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Landwirtschaft

Sanddorn in jeglicher Form

Dieses Jahr wird eine gute Sanddornernte erwartet. Ein Petzower Familienbetrieb verarbeitet pro Jahr über 120 Tonnen und findet in der Verarbeitung vielfältigste Verwendungsmöglichleiten.

Langsam ruckelt der Traktor auf einem engen Weg zwischen den Hecken entlang. Auf den Trittflächen des Anhängers stehen die Arbeiter. Mit geübten Griffen packen sie die Äste, schneiden sie von den drei bis vier Meter hohen Sträuchern ab und legen sie hinter sich in große Holzkisten. Es ist noch früh, und obwohl die Sonne scheint, ist es ein kalter Morgen. Die Männer und Frauen ernten Sanddorn auf den Feldern der Familie Berger, die auf ihrem Hof im Werderaner Ortsteil Petzow die sauren Beeren zu einer Vielzahl von Produkten verarbeitet.

Die Ernte läuft derzeit auf Hochtouren. Zwei Drittel eines jeden Strauchs werden dabei abgeschnitten. Der Rest wird stehengelassen und kann weiter wachsen. Je nach Sorte dauert es bis zu drei Jahre, bis der Sanddorn erneut geerntet werden kann. "Wir haben die Felder natürlich zeitlich so versetzt angelegt, dass wir jedes Jahr ernten können", sagt der Chef des Familienbetriebs, Andreas Berger.

Sanddornanbau wurde in der DDR vorangetrieben

Mit 100 Hektar gehört den Bergers mittlerweile etwa ein Drittel der Sanddorn-Anbaufläche in Brandenburg. "Auf unseren Feldern wachsen drei verschiedene Sorten: Askola, Hergo und Leikora", erläutert Tochter Dorothee. Heute wird Hergo geerntet. Der Ertrag sei in diesem Jahr besonders gut, sagt sie, auch wenn sie noch keine genauen Zahlen nennen kann. "Durchschnittlich verarbeiten wir jedes Jahr etwa 120 Tonnen." Da der Sanddorn nicht sehr anfällig für Frost oder Witterung ist, schwankt diese Menge stets nur geringfügig.

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Beeren liegt in Zentralasien. In Mitteleuropa wurde der Sanddornanbau vor allem in der DDR vorangetrieben. Dort wurde laut Potsdamer Agrarministerium 1971 die erste Sorte angepflanzt und in den Folgejahren der Anbau weiter mechanisiert und ausgeweitet.

"Man war auf der Suche nach einfach zu kultivierenden, vitaminhaltigen Früchten", sagt Dorothee Berger. Auf dem sandigen Boden von alten Tagebaugebieten sei der mit zahlreichen gesunden Nährstoffen ausgestattete Sanddorn besonders gut gewachsen.

Sanddorn wird für Liköre, Säfte und Kosmetik verwendet

Für die Bergers arbeitet seit neun Jahren auch Roswitha Burgold. Sie füllt unter anderem den fertig produzierten Sanddorn-Likör in kleine Flaschen und verschließt diese mit einem Korken. Die Palette der Produkte, die man aus Sanddorn herstellen kann, scheint unerschöpflich. Die ölhaltige Frucht wird nicht nur für alkoholische Liköre, sondern auch für Säfte und Kosmetikprodukte verwendet. Über 50 verschiedene Produkte verkaufen die Bergers nach eigenen Angaben auf ihrem Hof.

Andreas Berger wartet einige Kilometer weiter vor seinem Kühlhaus auf die letzten beiden Sanddorn-Transporte an diesem Tag. Mittlerweile ist es später Nachmittag. Die zusammen mit den Ästen abgeschnittenen Beeren werden in großen Holzkisten angeliefert. Würde man sie einfach pflücken, würden zu viele von ihnen zerdrückt. Daher werden die Früchte zunächst in der Kühlhalle tiefgefroren. "So können die Beeren später ohne Schäden von den Ästen geschüttelt werden", sagt Andreas Berger.

Nachdem alle Kisten in der Kühlhalle stehen, schließt er die Tür. Für heute ist die Arbeit geschafft. Doch erst Mitte Oktober werden alle Sorten abgeerntet sein und können dann verarbeitet werden.

(dapd/ Matthias Arnold)


 


 

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