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  • 30.10.2017, 12:37 Uhr
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LIFESTYLE / KULTUR

Finale Grande für die Ärzte-Fans in Berlin: dÄ-Lesung im ausverkauften Columbiatheater

Krönung der Biografie-Poublikation einer der bekanntesten Berliner Bands, die Ärzte, und ein Event für Fans: die Lesung von und mit Stefan Üblacker feat. Reis against the Spülmachine fand im ausverkauften Columbiatheater statt.

Der Kosmos von Die Ärzte – unendliche Weiten. Wie gut, dass es nun Das Buch Ä gibt. Ausgestattet mit einer opulenten Dicke einer vollendeten Biografie hat Stefan Üblacker der besten Band der Welt auf 768 Textseiten und 160 Bildseiten ein literarisches Denkmal gesetzt.. Nach einer ersten Biografie vor zehn Jahren vom Autor Markus Karge, gibt es nun den allumfassenden Blick auf die Karriere von Die Ärzte aus Berlin bis zum Jahr 2016. Von kurz nach früher bis eben jetzt pflastern unzählige Anekdoten, Zeitzeugenberichte und historische Quellen dem Leser oder der Leserin den Weg durch über 30 Jahre Bandgeschichte.

Der Berliner Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf, bei dem auch schon die Reisebildbände von Farin Urlaub erschienen, hat diese Biografie veröffentlicht. Doch damit nicht genug: der Autor begibt sich mit musikalischer Begleitung und Band auf eine bundesweite Lesetour. Nach einer fulminanten und vieler Orten ausverkauften Frühjahrstournee gabt es Nachschlag auf vielen Festivals von Nord nach Süd. Dann gab es das große Finale natürlich in der Ur-Heimatstadt der "besten Band der Welt", in Berlin, verstärkt von dem Duo "Reis against the Spülmachine", Filme, Fotos und Disco im Anschluß.

Der Autor und Initiator des Ganzen, Stefan Üblacker, leitete den dÄ-Fanclub und die dazugehörende Riesen-Fanpage. Es wurde im Osten (Harz) geboren und entdeckte dann nach dem Mauerfall, mit 14 Jahren, deutschsprachige Musik und die Ärzte, die damals schön länger existierten. Als er Fanpage und Fanclub neben seinem seriösen Job in Köln jahrelang mit Leidenschaft betrieb, entstand mit der Band und dem Verlag die Idee, eine neue Biografie zu verfassen. Damit nimmt er die Leser mit auf eine Reise durch die bewegte Bandgeschichte. Die Ärzte, eine  deutschsprachigen Band aus Berlin, entstand in den 80igern. Sie gehört neben der Düsseldorfer Band Die Toten Hosen zu den kommerziell erfolgreichsten deutschen Musikgruppen mit Wurzeln im Punkrock.

Durch seine „den Die Ärzte ihr offizieller Fanclub“ kam Stefan Üblacker in persönlichen Kontakt mit den drei Berlinern. Und im Jahr 2014 begann er, die Biografie zu schreiben, sammelte riesige Mengen an Material, führte unzählige Gespräche mit en Bandmitgliedern von die Ärzte sowie allen möglichen Menschen, die sie seit Jahren begleitenten, und veröffentlichte schließlich zwei Jahre später das 928 Seiten starke „Buch Ä“ über die selbsternannte beste Band der Welt.

Interview mit Stefan Üblacker

Business on: Wie kommt man dazu einen Fanclub zu gründen?

Stefan Üblacker: Ende der Neunziger kam das Internet auf.  Ich fand das spanend und wollte mich an einer Homepage versuchen.  Dass es dann so spektakulär wurde, konnte ich damals nicht ahnen: ich habe dann seither die Fanpage gemacht, die immer größer und größer wurde. Und vom Ärzte-Management kam dann 2007 die Anfrage, ob ich den Fanclub machen wolle: und sagte „ja“!

Business on: Was ist denn der Unterschied zur ersten die Ärzte-Biografie ?

