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  • 11.08.2016, 17:30 Uhr
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LOKALE WIRTSCHAFT / STUDIE MIGRATION

Migrantenunternehmen sind Jobmotor für Deutschland – in Berlin deutlich mehr Selbständige

Die Zahl der Unternehmer und Unternehmerinnen mit ausländischen Wurzeln ist in Berlin in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Und sie beleben laut einer aktuellen Studie besonders in der Hauptstadt die Wirtschaft.

Der Kiosk an der Ecke oder das China-Restaurant, in dem die ganze Familie in der Küche aushilft – wenn es um Unternehmer mit Migrationshintergrund geht, sind Klischees schnell zur Hand. Doch eine neue Studie über Migrantenunternehmen zeigt: Unternehmer mit ausländischen Wurzeln leisten auch außerhalb von Niedriglohnsektor und arbeitsintensiven Tätigkeiten einen wesentlichen Beschäftigungsbeitrag.

Insgesamt wurden von diesen Arbeitgebern im Jahr 2014 in der Hauptstadt 120.000 Stellen geschaffen. Das sind beinahe vier Mal mehr Arbeitsplätze als 2005, als Unternehmer mit Migrationshintergrund in Berlin noch 35.000 Arbeitsplätze schufen. Die Stiftung erklärt die Entwicklung damit, dass selbständige Migrantenunternehmer in Berlin im Vergleich hoch.

"Unternehmer mit ausländischen Wurzeln sind ein Jobmotor für Deutschland. Menschen mit Migrationshintergrund arbeiten nicht nur als Alleinunternehmer, sondern schaffen auch Arbeitsplätze und ermöglichen vielen Menschen so eine Chance zur Teilhabe am Arbeitsmarkt", sagt Aart De Geus, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung.

Selbstständigkeit ist Treiber für höheres Einkommen

Die Studienergebnisse belegen, dass Selbstständigkeit ein Treiber für höheres Einkommen und Wohlstand ist. Selbstständige Migrantenunternehmer verdienen im Durchschnitt mit 2.167 Euro netto Monatseinkommen 40 Prozent mehr als abhängig Beschäftige mit Migrationshintergrund (1.537 Euro). Als Unternehmer mit mehreren Beschäftigten verdienen die Migrantenunternehmer sogar fast doppelt so viel (2.994 Euro) wie abhängig Beschäftigte mit Zuwanderungsgeschichte. Im Vergleich zu Selbstständigen ohne Migrationshintergrund müssen sie dennoch Einbußen hinnehmen: Unternehmer mit Zuwanderungsgeschichte erzielen in Deutschland im Schnitt ein rund 30 Prozent niedrigeres Einkommen als Unternehmer ohne Migrationshintergrund. 

Die Studie zeigt aber, dass vor allem das Bildungsniveau eine wichtige Rolle spielt: Je höher qualifiziert die Menschen mit Migrationshintergrund sind, desto höher ist im Land in der Regel die Selbstständigenquote. Das wirkt sich wiederum positiv auf die Anzahl geschaffener Arbeitsplätze und das Einkommen der Gruppe der Selbstständigen aus.

Fazit: Migranten sind in Berlin ein wachsender Wirtschaftsfaktor. Die vollständige Studie zum Download hier 

(Redaktion)


 

 

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