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  • 16.06.2017, 10:20 Uhr
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  • Berlin
MEDIATECHHUB

Startschuss für den MediaTech Hub Potsdam: Teletubbies treffen auf Wirtschaft, Wissenschaft und IT

In der vergangenen Woche informierten die Akteure des MediaTech Hub Potsdam im Rahmen des medientreffs über die geplanten weiteren Aktivitäten. Beim MediaTech Hub Potsdam werden Berlin, Wirtschaft, Wissenschaft, Start ups und Mittelständler einbezogen.

Im Vorfeld hatte das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, BMWi, Potsdam zu einem von zwölf Digital Hubs in Deutschland ernannt. Jeder Ort positioniert sich dabei mit einem anderen Branchenschwerpunkt. Beim MediaTech Hub Potsdam stehen als einzigem Hub bundesweit Medientechnologien, Digital Engineering und Virtual / Augmented Reality im Mittelpunkt. Es wird auch Zeit, denn die Entwicklungen in diesem Bereich wurden jahrelang vernachlässigt und der internationale Wettbewerb (insbesondere aus Asien) ist inzwischen übermächtig.

Ziel der Digital Hub-Initiative ist es, Deutschland als Digitalstandort und seine Position als Innovator zu stärken. Der MediaTech Hub Potsdam wird getragen von einem Konsortium aus Vertretern der Netzwerke media:net berlinbrandenburg, dem VR Verein Berlin Brandenburg, dem Ministerium für Wirtschaft und Energie, der Landeshauptstadt Potsdam und der Wirtschaftsförderung Brandenburg gemeinsam mit einer Vielzahl von Unternehmen, wissenschaftlichen Einrichtungen, Institutionen, Verbänden.

Für ausgewählte Maßnahmen, insbesondere ein gezieltes Marketing und die Koordinierung des Hubs, wird eine Förderung durch das Land Brandenburg angestrebt. Die Fördermittelhöhe ist allerdings peinlich gering, sie liegt bei 800.000 Euro für die kommenden drei Jahre. (Wo bleibt die konkrete Förderung durch große Unternehmen wie z.B. Microsoft, die sich dort so stolz präsentierten?) Da bleibt das Vorbild USA /Sillicon Valley, wo Unternehmen und große Firmen wesentlich mehr investieren in weiter Ferne.Auch das Thema Frauenförderung steht mal wieder nicht auf dem Plan. Auch das hierfür notwendige  Entrepreneurship wird in Deutschland viel zu wenig angenommen – und auch zu wenig gefördert.

Bleibt die Frage, woher die Innovation denn kommen soll? Und vor allem, was der Gegenstand der Innovation sein soll: noch mehr Spiele- und Cloud-Anwendungen (die unsere Daten sammeln und verkaufen), noch mehr Computer und Industrie-Roboter (die Arbeitsplätze abschaffen) – und wohin dann mit den Menschen, vor allem den älter werdenden? Diese Antworten bekommt man nicht vom MediaTech Hub. Deshalb wäre auch ein zusätzliches SocialTechHub dringender und wünschenswert. Ob Forschung und Wirtschaft so eng beieinander sein müssen und was das für die Freiheit der Lehre bedeutet und vor allem für Innovation jenseits der Vermarktung, ist offen.

Dass vor Jahren der  einzig innovativen und hoffnungsvollen German Film School for digital production nicht geholfen wurde, erinnern sich  nur die wenige, hinterlässt aber erhebliche Zweifel für die Umsetzung auch in der jetzigen Konstellation. Und wer das  „Paktikantenfernsehen“ Potsdam TV oder auch das Berliner Regional-Fernsehen (tvberlin und rbb) mit seinem Teletubbie on Acid Manier und den spießgigen Moderatoren sieht, weiß, dass mit der Innovation und den neuen Medien, generell auch mit dem modernen Medium wie CGI, 3D und Virtual Reality noch viel Luft in Potsdam und der Hauptstadt nach oben ist und viel Basis-Arbeit beim MediaTechHub.

