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Investieren trotz Krise - Schwellenländerfonds entwickeln sich robust

Die weltweite Finanzmarktkrise hat auch weiterhin die Aktienmärkte fest im Griff. Selbst die einstigen Musterschüler an den Börsen sind ins Wanken geraten. Schwellenländerfonds, deren Renditen vormals meistens erst im zweistelligen Bereich begannen, verlieren viele Anlegergelder, und das, obwohl sich an den positiven Aussichten nichts Grundlegendes verändert.

Die Anlageklasse Schwellenländerfonds investiert vorzugsweise in Aktien oder Anleihen aus Ländern, die derzeit auf dem Weg vom Entwicklungsland zum Industriestaat sind. Welche Länder dabei genau zu den Schwellenländern gehören, ist nicht scharf umrissen. Je nach Definition werden bis zu 40 Staaten als Schwellenländer bezeichnet. Darunter sind zahlreiche Staaten in Süd- und Südostasien, die Volksrepublik China, lateinamerikanische Staaten wie Brasilien, Argentinien, Venezuela, Kolumbien, Mexiko und einige karibische Inselstaaten. Ferner zählen auch einige osteuropäische Staaten sowie auch arabische Staaten dazu.

Trotz der aktuellen wirtschaftlichen Krise besitzen diese Länder immer noch ein ganzes Bündel an Argumenten, die für eine Investition sprechen. Eine günstige Bevölkerungsstruktur, die vom demografischen Faktor der Überalterung weniger betroffen ist. Zudem besitzen die Länder bessere Zukunftschancen, die vor allem in einer hohen Wachstumsdynamik und steigenden Konsumnachfrage begründet sind. Für rohstoffreiche Schwellenländer spricht außerdem, dass ihnen der wachsende Energiehunger vieler Länder bei knapper werdenden Vorkommen zukünftig starke Absätze garantiert.

Allerdings lassen sich auch einige Punkte finden, die gegen ein Investment in Schwellenländerfonds herangezogen werden können. Viele Unternehmen in diesen Märkten habe eine vergleichsweise geringe Liquidität und offenbaren auch im Bereich Unternehmenstransparenz erhebliche Defizite. Negativ sind zudem die meist instabilen politischen Verhältnisse.

Unter den Schwellenländerfonds gibt es unterschiedliche Anlageklassen. Diese reichen von Geldmarktfonds, Anleihenfonds, Mischfonds bis hin zu Aktienfonds . Bei der Frage nach dem optimalen Investment hilft ein Blick auf die Performance im letzten Krisenjahr, die durch das österreichische Researchhaus «Finance & Ethics» (FER) vorgenommen wurde.

Demnach verloren die Geldmarktfonds nur rund 3,1 Prozent und Anleihenfonds standen mit noch moderaten 14 Prozent im Minus. Währenddessen verloren Mischfonds knapp ein Drittel und reine Aktienfonds sogar etwa die Hälfte ihres Werts. In der letzten Gruppe waren es wiederum besonders Aktienfonds mit dem Hauptland Russland oder allgemein Osteuropa.

Allerdings registrieren viele Experten mittlerweile eine Bodenbildung und erkennen sogar eine Tendenz nach oben. Für den Anleger ist also der momentane Zeitpunkt gar nicht so schlecht, um nun in diesem Bereich wieder zu investieren.

Als Beispiel für einen unter den Umständen der Finanzkrise noch recht erfolgreichen Schwellenländerfonds im Aktienbereich ist der Templeton China Fund. Herausgeber ist das Unternehmen Franklin Templeton Investments, das weltweit als eine der größten und erfolgreichsten Fondsgesellschaften gilt. Bereits 1987 hat Templeton als eines der ersten Investmentunternehmen ein eigenes auf Schwellenländer spezialisiertes Team gegründet.

Das Fondsmanagement investiert bei diesem Fonds mehrheitlich in Aktien von Unternehmen, die ihren Hauptsitz in China, Hongkong oder Taiwan oder dort ihre überwiegenden Vermögenswerte, Umsatzerlöse, Gewinne und Geschäftstätigkeiten haben. Für den Anleger gibt es keine vertraglich bindende Laufzeit und die Fondsanteile können jederzeit veräußert werden. Außerdem ist eine Anpassung der Ansparbeträge möglich.

Die Mindestanlage liegt bei einmalig 2500 Euro, bei einem Sparplan beträgt sie 100 Euro. Zwar büßte der Fonds im letzten Jahr ebenfalls 43 Prozent ein, aber ist mit 27 Prozent im Plus, wenn man die Laufzeit auf fünf Jahre ansetzt. Außerdem entwickelt er sich momentan schon wieder bedeutend besser und hat im vergangenen Monat bereits knapp drei Prozent zugelegt. (Oliver Mest)

(Redaktion)


 


 

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