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Mittelstandsstudie

KMUs erschließen sich mit Direktinvestitionen neue internationale Absatzmärkte

Investitionen im Ausland werden nicht nur von großen Konzernen getätigt. Auch kleine und mittlere Unternehmen (KMU) investieren in erheblicher Zahl auf internationalen Märkten. So haben sich in den Jahren 2003 bis 2007 über 100.000 mittelständische Unternehmen im Ausland engagiert und damit mehr als vielfach angenommen.

Hauptmotiv dieser Auslandsinvestitionen ist die Erschließung neuer Absatzmärkte. Das Erzielen von Lohnkostenvorteilen - und damit die Produktionsverlagerung - spielt hingegen eine untergeordnete Rolle. Dies sind die zentralen Ergebnisse der Studie "Auslandsinvestitionen im Mittelstand: Märkte, Motive, Finanzierung", die die KfW Bankengruppe auf der Basis ihres Mittelstandspanels 2008 durchgeführt hat. 

Auslandsinvestoren stärken tendenziell Arbeitsplätze in
Deutschland

Die Untersuchung macht deutlich, dass durch die Investitionen des Mittelstandes im Ausland entgegen verbreiteter Befürchtungen in Deutschland keine Arbeitplätze verloren gehen, sondern im Gegenteil die Beschäftigung tendenziell positiv beeinflusst wird. Der Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe, Dr. Norbert Irsch, sagte: "Eine verstärkte Investitionstätigkeit des deutschen Mittelstandes auf den internationalen Märkten ist keine Gefahr, sondern eine Chance für Wachstum und Beschäftigung in Deutschland."

Mehr als zwei Drittel (69 %) der Unternehmen möchten mit ihrem Auslandsengagement neue Absatzmärkte erschließen. Weitere wichtige Motive sind der Zugang zu günstigen Rohstoffen oder Zwischenprodukten (25 %) sowie die Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte (18 %). Lediglich 16 % der KMU investieren im Ausland, um dadurch Lohnkostenvorteile zu erzielen.

Finanzierungsprobleme, geeignetes Personal und Bürokratie sind die größten Hemmnisse

Die Studie zeigt auch, dass verstärkten Auslandsinvestitionen des deutschen Mittelstandes noch eine Reihe von Hemmnissen entgegenstehen. Hierzu zählen vor allem Probleme bei der Finanzierung, Mangel an geeignetem Personal sowie gesetzliche und bürokratische Hürden. Jedes dritte Unternehmen, das Auslandsinvestitionen entweder durchgeführt oder geplant hat, wird durch Finanzierungsschwierigkeiten in seinem Auslandsengagement behindert. Das umfasst neben Mangel an Eigenmitteln den Zugang zu Krediten, das Zahlungsverhalten der Kunden sowie negative Auswirkungen von Wechselkursschwankungen.

Die Studie kann zudem nachweisen, dass bei der Finanzierung von Auslandsinvestitionen im Vergleich zu anderen Investitionsvorhaben der Eigenanteil der KMU besonders hoch ist. 56 % finanzieren ihr Auslandsengagement aus eigenen Mitteln. Nur gut ein Viertel (28 %) nutzt Bankkredite; 15 % greifen auf sonstige Finanzierungsformen wie Beteiligungen oder Fördermittel zurück. Ein Grund hierfür ist, dass mittelständische Unternehmen bei der Kreditaufnahme für eine Auslandsinvestition wesentlich größere Schwierigkeiten haben als bei der Finanzierung von Inlandsinvestitionen. Dies dürfte zum einen auf Probleme in der Beurteilung von Auslandsrisiken und -sicherheiten für Kreditgeber und zum anderen auf die häufig sehr geringen Investitionsvolumina zurückzuführen sein, bei denen Prozess- und Risikokosten für Kreditgeber überproportional zu Buche schlagen.

Zentrales Ergebnis der Studie ist, dass für die Aktivierung des weiteren Potenzials für Auslandsinvestitionen im Mittelstand auch Unternehmen mit geringer Größe und geringen Investitionsvolumina berücksichtigt werden müssen. Von den derzeit über 100.000 Mittelständlern mit Auslandsinvestitionen weisen 85.000 weniger als 10 Beschäftigte auf. Weitere 55.000 kleine Mittelständler haben sich mit Auslandsinvestitionen immerhin schon auseinandergesetzt, konnten das geplante Projekt jedoch nicht umsetzen. Dieses Potenzial gilt es langfristig zu erschließen, damit auch der kleine deutsche Mittelstand durch Auslandsinvestitionen vom Zugang zu ausländischen Märkten und lokalen Standortvorteilen profitieren und hierdurch Beschäftigung im Inland schaffen und sichern kann.

(Redaktion)


 


 

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