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IBB Konjunkturbericht

Konjunktur in Berlin in schwierigem Fahrwasser

Weltweit haben die Rezessionssignale die Oberhand gewonnen und auchDeutschland gerät beschleunigt in den Abwärtssog der Finanzkrise. Vordiesem Hintergrund bewegt sich die Berliner Wirtschaft zunehmend in konjunkturellschwierigem Fahrwasser. Das geht aus dem jüngsten Konjunkturbericht der Investitionsbank Berlin (IBB) hervor.

Die Warnsignale sindnicht zu übersehen: Die Auftragseingänge in der Industrie schrumpfen, dieExporte nehmen ab und die Verbraucher blicken zunehmend skeptisch indie Zukunft. Gleichwohl gibt es trotz der Abschwächung keinen Grund fürüberzogenen Pessimismus.

Zum einen steht die Berliner Wirtschaft heute auf einem besseren Fundamentals noch vor wenigen Jahren. Inzwischen haben viele Berliner Unternehmenihre Kosten verringert und die Betriebe neu organisiert. Die Industriefirmensind gesund und Berliner Produkte im Ausland begehrt. Dies wirdauch durch die kürzlich veröffentlichten Ergebnisse der Wirtschaftsentwicklungim ersten Halbjahr 2008 untermauert.

Die aktuellen Zahlen weisen fürBerlin ein reales Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 2,5% aus. Damitliegt Berlin im Vergleich der Bundesländer sogar über dem Bundesdurchschnitt(+2,4%) und gleichauf mit Baden-Württemberg. Zum anderen hat es bei zwei zentralen Belastungsfaktoren, den hohen Ölpreisen unddem hohen Euro-Kurs, in den vergangenen Wochen nennenswerte Korrekturengegeben. Es ist davon auszugehen, dass diese Korrekturen längereZeit Bestand haben.

Wachstumsimpulse bringt zudem die weiterhin gute Auftragslage im BerlinerBaugewerbe. Sowohl der Wirtschaftsbau als auch der Öffentliche Baukonnten in den ersten acht Monaten 2008 um 10,5% bzw. 5,5% zulegen. Inden Auftragsbüchern der Berliner Baufirmen haben sich viele Orders fürden Bau des Flughafens Berlin-Brandenburg-International (BBI) niedergeschlagen.Insgesamt wurde bisher ein Gesamtvolumen von 1,12 Mrd. EURvergeben; 70% davon an Unternehmen aus der Region. Kürzlich wurdendie Planungen eines irischen Konsortiums vorgestellt, das gemeinsam miteinem deutschen Projektentwickler für rund 1,1 Mrd. EUR eine Airport-Cityerrichten will.

Auch die Entwicklung der offenen Stellen weist darauf hin, dass die wirtschaftlicheLage vieler Unternehmen trotz der aktuellen Rückgänge garnicht so schlecht ist. Die Zahl der Beschäftigten nimmt bereits seit längererZeit wieder zu. Im Vergleich mit den anderen Bundesländern weist Berlinhier regelmäßig einen überproportionalen Zuwachs aus. Auch der Rückgangder Arbeitslosenquote fällt in Berlin stärker aus als für das Bundesgebietinsgesamt.Warnsignale zeigen sich dagegen beim privaten Konsumverhalten. So gingendie Einzelhandelsumsätze in den ersten sieben Monaten 2008 um0,8% zurück.

Auch für die Berliner Ausfuhren wird in den nächsten Monatenmit einer eher moderaten Entwicklung gerechnet, denn viele EU-Länderbefinden sich am Rande der Rezession. Bisher kam mehr als jeder zweiteim Exportgeschäft verdiente Euro aus einem EU-Mitgliedsland.Alles in allem ist davon auszugehen, dass die ursprüngliche Prognose einesAnstiegs des Berliner Bruttoinlandsprodukts von 1,3% bis 1,5% im laufendenJahr erreicht werden kann.

Die aktuellen Konjunkturindikatoren legenfür 2008 noch keinen Korrekturbedarf nach unten nahe. Im kommendenJahr wird die wirtschaftliche Gesamtleistung allerdings auch in Berlindeutlich schwächer zulegen als 2008. Der größte Unsicherheitsfaktor derPrognose besteht dabei im Ausmaß und Dauer der Finanzkrise. Zum jetzigenZeitpunkt ist unklar, wie tief greifend das Finanzsystem gestört ist undwie rasch das System seine volle Funktionsfähigkeit wiedererlangen kann.Den vollständigen Konjunkturbericht sowie weitere volkswirtschaftlicheAnalysen und Berichte finden Sie in unserem Download-Center unter derAdresse www.ibb.de

(Redaktion)


 


 

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