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Naturschutz

BUND macht mit Installationen auf Baumschwund aufmerksam

Ein Kunstprojekt im Monbijoupark in Berlin bringt Kastanien zum Klingen. Der BUND will Spaziergänger mit Klang- und Farbkompositionen auf den Baumschwund aufmerksam machen.

Weiße Gipfel ragen hinter grasbewachsenen Hügeln empor. Dumpfe Klänge kündigen das Kunst-Natur-Spektakel im Monbijoupark in Berlin-Mitte schon von Weitem an. Auf den ersten Blick ähnelt das Projekt "Tree Concert" des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) einem Zeltlager. Passant Dietmar Bratfisch erinnert die Installation hingegen "eher an abgestellte Teile auf einer Baustelle". Das Ziel des BUND ist es, mit dem Projekt auf den Baumschwund in der Stadt aufmerksam machen und zu Spenden für den Baumschutz aufzurufen.

"Obwohl Berlin mit seinem Straßengrün wirbt, werden jedes Jahr etwa 2.000 Straßenbäume gefällt. Wir wollen nicht immer mit der Keule draufhauen, sondern mit schönen Projekten die Probleme aufzeigen", sagt BUND-Fachreferent für Baumschutz Christian Hönig. Realisiert wurde das Projekt zusammen mit verschiedenen Künstlern. Die größte Herausforderung war dabei die Natur selbst: "Wir wussten nicht, wann die ersten Kastanien fallen. Als es am Wochenende so weit war, musste alles ganz schnell gehen", erläutert er.

Baum bedankt sich bei Spendern

"Insgesamt haben wir hier 16 Module aufgestellt. Jedes Modul besteht aus einem Stahlgerüst, über das wir eine weiße Stoffmembran aus Badeanzugstoff gespannt haben", erklärt Philipp Tögel. Der 29-jährige Sounddesigner hat das Projekt mit aufgebaut. Zusammen mit Lichtdesignerin Sandra Glaser macht er einen Kontrollrundgang im Monbijoupark. "Ein Test nach dem ersten Wolkenbruch. Aber die Technik ist trocken geblieben", sagt er zufrieden.

Jedes Modul sei mit einem Sensor versehen. Falle eine Kastanie auf die Membran, werde ein Signal auf einen Rechner gesendet. Ein Computerprogramm erzeuge dann die verschiedenen Töne. "Genauso funktioniert es mit dem Licht. Für die Installation habe ich sechs verschiedene Grüntöne ausgewählt", sagt Glaser. Besucher haben auch die Möglichkeit, gleich vor Ort zu spenden: "Man kann eine SMS an eine Nummer senden und dann bedankt sich der Baum gleich selbst. Über einen Beamer wird der Name des Spenders auf die Module projiziert", sagt Tögel.

Meditatives Klangkonzert sorgt für Entspannung

Passant Bratfisch hat sich die Installation auf dem Weg zur Museumsinsel angesehen. "Wenn es nachts nicht so kühl wäre, dann wäre ich abends gekommen. Da sind die Farben bestimmt intensiver. Aber die Idee ist ja auch so schon richtig witzig", meint er und wirft eine Rosskastanie in hohem Bogen auf eine der Stoffbahnen. Der dunkelbraune Ball landet auf dem weißen Stoff - ein heller Klang schmeichelt den Ohren der Spaziergänger und ein zarter Grünton flackert auf.

"Die Ausstellung ist einfach außergewöhnlich. Der Ort ist perfekt, um sich auszuruhen und den meditativen Klängen zu lauschen", sagt Jutta Hillbrand und steuert auf eine Parkbank zu. Im nächsten Moment schallt unter der Kastanie eine Klangkomposition hervor und mischt sich mit Kinderlachen.

Erzieherin Heike Esser ist mit einer Gruppe Kindergartenkinder vorbei gekommen. "Die Kinder mussten einen Kastanienbaum suchen, den man hören kann", sagt sie lächelnd. Das Ziel haben die Kleinen gleich gefunden - jetzt plumpsen jede Menge brauner Früchte auf den weißen Stoff und sorgen für ein Klang- und Farbspektakel.

(dapd/ Larissa Rohr)


 


 

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