sind begeistert und dankbar, dass es eine so einfache Möglichkeit für die Bearbeitung ihrer Projekte und Ideen gibt. Natürlich gibt es hier und da auch Verbesserungsvorschläge. Diese nehmen wir uns zu Herzen und arbeiten kontinuierlich an der Weiterentwicklung unserer Plattform. Dabei ist uns wichtig, twago noch besser den Bedürfnissen der Kunden anzupassen und so intuitiv wie möglich für seine Nutzer zu gestalten.

Business-on.de: Was muss / sollte / kann verbessert werden?

Thomas Jajeh: Wie bereits gesagt, arbeiten wir täglich daran twago zu einem Volldienstleister zu entwickeln – wir sind uns hier der Aufgaben bewusst und versuchen täglich unser Bestes in der Weiterentwicklung der Plattform. Das größte Manko – und gleichzeitig unser größtes Potenzial – ist aber meines Erachtens die fehlende Bekanntheit des Modells. Die Nachfrage an Freelance-Dienstleistungen ist gigantisch – die wenigsten Nachfrager kommen jedoch auf die Idee ihr Projekt online auszuschreiben. Hier müssen wir viel Aufklärung leisten. In diesem Punkt waren wir in der Vergangenheit nicht so stark wie ich mir das gewünscht habe. In Zukunft müssen wir hier nachlegen – ich bin aber zuversichtlich dass uns das gelingen wird und online Projekte ausschreiben so üblich wird, wie online bei eBay eine altes Handy zu verkaufen.

Business-on.de: Wenn Sie mal nicht für twago arbeiten, womit beschäftigen Sie sich in Berlin am liebsten?

Thomas Jajeh: Ich bin gerne in der Berliner Start-up-Community unterwegs. Man trifft dort viele weitere Gründer, die eigentlich auch immer hilfsbereit und willens sind, ihr Wissen weiterzugeben. Das kam uns insbesondere zu Anfang der Gründung zugute. Privat verbringe ich viel Zeit mit meiner Familie. Meine Frau und ich haben vor kurzem Nachwuchs bekommen, das ist alles noch sehr neu und aufregend momentan. Zudem betätige ich mich gerne handwerklich und habe mir eine kleine Hobby-Holzwerkstatt eingerichtet.

(Redaktion)


 

 

Business-on
Plattform
Jajeh
Projekte
Dienstleister
Idee
Gründer
Zukunft

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Unternehmen" - jetzt Suche starten:

Entdecken Sie business-on.de: