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  • 24.08.2018, 11:48 Uhr
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LOKALE WIRTSCHAFT / MIETEN

Die Mieten in deutschen Metropolen explodieren: Berlin heute doppelt so teuer wie vor 10 Jahren und verärgert Mieter

Ein 10-Jahresvergleich der Mietpreise in den 14 größten deutschen Städten von immowelt.de zeigt: München ist teuerste Stadt. Aber die Preise steigen am stärksten in Berlin: die Hauptstädter und Zuzägler sind genervt.

Die Mieten in Deutschlands Großstädten steigen rasant, am stärksten in Berlin: Um 104 Prozent zogen dort die Preise seit 2008 an. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Markt-Analyse von immowelt.de, in der die Mietpreise aller 14 deutschen Städte mit über 500.000 Einwohnern verglichen wurden. Damit liegt die Hauptstadt bei den absoluten Preisen mit 11,40 Euro pro Quadratmeter im Median inzwischen bundesweit auf Platz 5. Besonders auffällig: Berlin lag 2008 mit 5,60 Euro noch am günstigen Ende der Preisskala – gleichauf mit Essen im Ruhrgebiet. Seitdem hat der stetige Zuzug den Mietmarkt der Hauptstadt massiv verteuert. Fragt sich nur, wie lange sich das die Hauptstädter noch Geefallen lassen. Politisch ist schon längst klar: hier liegt ein Versagen auf allen Ebenen vor und durch alle Parteien!

Auch in München hält der Preisboom mit einem Plus von 61 Prozent weiter an. Inzwischen liegt der Mietpreis dort bei 17,90 Euro pro Quadratmeter im Median und führt 2018 weiter die Preisskala an. Aber nicht nur die Miete erreicht dort einen Spitzenwert – auch der Anteil leerstehender Immobilien ist niedriger als in allen anderen untersuchten Städten und geht auf die 0 Prozent zu. Der Mietmarkt in München ist somit nicht nur am teuersten, er ist praktisch auch leergefegt.

Mit Nürnberg belegt eine weitere bayerische Stadt einen der Top-3-Plätze in Sachen Mietpreissteigerung. Von 6,50 Euro auf 10 Euro verteuerte sich hier die Miete seit 2008 (+54 Prozent). Auch in der Frankenmetropole liegt der Leerstand unter 1 Prozent – freie Immobilien sind kaum noch auf dem Markt.

Mäßige Steigerungen in Ostdeutschland und im Ruhrgebiet

Deutlich geringer sind die Preissteigerungen in den größten ostdeutschen Städten ausgefallen. In Leipzig und Dresden kommt es zu einer Verteuerung von jeweils 35 Prozent. Der Quadratmeter kostet in Leipzig aktuell 6,50 Euro. Beim Leerstand wird mit knapp unter 5 Prozent der höchste Wert unter allen untersuchten Städten erreicht. Hier haben Suchende noch eine gewisse Auswahl – Besitzer müssen damit rechnen, bei einem Mieterwechsel ausgiebiger suchen zu müssen. Dresden ist mit 7,40 Euro etwas teurer und mit knapp 2 Prozent ist die Leerstandsquote weniger als halb so hoch wie in Leipzig.

In Dortmund verteuerten sich Immobilien in den letzten 10 Jahren um 35 Prozent, von 5,20 Euro auf 7 Euro. Im nahegelegenen Essen kam es lediglich zu einer Steigerung um 21 Prozent – der niedrigste Wert der untersuchten 14 Städte. Auch absolut betrachtet ist der Quadratmeter mit 6,80 Euro hier noch vergleichsweise günstig. Mit gut 3 Prozent Leerstand gibt es zwar einige freie Immobilien, aber auch dieser Anteil ist im untersuchten Zeitraum zurückgegangen.

Eine ausführliche Tabelle zu den 14 untersuchten Städten findet man hier.

Berechnungsrundlage: Datenbasis für die Berechnung der Mietpreise in den 14 deutschen Städten über 500.000 Einwohnern waren 250.000 auf immowelt.de inserierte Angebote. Dabei wurden ausschließlich die Angebote berücksichtigt, die vermehrt nachgefragt wurden. Die Preise geben den Median der jeweils im 1. Halbjahr 2008 und 2018 angebotenen Mietwohnungen und -häuser wieder. Die Mietpreise spiegeln den Median der Nettokaltmieten bei Neuvermietung wider. Der Median ist der mittlere Wert der Angebotspreise. Die Leerstandsquoten der einzelnen Städte stammen aus dem CBRE-empirica-Leerstandsindex.

Bleibt zu hoffen, dass die Bevölkerung mit den Füßen abstimmmt und diese übertuerten Städten verlassen und ins günstigere Umland ziehen - dann fallen die Mietspreise und Investoren (be)sitzen eine "aussterbenden" Großstadt .

Zudem werden immer weniger Unternehmen und Start ups junge Menschen in der Hauptstadt akquirieren können, wenn diese sich die Miete nicht mehr leisten können - denn im Gegensatz zu den Mieten, ist das Durchschnitts-Gehalt in Berlin gleichgeblieben und verschling oft über die Hälfte des Lebensunterhasltes.

Eine andere Alternatvie wäre: eine strikte Einhaltung des Grundgesetzes "Eigentum verpdflichtet" und damit ein Verbot der Spekulation mit Grund & Boden. Bereits im März diessen Jahres  entschied zudem das Bundesverfassungsgericht darüber, ob die Grundsteuer verfassungswidrig ist. Nach dem Verlauf der mündlichen Verhandlung am 16. Januar haben nahezu alle Beobachter den Eindruck gewonnen, dass das Gericht die gegenwärtige Grundsteuer-Praxis als verfassungswidrig verwerfen wird, weil sie gegen den im Grundgesetz verankerten Gleichheitsgrundsatz verstößt.

Die Spekulation mit Grund und Boden gefährdet zunehmend den sozialen Frieden. Eigentum verpflichtet – Atikel 14 Grundgesetz …und könnte in Deutshcland tatsächlich abgeschafft werden - wenn der politische Wille (und der des Volkes() umgesetzt werden würde.

(Redaktion)


 

 

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