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  • 18.08.2015, 16:29 Uhr
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LOGISTIK

Flughafengesellschaft war auf Imtech Deutschland-Insolvenz vorbereitet

Die Berliner Flughafengesellschaft (FBB) war offenbar auf die Insolvenz der Baufirma Imtech Deutschland vorbereitet. Neue Vorwürfe und scharfe Kritik in den Berliner Medien.

Das geht aus einem Schreiben von Flughafenchef Karsten Mühlenfeld an den Aufsichtsrat der Gesellschaft hervor, das dem rbb-Inforadio vorliegt. Demnach hat die FBB bereits vor sieben Monaten eine neue Rahmenausschreibung für alle Elektrotechnik-Leistungen auf der BER-Baustelle vorgenommen, für die Imtech bisher verantwortlich ist. Mit diesem rechtswirksamen Vertrag könnten jederzeit einzelne Firmen beauftragt werden. "Wir sind damit voll handlungsfähig", so Mühlenfeld. Auch für die Baubereiche Klima, Lüftung und Sanitär sieht Mühlenfeld durch die Imtech-Pleite keine Gefahr. Diese könnte der Imtech-Partner Caverion auch alleine weiterführen.

Wie groß die Auswirkungen der Imtech-Insolvenz auf den Zeitplan der BER-Eröffnung sind, ließ Mühlenfeld offen. Eine von ihm ins Leben gerufene Taskforce soll innerhalb von 14 Tagen neue Entscheidungsgrundlagen erarbeiten.

Der Tagesspiegel schreibt in der gestrigen Ausgabe: Der BER-Hauptstadtflughafen ist nach den Korruptions-Ermittlungen um den Gebäudeausrüster Imtech erneut ein Fall für die Staatsanwaltschaft: Die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) und der Siemens-Konzern haben vorige Woche bei der Staatsanwaltschaft Cottbus Strafanzeige wegen möglichen Abrechnungsbetrugs erstattet. Das bestätigte die Behördensprecherin Elvira Klein am Montag dem Tagesspiegel (Dienstagausgabe). http://www.tagesspiegel.de/politik/hauptstadtflughafen-strafanzeige-wegen-abrechnungsbetrug-am-ber/12199092.html

Der Leitartikel der Berliner Morgenpost geht noch weiter und kritisiert scharf den Aufsichtsrat: „Die Umgang mit Imtech wirft aber auch kein gutes Licht auf den Aufsichtsrat. Denn dass das Unternehmen Finanzprobleme hatte, war schon seit 2012 bekannt. Damals musste die Flughafengesellschaft einen Vorschuss überweisen, weil das Unternehmen das Geld dringend brauchte. Nun gibt es Kritiker, die den Gesellschaftern - Berlin, Brandenburg und der Bund - vorwerfen, sie hätten sich schon länger von Imtech trennen müssen. Denn ein Ex-Manager des BER soll von Imtech mit 150.000 Euro bestochen worden sein. Aber es wäre ein denkbar schlechter Zeitpunkt, wenn Imtech jetzt aussteigt. Denn ohne dass Wissen der Experten wird die Brandschutzanlage wohl nicht in absehbarer Zeit fertig. Daher ist der jüngste Schritt vermutlich richtig, mit Imtech eine Vereinbarung zur Weiterführung der Leistungen abzuschließen. Das Chaos am BER, es scheint nicht zu enden. Auch wenn Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke am Montag noch Optimismus verbreitete: Die zarte Hoffnung auf eine baldige Eröffnung des Hauptstadtflughafens, sie wird kleiner - wieder einmal.“  (Quelle ots / Pressemitteilung Berliner Morgenpost).

(Redaktion)


 

 

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