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  • 12.10.2017, 13:06 Uhr
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Air Berlin ist Geschichte: Einigung mit Lufthansa-Group über Verkauf von Unternehmensteilen

Air Berlin hat sich mit der Lufthansa-Group über den Verkauf von Teilen des Unternehmens geeinigt. Letzter Flug ist am 27. Oktober 2017.

Die Lufthansa-Group wird die Air Berlin-Tochtergesellschaften Luftverkehrsgesellschaft Walter (LGW), die österreichische Ferienfluggesellschaft NIKI sowie 20 weitere Flugzeuge übernehmen, laut Presseerklärug von Air Berlin heute.

Der Aufsichtsrat der Air Berlin hat am Mittwoch, 11. Oktober 2017, diesem Teil der Ergebnisse der Bietergespräche für den Verkauf dieser Teile des Unternehmenszugestimmt. Der Abschluss garantiert den Erhalt aller Arbeitsplätze bei NIKI und LGWund eröffnet zusätzlich Perspektiven für mehrere tausend Mitarbeiter der Air Berlin. Der Kauf steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch den Gläubigerausschuss, den Sachwalter im Insolvenzverfahren der Air Berlin sowie der europäischen Wettbewerbsbehörde in Brüssel.

Air Berlin hatte seit dem 25. September 2017 exklusiv mit der Lufthansa AG und der britischen Fluggesellschaft easyJet Verkaufsverhandlungen geführt. Mit easyJet dauern die Verhandlungen noch an. Der britische Low-Cost-Carrier easyJet hatte ein Angebot zur Übernahme eines Teils der airberlin Flotte abgegeben. Ein erfolgreicher Abschluss vorausgesetzt, ergeben sich ebenfalls Perspektiven für neue Arbeitsplätze für die Air Berlin Mitarbeiter. Der Flugbetrieb der insolventen Air Berlin konnte nur durch einen KfW-Kredit in Höhe von 150 Millionen Euro fortgeführt werden, der durch eine Bundesbürgschaft abgesichert ist. Es besteht nun die gute Chance, den KfW-Kredit zurückzuzahlen.

Thomas Winkelmann, CEO Air Berlin: „Heute sind wir einen großen Schritt vorangekommen. Durch diesen Vertrag ergeben sich neue Arbeitsplatzchancen für einen großen Teil unserer Kollegen. Aufatmen können wir jedoch erst, wenn die EU-Kommission die Transaktion final bestätigt hat. Den heutigen Verhandlungsstand konnten wir nur mit der schnellen Überbrückungshilfe der Bundesregierung erreichen. Andernfalls hätten wir am Wochenende 12./13. August 2017 die Flotte grounden müssen. Dies hätte den unmittelbaren Arbeitsplatzverlust für alle Mitarbeiter bedeutet.“

Anpassungen im Air Berlin Flugplan
Air Berlin rechnet mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens spätestens zu Ende Oktober 2017. Nach gegenwärtigem Erkenntnisstand ist ab dem 28. Oktober ein eigenwirtschaftlicher Flugverkehr (also unter dem IATA-Airline Code AB) nicht mehr möglich. Bereits am 15. Oktober 2017 wird Air Berlin ihr Langstreckenangebot vollständig beenden, da die Flugzeugleasingfirmen sukzessive ihre Airbus A330-Jets zurückziehen.

Die Übernahme von Air Berlin durch die Lufthansa führe nicht zu steigenden Ticketpreisen. Das zumindest behauptet Lufthansa-Chef Carsten Spohr. Mit dieser Analyse dürfte der Manager ziemlich allein dastehen. Die Hoffnung, dass sich zwei Fluglinien unter einem gemeinsamen Konzerndach am Markt genauso verhalten wie zwei unabhängige Wettbewerber ist schlicht unrealistisch.

Luftfahrtexperte Willsch fordert Auflagen für Lufthansa

Der CDU-Luftfahrtexperte Klaus-Peter Willsch begrüßt die Ankündigung der Monopolkommission, bestimmte Strecken nach der Teilübernahme von Air-Berlin durch die Lufthansa kartellrechtlich zu prüfen. Er teile die Sorge von Verbraucherschützern, dass Ticketpreise auf bestimmten innerdeutschen Strecken teurer werden könnten, weil diese dann nur noch von der Lufthansa bedient würden, sagte Willsch am Freitag im rbb-Inforadio.

Daran ändere auch die Ankündigung der Lufthansa nichts, mit Konzerntöchtern wie Eurowings auch auf diesen Strecken für Wettbewerb zu sorgen: "Letztlich wird natürlich auch ein externer Beobachter sagen, na gut, das ist ein Laden. Ich glaube schon, dass man darüber nachdenken muss, dass auf bestimmten Strecken Slots an andere abgegeben werden müssen, um einen wirklichen Wettbewerb - und nicht nur einen internen zwischen Konzerntöchtern - zu haben."

(Redaktion)


 

 

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