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  • 17.11.2017, 10:17 Uhr
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Moritz Waldstein-Wartenberg: „Die Idee ist gleichzeitig Motivation: Menschen Zugang zu gesundem Wasser geben.“

Moritz Waldstein-Wartenberg, Gründer und CEO vom Berliner Start Up mitte, sagt, was sein Produkt so besonders macht und wie es nach der aktuellen Crowdfunding-Kampagne weitergeht.

Business-on.de: Ihr Wasseraufbereiter soll ja nicht nur ein Problem lösen, sondern gleichzeitig auf ein Problem hinweisen, das von vielen Menschen überhaupt nicht beachtet wird. Wie sind Sie auf die Idee zu mitte gekommen?

Moritz Waldstein-Wartenberg: Die Idee ist gleichzeitig unsere Motivation: Wir wollen Menschen Zugang zu gesundem Wasser geben - nachhaltiger, günstiger und angenehmer als zuvor. Das Leitungswasser, das wir trinken, wird stets mehr verunreinigt und sichert somit keine gesunde Wasserversorgung. So gibt es neue Studien, die zum Beispiel belegen, dass 72% des deutschen Leitungswassers mit Mikroplastikpartikeln verunreinigt sind - mit bisher unbekannten Folgen. Die Verbraucher sind daher immer mehr auf Alternativen angewiesen und beziehen ihr Trinkwasser vermehrt aus Wasserflaschen, die häufig aus Kunststoffen hergestellt sind, die wiederum negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben können. Außerdem sind diese Kunststoffe nicht nachhaltig recyclebar. Dadurch, dass mitte Wasser nicht nur reinigt, sondern auch mit lebensnotwendigen Mineralien anreichert, trägt unser Produkt zu einer gesunden und ausgewogenen Ernährung bei. mitte bietet also nicht nur eine Lösung gegen die steigende Schadstoffbelastung im Leitungswasser, sondern verringert auch den Plastikmüll und ermöglicht die Herstellung von Mineralwasser basierend auf individuellen Bedürfnissen und Vorlieben.

Business-on.de:  Was sind die Vorteile Ihres Wasseraufbereiters gegenüber gängigen kostengünstigeren Wasserfiltern?

Moritz Waldstein-Wartenberg: Zunächst einmal sehen wir Wasserfilter nicht als unsere Konkurrenz, denn mitte reinigt nicht nur, sondern reichert das Wasser im zweiten Schritt auch mit Mineralien an. Wir ermöglichen somit die  nachhaltige Produktion von gesundem Wasser und nicht nur reinem Wasser. Handelsübliche Wasserfilter sind in der Lage viele unerwünschte Bestandteile herauszufiltern. Besonders schwer zu beseitigen sind aber Pharmazeutika, BPAs und Hormone. Durch unsere patentierte Technologie ist mitte in der Lage auch diese Verunreinigungen zu entfernen, um dem Verbraucher reines, sauberes Wasser zu bieten. Herkömmliche Wasserfilter reinigen außerdem zwar das Wasser, entfernen dabei aber meist auch willkommene Inhaltsstoffe wie Mineralien. Dadurch wird das Wasser zwar sauberer, aber nicht gesünder für den Konsumenten. mitte hingegen reichert das Wasser nach der Reinigung wieder mit Mineralien an. Dazu kommen unsere Mineralkartuschen zum Einsatz, die je nach Vorlieben eingesetzt werden können. Somit können wir verschiedene Geschmäcker und Mineralienkompositionen herstellen, wie zum Beispiel vom Typ Evian oder Gerolsteiner. Wir sehen die direkte Konkurrenz daher eher in Mineralwasser aus Flaschen.

Business-on.de: Ein großer Erfolg von mitte ist die Kooperation mit der NGO Water.org. Wie sieht diese Zusammenarbeit genau aus?

Moritz Waldstein-Wartenberg: Jeder mitte-Konsument engagiert sich durch den eigenen Wasserkonsum automatisch sozial: Für jeden durch mitte produzierten Liter Trinkwasser wird der Tagesbedarf für eine Person an Wasser (10 Liter) an die Nichtregierungs-Organisation Water.org gespendet. Das geschieht nicht nur in Form einer reinen Wasserspende, sondern mit einem nachhaltigen Ansatz: Water.org setzt mit den Mitteln Brunnnenprojekte in Entwicklungsländern um und fördert so die Versorgung mit Trinkwasser. Über die App kann der Verbraucher jederzeit verfolgen, wie viel Liter Wasser durch den eigenen Konsum gespendet wurde.Dieser soziale Aspekt war uns von Beginn an wichtig.

Business-on.de: Zwei Jahre haben Sie den Start der Kampagne hingearbeitet. Was passiert, sobald die 29 Tage vorbei sind? Was sind mitte’s Zukunftspläne?

Moritz Waldstein-Wartenberg: Die ersten großen Schritte haben wir geschafft: Wir haben ein funktionsfähiges Produkt entwickelt, arbeiten mit Investoren zusammen, unser Team vergrößert sich immer mehr und nun läuft endlich unsere Crowdfunding—Kampagne. Gerade auf Kickstarter, aber die Kampagne war so erfolgreich, dass wir sie auf Indiegogo fortsetzen werden, dieses Mal sogar bis zum Marktstart. Als nächstes gehen wir in die Produktionsphase über, damit wir im Frühjahr 2018 ausliefern können. Langfristig haben wir das Ziel, auch in Emerging Countries, wie Indien und China, vertreten zu sein. In circa zwei Jahren wollen wir dann mit einem angepassten Produkt auch in Entwicklungsländer zu expandieren. Die Arbeit ist also noch lange nicht getan – wir haben noch einiges vor.

Business-on.de: Bereits vor Markteintritt und der Crowdfunding-Kampagne auf Kickstarter konnten Sie eine Investitionssumme in Höhe von 2,3 Millionen Euro einsammeln. Welche Tipps könnten Sie anderen Gründern geben?

Moritz Waldstein-Wartenberg: Möchte man ein Unternehmen gründen, reicht eine gute Idee nicht aus. Natürlich muss man zu 100 Prozent von der eigenen Vision überzeugt sein, aber so kann man sich nicht finanzieren. Man muss also auch viel Energie in die Finanzierung stecken. Wir haben bei mitte lange am perfekten Pitch Deck gearbeitet, um Investoren von uns und unserem Vorhaben zu begeistern. Wir sind sehr froh, dass wir Investoren wie Atlantic Food Labs (Christophe Maire) und Doehler Ventures für uns begeistern konnten. Darüber hinaus haben wir eine substantielle Förderung von EU Mitteln erhalten, die innovative Projekte fördert. Diese Grundlage hat uns eine Sicherheit geschaffen, auf der wir uns entwickeln konnten.

Das Berliner Start-Up mitte (www.mitte.co) hat einen smarten Wasseraufbereiter für Zuhause entwickelt, der Verunreinigungen entfernt und gesundes, mineralisiertes Wasser herstellt.

(Redaktion)


 

 

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