Stefan Üblacker: Meine Biografie ist aktueller: sie reicht bis 2016. Und die erste Biografie war mehr ein Bildband und ein Presse-Statement der Band. Ich finde, es fehlte Distanz in diesem Buch. Ich wollte dann in meiner Ärzte-Biografie auch andere Meinungen darstellen. Ich hatte im Vorfeld schon mal mit Farin Urlaub darüber gesprochen. Dann wurde es konkreter und wir haben uns zusammengesetzt. Es fand ein intensiver und sehr offener Austausch statt. Es gab nur eine einzige Vorgabe: es sollte keine Fortsetzung der ersten Biografie werden, sondern komplett neu sein. Ich kannte auch die Kritikpunkte der ersten Bio, aber es gab keinerlei Vorgaben, wie ich rangehen sollte.

Business On: Gab es Hilfestellungen vom Verlag?

Stefan Üblacker: Ein wenig im Vorfeld und am Ende dann das Lektoriat, nicht mehr. Aber ich lese privat sehr gerne auch Musikerbiografien und hatte schon einen Masterplan im Kopf, den ich permanent verfolgt habe. Es war schon eine Herausforderung, keine Frage. Darüberhinaus hatte ich Unterstützung von der Band.

Business On: Welches Kapitel hat am meisten Spaß gemacht?

Stefan Üblacker: Das aufwühlendste Kapitel war für mich – aber auch für die Band - in dem Kapitel, in demes um die letzen Jahre der Band ging, die nicht so gut waren. Da wurde es sehr ehrlich und auch schonungslos. Die Band ist mit sich sehr hart ins Gericht gegangen und es wurde ganz offen gesagt, wo es nicht gestimmt hatte. Das war auch für die Band ein reinigendes Gewitter. Es ging um die letzte Tour 2013, die unter einem schlechten Stern stand. Die Ursachen wurde quasi durch das Buch erst aufgearbeitet. Ich habe mit einzelnen Bandmitgliedern gesprochen und erst dann hatten alle vier darüber miteinander sich ausgetauscht. Wir haben natürlich nicht alles v3eöffentlicht,aber wichtige Sachen drinnen gelassen, auch die Tatsache, dass es Rod damals gesundheitlich nicht gut ging.

Business On: Ist das Buch nun ein Abgesang auf die Ärzte?

Stefan Üblacker: Mir war wichtig, das es kein Abgesang ist, wie geil die Band war, sondern eher ein Hohelied auf die Künstler Bela, Farin und Rod, was  es hierzulande sehr selten gibt. Das war mir wichtig. Das Buch soll Spaß machen, eine Band zu gründen und sich nicht nach den vermeintlichen Gesetzen zu richten, sondern auch mal querzudenken und und sich nicht verbiegen zu lassen und zu zeigen, dass es auch so nach oben gehen kann.

Business On: Gab es auf eine Aufarbeitung der gesamten Bandpsyche – auch mit den ehemaligen Mitglieder wie Sahnie und Hagen Liebig?

Stefan Üblacker: Gerade was das Verhältnis zu Sahnie anging, haben alle drei intensiv darüber gesprochen .Es ist von allen Seiten Altersmilde aufgetreten und bestimmte Sachen wurden nun einfach akzeptiert. Auch mit Hagen gab es zwei Wochen vor seinem Tod Kontakt. Das Verhältnis zu ihm war durch sein Buch recht gestört.  "Meine Jahre mit Die Ärzte" mit ganz privaten Tagebuchaufzeichnungen der Ärzte-Tour stieß auf Ablehnung. Auch hier gab es Wunden auf allen Seiten. Zur ehemaligen Managerin Claudia gab es einige Kontakte, die aber auch aus einigen triftigen Gründen eher distanziert war. Offener war der Kontakt aber zu den alten Wegbegleitern Jim Rakete, Connie Konzack und Uwe Hoffmann.

Business On: Biografie geschrieben – die Ärzte tot – Ende?

Stefan Üblacker: Meine Tour und Lesung waren ausverkauft.Da scheint also Bedarf zu sein. Wir sind daher nicht abgeneigt, eine Fortsetzung im nächsten Jahr in Angriff zu nehmen. Der Fanclub ist allerding nicht mehr existent. Das ist aber nicht unangenehm. Ich sitze auch gerade wieder an einem anderen Buch-Projekt, was ebenfalls mit Musik zu tun haben wird. Es geht also weiter – auch ohne die Ärzte.

Stefan Üblacker: Das Buch Ä - Die von die Ärzte autorisierte Biografie. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2016, ISBN 978-3-86265-585-4[Erscheinungsdatum: 1.11.2016]

MAWA

(Redaktion)


 

 

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