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  • 07.11.2016, 10:35 Uhr
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  • Berlin
IT / Deutscher Bauernverband

Rasante Digitalisierung im Stall und auf dem Acker - Gemeinsame Pressemeldung von Bitkom und DBV

Die Landwirtschaft entwickelt sich rasant zu einer digitalisierten Branche.Das zeigt eine repräsentative Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unterstützt vom Deutschen Bauernverband (DBV) unter 521 Landwirten und Lohnunternehmern.

 Schon heute nutzt mehr als jeder Zweite in der Branche (53 Prozent) digitale Lösungen. Lohnunternehmer arbeiten als Dienstleister für Landwirte. "Die Digitalisierung der Arbeit auf dem Acker und im Stall bedeutet einen enormen Fortschritt für die landwirtschaftliche Praxis, den Umweltschutz und das Tierwohl. Die Landwirte erkennen diese Chance und investieren nachhaltig, um diese Entwicklung voranzutreiben. Die Politik auf EU-, Bundes- und Landesebene ist nun gefordert, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen, um dieses Potenzial weiter auszuschöpfen", erklären dazu Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder und DBV-Generalsekretär Bernhard Krüsken.

Neue Sensortechniken und miteinander kommunizierende Maschinen geben dem landwirtschaftlichen Unternehmer ganz neue Möglichkeiten an die Hand. Eine effiziente und ressourcenschonende Bewirtschaftung ist deshalb wichtiger denn je. Dabei helfen digitale Technologien", betont Rohleder. So sagen neun von zehn Befragten (88 Prozent), dass die Digitalisierung die Ressourceneffizienz in der Landwirtschaft erhöht. Beinahe ebenso viele (86 Prozent) sehen dank digitaler Technologien eine umweltschonendere landwirtschaftliche Produktion, weil Sensoren exakt den Bedarf der Pflanzen ermitteln und deshalb Dünge- und Pflanzenbehandlungsmittel punktgenau ausgebracht werden können - nur dort, wo sie benötigt werden. Dank der Digitalisierung wird auch präziser und damit wassersparender bewässert. Drei Viertel (75 Prozent) der Befragten meinen, dass sie dank digitaler Technologien langfristig ihre Kosten senken können. 67 Prozent sagen, dass Smart Farming auch die Qualität der landwirtschaftlichen Erzeugnisse verbessert.

Insgesamt zwei Drittel der Befragten sehen die Digitalisierung der Branche als Chance, nur 13 Prozent als Risiko. Gefragt nach den drei wichtigsten Vorteilen von Landwirtschaft 4.0 nennen rund vier von zehn Befragten (39 Prozent) die körperliche Entlastung, die die Digitalisierung mit sich bringt. 37 Prozent sehen die höhere Produktionseffizienz als wichtigsten Vorteil. Beinahe ebenso viele (36 Prozent) nennen die Zeitersparnis und die geringere Umweltbelastung (31 Prozent).

Befragt nach Zukunftsszenarien für das Jahr 2030 sehen 43 Prozent der Befragten den Einsatz autonomer Feldroboter als sehr weit verbreitet oder eher verbreitet an. Auf noch höhere Werte kommt der Einsatz von Drohnen (45 Prozent) und fahrerlosen Traktoren (49 Prozent). Die Mehrheit der Landwirtschaftsexperten denkt außerdem, dass die Digitalisierung den Verbraucher näher an den Hof bringt: 49 Prozent meinen, dass es in knapp 15 Jahren ein verbreitetes Szenario sein wird, dass die Verbraucher per Webcam in den Stall schauen können. Auch Produktempfehlungen für den Kunden (53 Prozent) oder Verbraucher-Feedback an den Erzeuger (58 Prozent) halten viele im Jahr 2030 für realistisch. 86 Prozent der Befragten meinen außerdem, dass der Konsument in Zukunft auf digitalem Weg sein Produkt zurückverfolgen wird. "Landwirte müssen ihre Arbeit schon heute umfangreich dokumentieren.

Die Digitalisierung hilft dabei, den zunehmenden Anforderungen nach Transparenz nachzukommen. So können die Verbraucher und Kunden genau verfolgen, wo ihre Kartoffeln herkommen, aus welchem Saatgut und mit welcher Pflanzenpflege sie entstanden sind", so Rohleder. So sinnvoll das aus Verbrauchersicht erscheint, so groß sind die diesbezüglichen Befürchtungen der Branche: Sorge um die Datensicherheit beziffern vier von zehn Befragten (42 Prozent) als Nachteil von Landwirtschaft 4.0 und als Hemmnis der digitalen Transformation der Branche. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) befürchtet mehr staatliche Kontrollmöglichkeiten durch die Digitalisierung. Knapp ein Drittel (30 Prozent) meint, dass die Sorge um den Verlust der Datenhoheit die Digitalisierung der Branche bremst. Gleichwohl ist die große Mehrheit (84 Prozent) unter bestimmten Voraussetzungen dazu bereit, digital erhobene Betriebsdaten zur Verfügung zu stellen, etwa wenn sich dafür der bürokratische Aufwand reduzieren würde (60 Prozent). "Big Data eröffnet der Landwirtschaft riesiges Potenzial. So könnte etwa der Aufwand für die immense Nachweis- und Dokumentationspflicht erheblich reduziert werden. Kehrseite sind berechtigte Datenschutzsorgen. Digital erhobene Daten dürfen nicht von Dritten missbraucht werden, sondern müssen optimal geschützt sein", so Rohleder. (Quelle: ots / news aktuell/ Presse Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und Neue Medien e.V.)

Die Präsentation findet man unter www.bauernverband.de/digitalisierung-bitkom-dbv.

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine repräsentative Befragung, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 521 Landwirte und Lohnunternehmer befragt.

Bitkom vertritt mehr als 2.400 Unternehmen der digitalen Wirtschaft, davon gut 1.600 Direktmitglieder. Sie erzielen mit 700.000 Beschäftigten jährlich Inlandsumsätze von 140 Milliarden Euro und stehen für Exporte von weiteren 50 Milliarden Euro. Zu den Mitgliedern zählen 1.000 Mittelständler, 300 Start-ups und nahezu alle Global Player. Bitkom setzt sich insbesondere für eine innovative Wirtschaftspolitik, eine Modernisierung des Bildungssystems und eine zukunftsorientierte Netzpolitik ein. Der Sitz ist in Berlin

Der Deutsche Bauernverband (DBV) ist die freie und selbstbestimmte Interessenvertretung der Land- und Forstwirtschaft sowie der Bauernfamilien in Deutschland. Der DBV ist politisch und konfessionell unabhängig. Über 90 Prozent der rund 300.000 landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland sind auf freiwilliger Basis Mitglied im Bauernverband. 

(Redaktion)


 

 

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