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  • 27.11.2018, 10:06 Uhr
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INTERVIEWS

Chris Morton: "Ich habe damals meinen Mitbewohnern beim Online-Shopping zugeschaut"

Berliner Online Mode-Unternehmen im Gespräch mit Business On: Interviewpartner Chris Morton (CEO von Lyst).

Business-on.de: Mit der Online-Suchmaschine für Mode, Lyst, sind Sie nun auch in Deutschland gestartet. In Großbritannien ist Lyst bereits seit 2010 auf dem Markt. Wie kamen Sie damals auf die Idee, Lyst zu gründen?

Chris Morton:  Ich habe damals meinen Mitbewohnern beim Online-Shopping zugeschaut, als sie zwischen mehreren Seiten hin- und her geklickt haben, auf der Suche nach der richtigen Größe und dem besten Preis. In diesem Moment dachte ich, es müsse doch einen Weg geben, die Mode-Suche im Internet einfach und benutzerfreundlich zu gestalten und schon war die Idee für Lyst geboren. Dadurch, dass wir die weltweit besten Online-Einzelhändler an einem Ort aggregieren und unseren Kunden die größte Bandbreite an Modeinventar mit branchenführender Suchfunktion anbieten, ist es uns möglich, eine herausragende “Customer Journey” zu kreieren.

Business-on.de: In diesem Jahr investierte der weltweite Branchenführer für Luxusgüter, LVMH, in Ihr Unternehmen. Wie geht es für Lyst in den nächsten Monaten weiter?

Chris Morton:  Wir sind sehr dankbar, einen strategischen Partner wie LVMH im Boot zu haben, welcher nicht nur unsere Vision für die Zukunft des E-Commerce-Handels teilt, sondern zudem eine sehr starke Expertise im Luxus-Mode-Segment und -Abstammung besitzt. Zudem hat unsere letzte Förderrunde, welche von LVMH angeführt war, es uns ermöglicht, Lyst in den weltweit wichtigsten Märkten einzuführen und unseren Kunden dort die Möglichkeit zu geben, Lyst in der effektivsten und angenehmsten Art und Weise zu erleben. Außerdem testen, lernen und verbessern wir unserer Produkt kontinuierlich und werden das natürlich auch weiterhin tun.

Business-on.de: Neben Deutschland gibt es Lyst auch in einigen anderen europäischen Ländern sowie in den USA, Australien und Kanada. Was ist an dem deutschen Modemarkt besonders? Gibt es Trends und Produkte, die hier gar nicht angekommen sind oder nur in Deutschland funktioniert haben?

Chris Morton:  Tatsächlich ist Deutschland unser größter Markt im nicht-englischsprachigen Raum und hat bereits im letzten Jahr über zwei Millionen unserer Kunden ausgemacht. Daher hat es aus einer Unternehmensperspektive Sinn gemacht, Lyst an lokale Märkte anzupassen. In Deutschland ist der Online-Modemarkt ganz besonders stark und unterliegt größentechnisch nur Großbritannien. Das liegt vor allem daran, dass deutsche Kunden die Möglichkeiten des Online-Handels schnell erkannt und mit offenen Armen empfangen haben. Natürlich hat Deutschland auch eine sehr bedeutende Tradition und Geschichte in der Modewelt und wir sind sehr stolz mit einigen renommierten deutschen Partnern, wie Stylebop, MyTheresa, Budapester und Hugo Boss, arbeiten zu können. Generell sehen wir zahlreiche Parallelen zwischen den Märkten in Deutschland und Großbritannien. Beispielsweise sind Menschen im Vereinigten Königreich und in Amerika fanatisch nach Sneaker und Tops, wobei Deutsche dazu neigen, mehr Geld für Mäntel und Stiefel auszugeben. Deutsche Kunden haben außerdem durchschnittlich einen viel höheren Bestellwert und eine höhere Anzahl an Retouren als der Rest von Europa. Momentan sind Gucci (wie in Großbritannien), Balenciaga, Chloe, D&G und Acne die beliebtesten Marken in Deutschland.

Business-on.de: Ihr Unternehmen veröffentlicht quartalsweise ein Mode-Ranking der beliebtesten Marken und Produkte. Was waren die größten Überraschungen in diesem Jahr? Welche Marke in diesem Jahr besonders überzeugt?

Chris Morton:  Off-White hat in diesem Jahr beeindruckende Erfolge gefeiert, wie im “Lyst Index”-Ranking zu sehen ist. Gucci vom Thron zu verdrängen, ist keine leichte Aufgabe. Es war sehr interessant zu sehen, dass zum ersten mal ein Artikel sowohl in der Frauen-, als auch in der Männermode auf Platz eins der beliebtesten Produkte zu sehen war (Nike M2K Teknos). Durch unseren globalen Kundenstamm von 80 Millionen Kunden haben wir tolle Einblicke und Daten, die uns ein komplettes Ranking für den deutschen Markt ermöglicht haben.

Business-on.de: Wie würden Sie Ihren eigenen Stil beschreiben? Haben Sie eine Lieblingsmarke?

Chris Morton:  Ich würde meinen Stil tendenziell als minimalistisch und sparsam beschreiben; ich trage lieber zeitlose als von Trends getriebene Artikel. Es ist sehr schwierig, sich auf eine Lieblingsmarke festzulegen, wenn man bedenkt was täglich alles in der Modewelt geschieht.

Mehr Informationen auf https://www.lyst.de/the-lyst-index/2018/q3/

(Redaktion)


 

 

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