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Luftfahrt

Crystal Cabin Award 2019: 94 Konzepte in engerer Auswahl

Die Bewerber um den diesjährigen Luftfahrt-Branchenpreis „Crystal Cabin Award“ stehen fest. Mit 94 Konzepten aus 22 Ländern verzeichnet der Wettbewerb erneut einen Rekord an innovativen Ideen rund um die Flugzeugkabine und Bordprodukte.

Enge Bestuhlung, einheitsgraue Kabinen: Fliegen gehört für immer mehr Menschen weltweit zum Alltag und hat im Wettbewerb der Fluggesellschaften um günstige Tickets für ihre Passagiere viel an Zauber verloren. Dennoch gibt es natürlich noch immer spannende Innovationen für Flugzeugkabinen und Bordprodukte, die das Fliegen angenehmer gestalten sollen. Sowohl Fluggäste der Luxusklasse profitieren davon als auch die Passagiere der Economy-Klasse. Außerdem gibt es Ideen, die gelernten Grenzen der Buchungsklassen zumindest durchlässiger zu gestalten.

Business Class – mehr Wohlfühlen statt mehr Luxus

Natürlich gibt es noch High-End-Ideen, also das Höchstmaß an Luxus. So stellt die Fluggesellschaft Emirates mit den neuen „First Class Private Suites“ in der Boeing 777 den ultimativen Komfort für die betuchte Klientel vor: die abgetrennten Abteile verströmen Privatjet-Atmosphäre. Dank hochauflösenden Echtzeit-Bildschirmen in der Wand haben auch die innen liegenden Kabinen freien Blick aus dem Fenster – weltweit einmalig.

Allerdings gibt es auf immer weniger Langstreckenflügen eine Erste Klasse. Stattdessen rückt die Business Class verstärkt in den Fokus. Der Trend zu mehr Abgeschiedenheit und Privatsphäre ist auch hier ersichtlich, so Hamburg Aviation. Energie zehrende Geschäftstreffen und Terminkalender führen dazu, dass sich Business-Passagiere auf ihrem Flug statt Luxus immer häufiger Ruhe und Entspannung wünschen.

Wie die Industrie hierauf reagiert, zeigt sich auf der Shortlist etwa bei Panasonic. Das Technologieunternehmen hat einerseits einen Schlafsessel in der Business Class mit einer Begrenzung versehen, die nicht nur den lärmschluckend wirkt, sondern dem Passagier auf Wunsch auch beruhigende Musik oder Regengeräusche vorspielt, begleitet von der entsprechenden Lichtstimmung. Mit dem Luftfiltersystem Nanoe werden dem Business-Class-Abteil andererseits penetrante Gerüche, etwa nach dem Essen, entzogen und die Raumluft gezielt verbessert.

Economy-Reisende – Ideen für mehr Komfort auf gleichem Raum

Gute Nachrichten auch für alle Passagiere der „Holzklasse“: Im Economy-Class-Segment finden sich ebenfalls eine Vielzahl Ideen in der Shortlist des Crystal Cabin Award, die das Reisen angenehmer machen sollen. Die Bandbreite reicht von ergonomisch verstellbaren Langstreckensitzen von Recaro bis hin zur Selbstbedienungstheke für Snacks und Getränke von Collins Aerospace. Der Clou der „Flex Duet“ genannten Lösung: Sie wird im Reiseflug einfach wie ein Wohnzimmerschrank aus- und vor die Flugzeugtür geklappt, ungenutzter Platz bekommt so seine Bestimmung.

Enge Räume neu gestaltet hat auch der norddeutsche Mittelständler Krüger Aviation mit dem Future Lavatory: Die neu konzipierte Toilettenkabine bietet unter anderem auf gleicher Grundfläche wie bislang eine deutlich bessere Bedienung, einen großen Wickeltisch mit Tieranimationen sowie eine zusätzliche Sitzfläche, um sich vor der Landung umzuziehen.

„1 For All“ – Klassengesellschaft ade

Zudem gibt es unter den Einsendungen Konzepte, die die Klassengesellschaft des Fliegens weiter aufheben. Die radikalste Idee stammt laut Hamburg Aviation von einem koreanischen Studenten der koreanischen Hongik Universität in Zusammenarbeit mit dem Sitzerhersteller Adient. Das Konzept heißt „1 For All“ und verschachtelt unterschiedliche Buchungsklassen so miteinander, dass die größtmögliche Raumnutzung entsteht. First und Economy Class Passagiere könnten so nebeneinander oder übereinander sitzen. Wahrhaft revolutionär.

Der Umwelt zuliebe

Wie Flugreisen gleichzeitig auch den CO2-Fußabdruck nachhaltig reduzieren und die Umwelt weniger belasten könnten, ist ebenfalls Teil der Branchenüberlegungen. Oftmals geht es dabei um simple Dinge wie die mitgenommene Menge an Trinkwasser. Selbst für kurze Hüpfer werden die Tanks heute oft bis zum Rand gefüllt, dementsprechend höher ist der Kerosinbedarf.

Das kanadische Unternehmen International Water Guard hat ein System entwickelt, wie Besatzungsmitglieder am Boden sekundenschnell den Füllstand überprüfen und in Fünf-Prozent-Intervallen auffüllen lassen können. Auch der Zulieferkonzern Safran möchte an Gewicht sparen. Der „Essential“-Schlafsitz für die Business Class verzichtet vollständig auf schwere Mechanik und nutzt stattdessen innovative Polsterformen. Das Resultat sind 25 Prozent weniger Gewicht bei fast 20 Prozent mehr Platz für den Passagier.

(Redaktion / Hamburg Aviation)


 


 

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