Weitere Artikel
  • 23.08.2018, 11:12 Uhr
  • |
  • Berlin
LIFESTYLE / STIFTUNGEN

Ufa Filmnächte starten mit Welturaufführung eines restaurierten Stummfilmklassikers

Bertelsmann unterstützt digitale Restaurierung durch Experten der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung. Tausende Filmfreunde an drei Abenden auf der Berliner Museumsinsel

Bertelsmann und die UFA freuen sich über die große Nachfrage nach Karten für die diesjährigen UFA Filmnächte in Berlin. Für die drei Abende, an denen namhafte Stummfilme unter freiem Himmel und begleitet von Live-Musik präsentiert werden, sind jeweils nur noch wenige Restkarten erhältlich, für den ersten Film nur noch an der Abendkasse. Zum Auftakt steht am heutigen Mittwoch eine Weltpremiere auf dem Programm: Dann wird vor der historischen Kulisse der Berliner Museumsinsel erstmals die digital restaurierte Fassung des Stummfilms „Der Geiger von Florenz“ von Paul Czinner gezeigt. Der vor nahezu hundert Jahren produzierte Ufa-Film - ein Coming-of-Age-Drama mit der legendären Elisabeth Bergner in einer "Hosenrolle" - war lange Zeit nur in einer stark gekürzten US-Fassung zu sehen. Im Zuge der von Bertelsmann finanzierten und von der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung auf Basis eines Originalnegativs umgesetzten Restaurierung wurden die fehlenden Szenen wieder in den Film eingefügt und damit die ursprüngliche Erzählstruktur wiederhergestellt.

Bevor es auf der Museumsinsel "Film ab" hieß, begrüßten Bertelsmann und die UFA mehr als 300 Gäste zu einem Empfang in der Bertelsmann-Repräsentanz Unter den Linden 1. Die Gastgeber heißen dann zahlreiche prominente Schauspieler, Kulturschaffende und Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft willkommen.

Am Freitagabend steht Nikolai Malikoffs „Die Apachen von Paris“ von 1927 auf dem Programm.

Die Musik liefert die international bekannte niederländische Komponistin und Pianistin Maud Nelissen mit ihrer Band The Sprockets, ebenfalls mit einer Neukomposition.

Über Bertelsmann: Bertelsmann ist ein Medien-, Dienstleistungs- und Bildungsunternehmen, das in rund 50 Ländern der Welt aktiv ist. Zum Konzernverbund gehören die Fernsehgruppe RTL Group, die Buchverlagsgruppe Penguin Random House, der Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr, das Musikunternehmen BMG, der Dienstleister Arvato, die Bertelsmann Printing Group, die Bertelsmann Education Group sowie das internationale Fonds-Netzwerk Bertelsmann Investments. Mit 119.000 Mitarbeitern erzielte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2017 einen Umsatz von 17,2 Milliarden Euro. Eine Repräsentanz gibt es auch in Berlin.

Unbenommen der kulturellen Aktivitäten, geht die Kritik an Bertelsmann weiter. Die Bertelsmann-Stiftung regiere Deutschland mit, so lautet der Vorwurf. Dabei sei sie undemokratisch und dient als Steuersparmodell, heißt es. Die Stiftung bestreitet dies. Die taz schrieb dazu: „Reinhard Mohn fand in den 50er Jahren eine Steuerlücke, die ihm erlaubte, sein Unternehmen aufzubauen. Als der Staat diese Lücke schloss, fand der Bertelsmann-Chef neue legale Möglichkeiten, Gewinne im Unternehmen zu behalten. Die Bertelsmann Stiftung ist so eine Möglichkeit. Sie funktioniert wie eine Sparbüchse und erhält nur einen Teil der Gewinne.“

Die Bertelsmann Stiftung sei undemokratisch, beeinflusse aber die Demokratie, lautet die Kritik - zuletzt auch in der Kabarett-Sendung "Die Anstalt".  So habe die Stiftung und deren neoliberalen Berater mit Lobby-Einfluss bis in hohe Regierungskreise maßgeblich die bis dato stark kritisierte Einführung von Hartz 4 bewirkt - und dass obwohl die Mehrheit der deutschen Bevölkerung dagegen war. Und weiter: Diese „zivilgesellschaftliche“ Macht stütze sich ausschließlich auf Reichtum und Vermögen. Darauf, dass eben zum Beispiel der Bertelsmann-Konzern und seine Stiftung mehr Geld hat als jede andere private und staatliche Institution, Expertisen und Gutachten erstellen zu lassen, Kongresse zu veranstalten, Forschungsaufträge zu erteilen, um die Mission ihres Stifters zu verbreiten. Demokratisch legitimierte Macht im Staate wird so mehr und mehr durch Wirtschaftsmacht zurückgedrängt.  "So hat sich inzwischen eine private institutionelle Macht des Reichtums herausgebildet, die streng hierarchisch organisiert ihren Einfluss über das gesamte politische System ausdehnt und die Machtverteilung zwischen Parteien, Parlamenten und Exekutive unterwandert und gleichzeitig die öffentliche Meinung prägt. Diese Art von Zivilgesellschaft befördert nicht nur die ohnehin bestehende extreme materielle Ungleichheit zwischen Arm und Reich, sondern dieser Weg schließt (...) vor allem die große Mehrheit der weniger wohlhabenden Bevölkerung mehr und mehr von der politischen Teilhabe und der Gestaltung ihrer gesellschaftlichen Zukunft aus", beklagen auch die Nachdenkseiten. Mehr dazu auf https://www.nachdenkseiten.de/?p=2144

(Redaktion)


 

 

Bertelsmann
UFA Filmnächte
Demokratie
Restaurierung
Macht
UFA
Stummfilme
Paris
Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung
Film
Abende
Aufführung

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Bertelsmann" - jetzt Suche starten:

Entdecken Sie business-on.de: