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Medienecho

Schlichtung bei der Deutschen Bahn: Es geht doch¶

Erleichterung bei den Bahnkunden, das Medienecho durchweg positiv: ganz Deutschland und insbesondere die Hauptstadt atmet auf. Vom "neuen Deutschland", rbb Abendschau bis BZ aus Berlin zeigt sich Erleichterung, dass der Streik vor den Pfingstfeiertagen beendet wurde.

Groß ist die Erleichterung der Bahnkunden über das Ende des Lokführer-Streiks, der der längste in der Geschichte der Deutschen Bahn werden sollte. Groß auch ihre Hoffnung, dass Vorstand und Gewerkschaft nun im Schlichtungsverfahren eine endgültige Einigung erzielen, die weitere Arbeitsniederlegungen im Sommer überflüssig macht. Leider erscheint es geboten, diese Hoffnung zu dämpfen.Insbesondere die Hauptstatdt ist erlechtert, da der Karneval der Kulturen und jede Menge Touristen "vor der Tür stehen".

Das Neue Deutschland schreibt: "Es ist vollbracht, der Knoten ist durchschlagen. Unter Vermittlung eines hochrangigen Arbeitsrechtlers ist es den mittlerweile kaum noch kommunikablen Streithähnen Deutsche Bahn und Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer gelungen, eine Schlichtungsvereinbarung zu unterschreiben. Damit sind weitere Streiks der GDL vorläufig vom Tisch. Bahnfahrende atmen auf, aber auch der Gewerkschaft und ihrem Vorsitzenden Claus Weselsky dürfte ein großer Stein vom Herzen gefallen sein. Nach dem Sechs-Tage-Streik vor zwei Wochen und dem jüngsten Ausstand, der kein Ende hatte aber offiziell nicht unbefristet war, hatte die Gewerkschaft ihr Arsenal ausgeschöpft. Hätte die Bahn diesen Arbeitskampf wieder ausgesessen, wäre es vermutlich eng geworden. Eine veröffentlichte Meinung, die gegen den Bahnerstreik wettert, unzufriedene Fahrgäste, die mediale Zuspitzung auf den Vorsitzenden Weselsky, ein Verhandlungsgegner, der aussitzt, und aussitzt, und aussitzt... Auf die Frage, ob man die Vereinbarung der Schlichtung nicht früher hätte erreichen können, sagte der GDL-Chef am Montag sinngemäß, das möge man doch bitte die Bahn fragen. Die GDL hat hart gestritten und letztlich ihr Ziel erreicht. Das zeigt, dass Streiks zwar nerven können bis Meppen, letztlich aber doch zu etwas führen. In diesem Fall endlich zu einem Zugeständnis, auf dessen Grundlage man wieder verhandelt. Möge es in der Schlichtung konstruktiv zugehen".(Quelle: news aktuelll / neues deutschland). Weitere aktuelle Schlagezeilen:

Frankfurter Neue Presse: "Zu befürchten ist, dass der Lokführer-Streik nur vertagt worden ist. Denn wie die gestrigen Ausführungen des knarzigen Bahn-Vorstands Weber und des beredten Gewerkschaftsführers Weselsky zeigen, hat bei beiden kein Sinneswandel stattgefunden, bleibt der Grundkonflikt in den Verhandlungen bestehen: Die GdL besteht weiterhin darauf, nicht nur für ihre Lokführer, sondern auch für das restliche Zugpersonal eigenständige Tarifverträge abzuschließen - und zwar völlig unabhängig von denen, die die große Konkurrenzgewerkschaft EVG aushandelt. Die Bahn lehnt jedoch weiterhin kategorisch unterschiedliche Tarifverträge für dieselbe Berufsgruppe ab - genauso wie die als bräsig-brave verschriene EVG, die nun auch für ihre Lokführer verhandeln willl. Der gordische Tarif-Knoten aus Tarif-Pluralität einerseits und Tarifeinheit andererseits bleibt also bestehen. Und weil dieser dicke Knoten - da hat Weselsky Recht - nicht Gegenstand einer Schlichtung sein kann, wird er nun ausgespart. Stattdessen verlegen beide Tarifparteien nun ihre Bemühungen darauf, über den Abbau von Überstunden, Wochenarbeitszeit, Schichtfolgen und Gehaltserhöhungen zu verhandeln - also Themen traditioneller Tarif-Auseinandersetzungen, die relativ leicht abzuarbeiten sind. Die Hilfe externer Schlichter ist hier eigentlich "nur" von Nöten, um zwei Parteien, die sich völlig entfremdet haben, überhaupt wieder an einen Tisch zu bringen."

rbb online tickert soeben: "Bahnstreik beendet - GDL sieht sich als Gewinner - Schlichter Ramelow poltert"

Der von der Lokführergewerkschaft GDL berufene Schlichter Bodo Ramelow (Linke) hat heftige Kritik an der Deutschen Bahn und ihrem Hauptgesellschafter geäußert. Der thüringische Ministerpräsident sagte im rbb, die Verhandlungen könnten jetzt endlich in echte Tarifverhandlungen übergehen, "und nicht mehr in den Abwehrkampf, den die altehrwürdige GDL führen musste, um in Zukunft überhaupt noch Tarifverhandlungen führen zu können."Unterzeile:Keine weiteren Streiks bis 17. Juni:"Die Lokführergewerkschaft GDL und die Bahn hatten sich zuvor darauf verständigt, den Ausstand noch im Laufe des Donnerstags zu beenden. Beide Seiten einigten sich in der Nacht auf ein Schlichtungsverfahren für den festgefahrenen Tarifkonflikt. An der Rückkehr zum Normalfahrplan wird laut Bahn bereits seit 7 Uhr mit "Hochdruck" gearbeitet, laut GDL ist der Streik aber erst am Abend um 19 Uhr tatsächlich beendet". Die Schlichtung soll am kommenden Mittwoch beginnen und ist für eine Dauer von drei Wochen angesetzt. Während dieser Zeit bis zum 17. Juni soll es keine weiteren Streiks geben. So lange gilt die so genannte Friedenspflicht.


Die BZ berichtet: Es ist noch nicht absehbar, wann sich bei der Berliner Bahnen der Verkehr normalisieren wird.

"Die Bahn arbeitet nun mit Hochdruck daran, zum normalen Fahrplan zurückzukehren, hieß es. Die notwendigen Maßnahmen sind um 7.00 Uhr angelaufen. Bis zum Mittag will die Bahn darüber informieren, wann eine Wiederaufnahme des Regelverkehrs möglich sein wird. Nach Angaben der Gewerkschaft wird der Streik um 19 Uhr beendet. Es ist noch nicht absehbar, wann sich bei der Berliner S-Bahn, den Regionalbahnen in Brandenburg sowie den Fernbahnen der Verkehr am Donnerstag normalisieren wird. Nähere Informationen wird es am Mittag geben. Ob bis dahin schon weitere Züge eingesetzt werden könnten, sei noch nicht absehbar."

Es ist noch nicht absehbar, wann sich bei der Berliner S-Bahn, den Regionalbahnen in Brandenburg sowie den Fernbahnen der Verkehr am Donnerstag normalisieren wird. Bei der Berliner S-Bahn wurden am Donnerstagmorgen etwa 35 Prozent des normalen Fahrplans abgedeckt. Auf den meisten S-Bahn-Strecken wurde ein 20-Minuten-Takt angeboten. Auf den Ringbahnlinien S41/42 und den Linien S45, S47, S75, S85 herrschte wie bei vergangenen Streiks Stillstand. Die S9 wurde verlängert und fährt bis nach Pankow.

(Redaktion)


 


 

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