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  • 25.09.2015, 14:56 Uhr
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LESENACHWUCHS

Gesteigerte Leselust nach den Sommerferien bei Kindern und Jugendlichen

In einer Studie von August 2015 der Universität Graz wird ein Ferieneffekt belegt: in der österreichischen Stichprobe wurden erhebliche Veränderungen nach der neun-wöchigen freien Zeit nachgewiesen.

Studien aus dem US-amerikanischen Raum legen nahe, dass die Sommerferien den Rhythmus des Lernens unterbrechen und insbesondere bei Kindern aus Familien mit einem niedrigen sozio-ökonomischen Status zu einem Verlust kognitiver Fähigkeiten, also der Informationsverarbeitung, führen können. In Europa wurden Ferieneffekte bislang jedoch kaum untersucht. In der aktuellen Studie der Universität Graz wird der Ferieneffekt in einer österreichischen Stichprobe mit neunwöchigen Sommerferien untersucht. Die Ergebnisse zeigen sowohl Verluste als auch Gewinne für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I. Für die Rechtschreibung und das rechnerische Denken ergaben sich Verluste, aber die Lesefertigkeit stieg über die Ferien an.

Die Leistungsgewinne bzw. -verluste scheinen vor allem davon abhängig zu sein, inwiefern die kognitive Beschäftigung angeregt wird. Nicole Wöhrle vom Online-Versandhändler bücher.de bestätigt die Ergebnisse: „Wir sehen selbst an den Bestellungen, dass die Sommerferien sich nicht nachteilig für die Leselust auswirken, nach den Sommerferien werden häufig Jugendbücher bestellt. Nicht nur Bücher aus Bibliotheken, auch solche auf eBook-Readern regen daher Lesen an und dürfen nicht vernachlässigt werden, um das Leseverständnis aufrecht zu erhalten.“, sagt Nicole Wöhrle von bücher.de und fügt hinzu „Die meistgefragte Neuerscheinung ist ‚Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt‘. Unsere aktuellen Top-Favoriten im Jugendbuchbereich sind vor allem Science-Fiction- und Mystery-Romane wie ‚Layers‘ und ‚Die 100‘, aber auch ‚Margos Spuren‘ und ‚Löcher‘, was das Interesse der Kinder und Jugendlichen an lebensnaher Literatur zeigt.“

Insgesamt nahmen an der Untersuchung 182 Schülerinnen und Schüler in zwei Kontrollgruppen teil. 125 Kinder besuchten ein Gymnasium, 57 die Hauptschule. Die Kinder waren zwischen 10 und 12 Jahren, alt, 87 waren männlich, 95 weiblich. Für die Untersuchung waren Schulen aus ausschließlich ländlichen Bezirken in der Steiermark (Österreich) angesprochen worden, um eine homogenere Stichprobe zu erzielen. Es nahmen vier Schulen (zwei Hauptschulen, zwei Gymnasien) aus vier Gemeinden (maximale Einwohnerzahl 11.000 Personen) teil. In der Untersuchung aus Österreich mit neun Wochen Sommerferien konnten in der Rechtschreibung, im rechnerischen Denken und in der Intelligenz Leistungseinbußen beobachtet werden; insbesondere für das rechnerische Denken und die Intelligenz waren diese pädagogisch bedeutsam. Die Kreativität blieb gleich, und in Bezug auf das Lesen konnten die Kinder dagegen ihre Leistung über die Ferien steigern, schreibt die Forscherin, Prof. Dr. Manuela Paechter vom Institut für Psychologie der Karl-Franzens-Universität Graz.

Ungebrochene Leselust beim Nachwuchs

78% der Sechs- bis 13-Jährigen lesen mindestens einmal pro Woche in einem Buch und 16% aller Deutschen sogar täglich. Bei Kindern wird Lesen also nicht uncool – im Gegenteil: nach den Sommerferien sind sie sogar besonders lesebereit. Und nicht nur „große“ Kinder, selbst die allerkleinsten wissen mit sinnvollen Texten bereits etwas anzufangen und reagieren positiv darauf. Das „Lese“-Alter geht so schon viel früher los: haben doch die Psychologen Anthony DeCasper und Melanie Spence von der Universität von North Carolina in einem spannenden Experiment ein positives Ergebnis für Lesefreude ermittelt: neugeborene Babys, die bereits im Mutterbauch Geschichten vorgelesen bekamen, reagierten positiv auf genau dieselben bereits im Säuglingsalter. In seiner Kategorie „Kinder, Erziehung – Babyjahre“ bietet bücher.de Literatur an, die frischgewordene Eltern und ihre Kinder im besten Fall gemeinsam lesen können. (Quelle: bücher.de) Weitere Informationen auch beim Forschungsportal der Universität Graz

(Redaktion)


 


 

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