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Kausa-Medienpreis 2018 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung vergeben: Migranten an die Macht

Am 27.02 fand die Verleihung des Kausa-Medienpreises statt. Das offizielle Motto des Abends lautete: „Macht sie sichtbar! Migrantinnen und Migranten auf Wegen in die berufliche Bildung“.

Das inoffizielle Motto, des Abends lautete: "Machen". Verliehen wird der Preis an Journalistinnen und Journalisten vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Kornelia Haugg, Abteilungsleiterin des BMBF, erklärt: „Es geht um die Geschichten von Menschen, die in unser Land gekommen sind um Teil dieser Gesellschaft zu werden: Die die Bedeutung von Bildung und Ausbildung für sich, für ihre Kinder, für ihre Familien erkannt haben. Es geht um ihre Mühen, ihre Irrtümer, ihre Erfolge.“

Aus 88 eingereichten Bewerbungen hat eine Fachjury aus Journalisten und Medienexperten neun Beiträge nominiert und vier davon ausgezeichnet. Kausa, die Koordinierungsstelle Ausbildung und Migration, gehört zum BMBF Ausbildungsstrukturprogramm jobstarter. Ziel des Kausa-Medienpreises ist es eine ausgewogene Berichterstattung über Bildungswege von Migrantinnen und Migranten in den Medien voranzutreiben. Jurymitglied und Journalistin, Joanna Stolarek, betont: „Man muss die Migranten sichtbar machen. Es haben mittlerweile 23% der deutschen Bevölkerung eine Einwanderungsgeschichte, medial bzw. personell sind etwa 2% Prozent vertreten. Also 2% der Redakteure/-innen in den deutschen Medien haben eine Migrationsgeschichte, das ist verdammt wenig.“

Der Großteil der eingereichten Beiträge für den Kausa-Medienpreis beschäftigt sich mit den Themen Migranten als zukünftige Arbeitskräfte in Deutschland und die Integration von Geflüchteten ins Berufsleben. Denn obwohl der Wille und die Anfrage nach Arbeitskräften vorhanden sei, würde die Einarbeitung von Flüchtlingen in den Betrieb mit Herausforderung verbunden, wie die journalistischen Beiträge der Nominierten verdeutlichen. Die erfolgreiche Integration in das Unternehmen bedeute Zeit und Geld, denn die großen Barrieren für die Migranten seien zum einen das unzureichende Bildungsniveau und zum anderen fehlende Kenntnisse der deutschen Sprache. Viele der bei der Veranstaltung anwesenden Protagonisten der Beiträge erzählen dabei von ähnlichen Schwierigkeiten die Sprache zu verstehen und anzuwenden. Jaafar Abdul Karim, Mitglied der Jury, richtet einen klaren Apel an sie als auch an Skeptiker in den Unternehmen: „Nie aufgebeben. Nie, nie warten dass jemand sagt: Du bist integriert. Auch wenn man mit Sprachproblemen zu kämpfen hat. Gut, dann hast du mal den Akkusativ mit dem Dativ verwechselt. Dafür bringst du viele andere Eigenschaften mit.“ Ein Migrant könne zum Beispiel in und über Ecken und Locations berichten, die vielleicht ein Biodeutscher nicht erreichen könne, weil er den Bezug zu der Community habe. „Nicht sich in eine Opferrolle positionieren. Machen“, so Karim.

Eins steht fest: Die Motivation zu „machen“ ist da. Stolz stehen die Migrantinnen und Migranten, die ihre eigene Geschichte erzählen durften, neben ihren Autoren auf der Bühne. Neda Mohammadian, Protagonistin des ausgezeichneten Textes „Kraft ihres Amtes“, bringt es auf den Punkt: „Meine Ausbildung macht süchtig, so wie Shisha. Das ist richtig cool." 

Die Gewinner des Kausa Medienpreises

Kategorie Einzelbeiträge:

Text: Marie Rövekamp (Tagesspiegel), Artikel: „Kraft ihres Amtes“

Video: Julia Cruschwitz und Carina Huppertz (MDR), Video: „Kaum Jobs für Flüchtlinge“ 

Audio: Julia Smilga (Bayerischer Rundfunk), Feature: „Vom Arzt zum Wachmann- Ein syrischer Flüchtling in Bayern“

Kategorie Projekte:

Eva Thöne und Maria Feck (Spiegel Online), Beitrag: „Ruaas Weg“

Nadine Krägeloh

(Redaktion)


 

 

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