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  • 09.04.2018, 10:02 Uhr
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INTERVIEWS

Ola Klöckner: „Jeder der ein marktfähiges Produkt hat, das zukünftig flächendeckend erhältlich sein soll, kann mitmachen."

Gemeinsam mit Kollegin Franziska Schetter, hat die Unternehmerin Ola Klöckner das eigene Start-up gegründet und auch den ersten Start-up Testmarkt in Berlin eröffnet. Beim Testmarkt stellen Start-ups eigene Produkte vor.

Business-On.de: Wie kamen Sie zu der Gründung des Testmarktes?

Ola Klöckner: Meine Geschäftspartnerin Franziska Schetter und ich haben die Liquid Matter GmbH gegründet und das Produkt Matcha You entwickelt. Durch die Erfahrungen mit unserem eigenen Start-up Unternehmen und dem monatelangen Entwicklungsprozess haben wir uns überlegt, dass es toll wäre wenn es einen Ort geben würde, wo Start-ups viel schneller reinkommen, um ihr Produkt zeigen zu können.

Business-On.de: Was bedeutet es für ein Start-up beim Testmarkt teilzunehmen?

Ola Klöckner: Wenn man als Start-up im Handel landet, also wenn das Produkt im Regal steht heißt es ja nicht, dass sich das Produkt sofort verkauft. Da steckt viel mehr dahinter. Da geht es um gutes Marketing, um guten Vertrieb, um finanzielle Mittel und eine Sichtbarkeit am Point of Sale (Verkaufsort) zu schaffen. Ein paar von den Dingen wollen wir auffangen, wie zum Beispiel die schnelle Sichtbarkeit, die wir den Start-ups bieten. Wir selektieren nicht vor, im Sinne eines Supermarktes, sondern die Türen sind offen. Jeder der ein marktfähiges Produkt hat, das zukünftig flächendeckend erhältlich sein soll, kann mitmachen. Unsere Zielgruppe sind definitiv alle Menschen. Für die Start-ups ist es ein super Kanal, um sich schnell zu präsentieren, Bekanntheit zu generieren und durch die Marktforschungskomponente Feedback zu ihrem Produkt zu bekommen: wer Interesse an dem eigenen Produkt zeigt und wer nicht. Dadurch ergeben sich ganz neue Zielgruppenpotentiale, neue Marketingstrategien und Verkaufsstrategien.

Business-On.de: Die Kunden können die Produkte während des Einkaufs bewerten, sodass die Start-ups Kundendaten sammeln und die eigene Zielgruppe eingrenzen können. Woher kam die Idee mit dem Marktforschungsansatz?

Ola Klöckner: Wir haben unsere ProjektIdee an das Berliner Institut für Innovationsforschung rangetragen. Die meinten, dass es doch schlau wäre das Ganze um die Marktforschungskomponente zu ergänzen. Das macht für Start-ups wiederum sehr viel Sinn, weil die meisten nicht das Budget haben, um in Produkttests mit Menschen zu gehen und im Vorfeld ausreichend Feedback auf ihr Produkt zu bekommen, so wie das großen Unternehmen tun. Wenn man als Start-up in den Handel eintreten möchte, kann man keine Daten, keine belegten Bewertungsgrundlagen anbieten außer, dass man mit einer Überzeugung reingeht. Mit dem Testmarkt können diese Daten über den Markt generiert werden, um als Bewertungsgrundlage zu dienen, zum Beispiel für die Konkretisierung der Zielgruppe.

Business-On.de: Der Testladen läuft jetzt ungefähr einen Monat. Wie ist die Reaktion Kunden?

Ola Klöckner: Grundsätzlich ist es schön, dass das Konzept sehr gut angenommen wird und dass die Kunden die reinkommen aktiv Lust haben mitzumachen. Die Komponente dass der Endverbraucher wirklich Feedback reingibt, dass die Leute das auch ernst nehmen und verstehen, dass sie mit ihrer Meinung etwas bewirken können, das ist sehr schön zu sehen. Und wir machen auch ein „Hey-macht-mit“: wenn die Kunden durch die Regale durch sind, können sie an der Test-Bar bis zu fünf Produkte ausprobieren. Das finden die Kunden auch toll. Wir haben zum Beispiel einen Popcorn-Anbieter der hat vier Sorten. Normalerweise würde man im Supermarktregal eine Sorte greifen. In dem Fall kann man zwei, drei Sorten probieren und sich dann für die entscheiden, die einem wirklich schmeckt.

Business-On.de: Ursprünglich sollte der Name des Ladens „KaDeTe“ also „Kaufhaus des Testens“ heißen.  Einen Tag vor der Eröffnung hat Ihnen das KaDeWe ein Verbot gegen die Nutzung des Namens ausgesprochen. Hat sich da etwas Neues entwickelt?

Ola Klöckner: Ja, unser neuer Name lautet Feedback Factory, wir sind gerade noch in der finalen Logo Abstimmung. Im Endeffekt trifft es das im Kern am Besten. Was im ersten Moment für uns vielleicht irritierend war, dass wir uns namenstechnisch nochmal neu aufstellen mussten, hat sich für uns als Positiv herausgestellt. Es hat uns zum Nachdenken angeregt, weil das Testen nicht zu sehr im Fokus stehen sollte. Niemand soll denken, er könne den ganzen Laden essen und quasi sein Mittagessen bei uns ersetzen, sondern wir wollen ja von den Kunden Feedback und die Unternehmen auch.

Business-On.de: Was sind bisher Ihre beliebtesten Produkte?

Ola Klöckner: Günstige Mitnahme-Artikel kommen sehr gut an, wie Popcorn oder die verschiedenen Getränke. Auch die Insektensnacks haben sich als sehr beliebt herausgestellt. Also es zeigt sich schon, was gut ankommt und was weniger gut ankommt. So kann man ein Unternehmen auch dahingehend beraten in der Kommunikation oder am Point of Sale (Verkaufsort) selber etwas zu verändern, um die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft zu stellen.

Business-On.de: Wie stellen Sie sich die zukünftige Entwicklung für den Laden vor?

Ola Klöckner: Das Optimum wäre natürlich wenn ein Geldgeber mit reinkommt, um das Ganze zu professionalisieren und schnell auszuweiten. Schön wäre es für die Unterstützung der jungen Unternehmen, wenn wir schnell mehrere Standorte deutschlandweit hätten.

Die Kunden können beim Testmarkt noch bis Anfang September in den Wilmersdorfer Arcaden Produkte testen, kosten und auch bewerten, während die Unternehmen die Bewertungen als Marktforschungsdaten sammeln. Mehr Informationen unter der Feedback Factory

(Redaktion)


 

 

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