Technik ersetzt jedenfalls weder Hirn noch Inhalte, noch schafft es Arbeitsplätze: im Medienbereich sind laut Aussage des JobCenters Spandau die Topgehälter bei 3000 Euro brutto – trotz Ausbildung / Qualifizierung oder wegen der schlechten Ausbildung? Fachkräfte wandern schon seit Jahren ab. Zu Recht ! Feste und gute Arbeitsplätze sind rar – sowohl in Potsdam wie auch in der Hauptstadt. Dafür sind Eigen-PR und Visionen umso stärker. Jedenfalls ist das digitale Leben, Forschen und Wirken sowohl in Potsdam wie auch in der Hauptstadt noch in den Kinderschuhen bleibt zu hoffen, dass die sie nicht allzu schnell erwachsen werden müssen. Und bei alldem nicht das reale und soziale Leben verschwindet.

Bei der Pressekonferenz sprachen: Minister Albrecht Gerber (Minister für Wirtschaft und Energie – Land Brandenburg), Jann Jakobs (Oberbürgermeister Landeshauptstadt Potsdam), Prof. Dr. Christoph Meinel (Direktor und Geschäftsführer des Hasso-Plattner-Institut Potsdam), Dr. Carl L. Woebcken (Vorstandsvorsitzender Filmstudios Babelsberg AG ), Thomas Heigl (Industry Lead Media Germany, Microsoft), Andrea Peters (Vorstandsvorsitzende media:net berlinbrandenburg e.V.)

Die nächsten Schritte: Die Akteure des MediaTech Hub initiieren und entwickeln eigenständig gemeinsame Leuchtturm-Projekte. Sie zeigen, wie stark der Innovationsschub sein kann, wenn unterschiedliche Branchen gemeinsam und industrieübergreifend an Lösungen arbeiten. Diese Projekte werden bei zukünftigen Veranstaltungen vorgestellt und über die Kanäle der Partner kommuniziert. Damit wird sich der MediaTech Hub Potsdam als einzigartige Anlaufstelle für diejenigen etablieren, die sich für die Zukunft von Medientechnologien, die Möglichkeiten von Virtual Reality und Augmented Reality in Entertainment und Digital Engineering interessieren. Einen besonderen Fokus wird das MediaTech Hub Potsdam dabei auch auf die Kooperation mit der Industrie legen. Das BMWi sorgt zudem mit einer eigens für die Digital Hubs geschaffenen Vermarktungsstruktur für die internationale Aufmerksamkeit und Stahlkraft.

Eine Initiative aus 30 Unternehmen, Einrichtungen und Verbänden hatte das MediaTech Hub Potsdam aus der Taufe gehoben:Cluster IKT, Medien und Kreativwirtschaft Berlin-Brandenburg; CPU 24/7; Fachhochschule Potsdam; Filmpark Babelsberg; Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf; Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik/Heinrich-Hertz-Institut; GEOkomm; Hasso-Plattner-Institut; Industrie- und Handelskammer Potsdam; Interlake Media und Interlake System; Landeshauptstadt Potsdam; media:net berlinbrandenburg; medienboard Berlin-Brandenburg; Medieninnovationszentrum Babelsberg; Metropolis VR; Ministerium für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg; Mittelstand 4.0-Agentur Kommunikation; morro images; Pearls – Potsdam Research Network; proWissen Potsdam; QiO Technologies; Rotor Film; Rundfunk Berlin-Brandenburg; Silicon Sanssouci; Studio Babelsberg; Technologie- und Gründerzentren Potsdam; transfermedia production services; UFA; Universität Potsdam; Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB); Virtual Reality e.V. Berlin Brandenburg; Wirtschaftsförderung Brandenburg (WFBB); Wonderlamp Industries

Über den MediaTech Hub Potsdam: Der MediaTech Hub Potsdam ist eine Initiative von Unternehmen, Startups und Institutionen aus den Bereichen Medientechnologie, VR, Digital Engineering, Film, Wissenschaft und Forschung in Potsdam. Ziel ist, die Tradition des Standorts als Schnittstelle zwischen Narration und technischer Innovation als Schlüssel für die digitale Transformation fortzuführen. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit und Vernetzung am Standort wird vorangetrieben und mit dieser innovationsgetriebenen Dynamik digitale Vorzeigeprojekte der Branche entwickelt. Der MediaTech Hub Potsdam wurde im April 2017 vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, BMWi, als einer von zwölf deutschlandweiten Digital Hubs ausgewählt.Weitere Informationen des BMWi: http://www.de.digital/DIGITAL/Redaktion/DE/Dossier/digital-hub-initiative.html

(Redaktion)


 

 

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