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Kurznachrichtendienste

Facebook und Hike treten gegen WhatsApp an

Messenger-Dienst WhatsApp bekommt ernsthafte Konkurrenz. Facebook will mit eigenem Kurznachrichtendienst auch Leute ohne Facebook-Account abwerben. Weiterhin große Sicherheitsmängel bei vielen Mobile-Apps. Stiftung Warentest hat 63 Smartphone-Apps unter die Lupe genommen.

Apps erobern immer mehr Bereiche unseres Lebens. Der Messenger-Dienst WhatsApp hat schnell an Popularität gewonnen und damit der SMS Konkurrenz gemacht. Wegen Sicherheitslücken war WhatsApp immer wieder in die Kritik geraten und in der Juni-Ausgabe von Stiftung Warentest sogar als „sehr kritisch“ bewertet worden. Nun eröffnen sich Alternativen. Facebook macht seinen bereits existierenden Messenger auch für Kunden ohne Facebook-Konto zugänglich. Hike, ein weiterer kostenloser Kurznachrichtendienst, kommt aus Indien. Diese gerade an den Start gegangene App verspricht Wahrung der Privatsphäre und zukünftig auch Sicherheit bei der Datenübertragung.

WhatsApp beliebt, aber mit Sicherheitslücken

WhatsApp Inc. wurde 2009 mit Firmensitz in Kalifornien gegründet. Inzwischen werden täglich mehr als 10 Milliarden Nachrichten mit der plattformübergreifenden App „WhatsApp“ verschickt. So beliebt der Messenger-Dienst ist, so umstritten ist er auch. Der Grund sind Sicherheitslücken, die dem Hijacking von Benutzerkonten den Weg ebnen. Im September wurde bekannt, dass unter Android die Telefonnummer und die Seriennummer des Smartphone-Nutzers, und unter iOS bereits die Mac-Adresse der WLAN-Schnittstelle genügen, um Passwörter zu den WhatsApp-Konten auszuspähen. Der Messenger-Dienst reagierte mit einer verbesserten Version von WhatsApp, bei der zumindest Nachrichten verschlüsselt versendet werden.

Das vernichtende Urteil von Stiftung Warentest

Stiftung Warentest hatte in seiner Juni-Ausgabe die Datensicherheit von 63 der beliebtesten Apps für Smartphones unter die Lupe genommen und gut die Hälfte als kritisch eingestuft, wobei WhatsApp zu den Programmen gehörte, die als „sehr kritisch“ eingestuft wurden. App-Nutzer schonen zwar ihr Portemonnaie, zahlen aber oft mit ihrer Privatsphäre. So übertragen Apps wie Foodspotting, Gowalla, Yelp und eben auch WhatsApp Teile des Adressbuchs, ohne die Zustimmung des Nutzers einzuholen. Facebook fragt zumindest seine Nutzer, ob es Kontaktdaten senden soll und übermittelt die Daten verschlüsselt. Dabei sind die Tester nicht grundsätzlich gegen Apps und die damit verbundene Datenweitergabe, schließlich finanzieren sich die Apps durch Werbung. Wohl aber ist man gegen das heimliche Verschicken von Daten, ohne die  Nutzer vorher zu fragen. Sensible Daten wie Telefonnummern und E-Mail-Adressen sollten grundsätzlich verschlüsselt übermittelt werden.

Die Konkurrenz wächst

Nun bekommt der populäre Messenger-Dienst WhatsApp Gesellschaft. Facebook stellt seinen bereits existierenden Messenger für Smartphones jetzt auch solchen Kunden kostenlos zur Verfügung, die kein Facebook-Konto haben, zumindest unter Android. Lediglich die Angabe von Name und Telefonnummer ist erforderlich, um Nachrichten oder Fotos mit einzelnen Personen beziehungsweise Gruppen austauschen zu können.

Und noch einen Konkurrenten aus Indien muss WhatsApp hinnehmen. Aktuell ist die App Hike neu gestartet. Hike setzt auf den Schutz der Privatsphäre seiner Nutzer und speichert Daten und Nachrichten nur lokal auf dem Telefon. Auch können Datensätze wieder gelöscht werden. Mit dem Thema Sicherheit gehen die Betreiber offen um. Die bislang noch unverschlüsselte Datenübertragung soll bis Ende 2012 mittels SSL-Verschlüsselung sicherer gemacht werden. Die Anwendung ist kostenlos und funktioniert auf dem iPhone als auch auf Android- und Windows-Smartphones.

(Kerstin Zimprich)


 


 

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