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  • 14.03.2018, 13:08 Uhr
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  • Berlin
LIFESTYLE / AUSSTELLUNG

Wandelism - die aktuell kürzeste Ausstellung in Berlin

In einer ehemaligen Kfz-Werkstatt in Berlin Wilmersdorf findet ab dem 17. bis zum 24. März die Street Art Ausstellung Wandelism statt. Mitgewirkt haben über 70 Künstler. Es werden 5000 Besucher erwartet.

Wandelism ist ein freies Kunstprojekt, dass den Künstlern Freiraum und Entfaltungsmöglichkeit bieten soll. Der Berliner Projektentwickler Diamona & Harnisch stellt dem Künstlerkollektiv die Immobilie in der Wilhelmsaue 32 kostenlos zur Nutzung bis zum Abrisstermin, vorrausichtlich am 28. März, zur Verfügung. Rund zehn Personen bilden das Organisationsteam aus Künstlern und Helfern für die einwöchige Ausstellung auf  ca. 2000 Quadratmetern. Zwischen 70 und 80 Künstler stellen ihre Kunstwerke aus. Darunter sind bekannte Namen wie One Up, Base 23, Fino, Ostap Selfmade Crew, Senor Schnu, Jerome Graff und viele mehr.

Grund des Projektes ist der Kampf gegen die Verdrängung der Kunst an den Stadtrand und gegen die Überschwemmung der Gentrifizierung in Berlin. Zwischen Beendigung des Arbeitsvertrages und dem Abriss stehen die Gebäude leer und bieten ungenutzten Freiraum. Und genau da, wo es diesen Freiraum gibt, sei es im Stadtzentrum oder in Wilmersdorf soll Kunst gemacht werden. Die teilnehmenden Künstler von Wandelism wurden weder durch ein Auswahlverfahren bestimmt, noch gab es einen Plan wie das Projekt am Ende aussehen soll. Jedem der davon gehört hatte, wurde eine weiße Wand zugeteilt und durfte mitmachen. „Wir sind nicht die Straße aber wir sind auch kein Museum. Wir sind ein Freiraum. Den Künstlern sind keine Vorgaben gegeben. Die haben eine Wand bekommen und dann konnten sie machen was sie wollen“, erklärt Mitorganisator Jan Fiedle. Von außen wie von innen ist das bemalte und gesprayte Gebäude ein Ausstellungsstück, von dem zu Beginn niemand wusste, wie es am Ende aussehen würde. „Die Künstler sind hier nächtelang mit Begeisterung und Energie dabei, obwohl sie wissen es wird abgerissen. Die Fassade wurde bei Minusgraden besprüht. Die haben eine Leidenschaft, das ist grandios“, so Fiedler. Gefördert wird das Projekt unter anderem von Spenden, wie die Immobilie und ein Startguthaben von Diamona & Harnisch. Außerdem wird es von verschiedenen Sponsoren unterstützt wie Warsteiner, Teufel und American Spirit. Die Einnahmen durch Sponsoren, Spenden, Barverkauf und Führungen durch die Ausstelung, die über die Website gebucht werden können, gehen zu 70 Prozent an die Künstler und zu 30 Prozent an ein soziales Projekt. Die AWO-Kita Kinderwald soll damit verschönert werden und es sollen Kunst-Workshops auf dem Otto Spielplatz organisiert werden.

Das Konzept erinnert an das Kunstprojekt "The Haus", für das 2017 165 Künstler ein leer stehendes Bankgebäudes in der City West in eine Street-Art-Galerie verwandelt hatten. Die Macher von "Wandelism" wollen sich damit aber nicht vergleichen. "Wir sind ein eigenständiges Projekt. Unser Leitmotiv: sozial und lokal", sagt Fiedler, einer der Organisatoren des Projekts in der Berliner Morgenpost.

Auch nach dem Abriss soll das Konzept in Berlin funktionieren

Wie geht es nach dem Abriss weiter? Fiedler sieht gute Chancen, dass auch andere Immobilienentwickler Lust haben Freiraum zur Verfügung zur stellen, sei es auch nur für begrenzte Zeit. Statt viel Geld für eine Werbekampagne auszugeben, könne man mit so einem Projekt noch eher viele Menschen erreichen. „Ich höre das aus den verschiedensten Ecken, dass Menschen davon gehört haben und begeistert sind. Ich hoffe das ist nicht das letzte Projekt gewesen. Ich glaube das ist ein Konzept, dass in Berlin funktionieren kann und die Leute gerne annehmen.“

Am Samstag 17. 03, ab 15 Uhr ist die offizielle Eröffnung. Die Ausstellung ist kostenlos und täglich geöffnet von 12:00 bis 20:00 Uhr.  Die auf der Website des Projekts buchbaren Führungen kosten fünf Euro für Schüler, Studenten und Senioren. Alle anderen zahlen zehn Euro.

Nadine Krägeloh

(Redaktion)


 

 

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