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  • 06.07.2015, 09:33 Uhr
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Investment

Institutionelle Investoren bevorzugen nachhaltige Anlagestrategien

Immer mehr deutsche Großanleger investieren nachhaltig. Gegenwärtig berücksichtigen bereits 58 Prozent von ihnen Nachhaltigkeitskriterien bei ihrer Kapitalanlage.

Für die diesjährige Untersuchung wurden von Februar bis April 2015 insgesamt 200 institutionelle Investoren befragt, die zusammen ein Vermögen von fast drei Billionen Euro verwalten. Ein Ausstieg aus der nachhaltigen Kapitalanlage ist für 80 Prozent der nachhaltigen Investoren undenkbar. Zu diesen Ergebnissen gelangt die aktuelle Nachhaltigkeitsstudie von Union Investment in Zusammenarbeit mit Professor Henry Schäfer von der Universität Stuttgart. Im vergangenen Jahr lag der Anteil der Institutionen und Organisationen, die nachhaltig anlegen, noch bei 56 Prozent, im Jahr 2013 bei 48 Prozent.

Die stimmung am Kapitalmarkt ist für nachhaltige Anlagen auch wie in den übrigen Bereichen derzeit positiv. Der von Prof. Schäfer auf Grundlage von Befragungen institutioneller Investoren berechnete Indikator misst die Einstellung deutscher Großanleger zum Thema Nachhaltigkeit auf einer Skala von -100 bis +100. Gegenüber dem Vorjahr stieg der Index um 2,2 Punkte auf einen Wert von +15,6. Noch vor drei Jahren wies der Stimmungsindex einen Wert von nur +4,2 Punkten auf, im Jahr 2013 +5,4 Punkte.

„Diese Entwicklung zeigt, dass trotz mancher Vorbehalte die Akzeptanz für nachhaltige Investmentstrategien wächst. Nachhaltigkeit hat inzwischen einen festen Platz in den Portfolios vieler institutioneller Investoren“, sagte Alexander Schindler, der im Vorstand von Union Investment für das Geschäft mit institutionellen Kunden zuständig ist.

Hohe Zufriedenheit mit Nachhaltigkeitsinvestments

Die Prognose geht von einer weiteren Zunahme nachhaltiger Kapitalanlagen aus, da sich 56 Prozent der nachhaltig investierenden Großanleger mit dieser Ausrichtung zufrieden zeigten. Immerhin 18 Prozent gehen sogar von einem höheren Renditepotenzial bei nachhaltigen Anlagen aus, während die Mehrheit keinen Unterschied zu konventionellen Strategien sieht. Ein wichtiges Motiv für die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien ist das Risikomanagement. Mehr als die Hälfte der Anleger (53 Prozent) nutzt entsprechende Investmentansätze zur Optimierung ihres Risikomanagements. Vor allem Stiftungen, Pensionskassen und Kreditinstitute nennen diesen Beweggrund häufig. 93 Prozent der institutionellen Investoen nutzen nachhaltiges Investment, um direkt einen wirungsvollen Beitrag zur Nachhaltigkeit insgesamt zu leisten. Weitere Gründe sind Corporate Governance, d.h. gute Unternehmensführung (81 Prozent), soziales Engagement (74 Prozent) und Maßnahmen zum Umweltschutz (67 Prozent).

Weniger Skepsis

Die Zahl der Anleger, die auf Nachhaltigkeit keinen Wert liegt, ist mit 42 Prozent immer noch hoch, aber leicht  rückläufig. Ihre Skepsis wird vor allem mit fehlenden Vorgaben in den Anlagerichtlinien (57 Prozent) begründet. Gremien fragen Nachhhaltigkeit laut der Befragten wenig nach (47 Prozent), Kunden ebenso (39 Prozent). Befürchtungen gelten einem erwarteten höheren Verwaltungsaufwand, einem niedrigeren Ertrag und möglichen Hemmnissen im Risikomanagement. „Wissenschaft und Praxis können viele dieser Vorbehalte entkräften“, zog Prof. Schäfer mit Blick auf die Zufriedenheit der nachhaltig anlegenden Großanleger Bilanz. „Schon wegen steigender Anforderungen durch die EU-Regulierung sollten Skeptiker ihre Position überdenken.“ Die befragten Investoren selbst sehen als entscheidenden Impulsgeber für die nachhaltige Kapitalanlage sich verändernde regulatorische Anforderungen (47 Prozent).

Gute Beratung ist gefragt

Alexander Schindler sieht noch Potential im Consulting: „Die Studienergebnisse zeigen einen hohen Beratungsbedarf bei Investoren in Sachen Nachhaltigkeit, der auch auf steigende Regulierungsanforderungen zurückzuführen ist.“ Institutionelle Investoren erwarten von der Fondsbranche eine bessere Information zugunsten nachhaltiger Anlagestrategien. Aufgabe der Vermögensverwalter sei es, Investoren durch eine individuelle Beratung auf Grundlage konkreter Herausforderungen zu unterstützen. „Dabei geht es nicht um Produkte von der Stange, sondern um passgenaue Lösungen“, betonte Schindler.  (Quelle: Union Investment) Weitere Informationen unter unternehmen.union-investment.de

(Redaktion)


 

 

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