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Neue Regelungen zum Jahresbeginn

Das ändert sich 2019 – Teil 1

Auch in diesem neuen Jahr treten Gesetzesanpassungen, neue Regelungen und Vorschriften für Bürger und Unternehmen in Kraft. Unsere Redaktion hat wichtige Veränderungen in den nächsten Monaten – bundesweit und für Hamburg – zusammengestellt.

Beiträge zu gesetzlichen Krankenkassen sinken

Ab Januar 2019 müssen Arbeitgeber die Hälfte der Zusatzbeiträge übernehmen, die die Arbeitnehmer zuvor allein getragen haben. Bisher haben die Arbeitgeber nur die Hälfte des regulären Beitrags gezahlt. Mehrere der gesetzlichen Krankenkassen senken den Zusatzbeitrag obendrein.

Selbstständige, die zu den Geringverdienern gehören, profitieren deutlich: Die Bemessungsgrundlage für den monatlichen Mindestbeitrag wird auf 1.083,33 Euro halbiert. Wer unterhalb dieser Grenze pro Monat verdient, muss ab 2019 in der Regel nur noch einen Beitrag von unter 200 Euro pro Monat zahlen. Bezieher von Krankengeld oder Mutterschaftsgeld zahlen in dieser Zeit keine Beiträge mehr.

Krankenkassenbeitrag: Neuregelung für Tagespflegepersonen

Zurzeit gelten Tagesmütter und -väter, die gleichzeitig bis zu fünf Kinder betreuen, nicht als hauptberuflich selbstständig. Sofern nicht ohnehin Anspruch auf kostenfreie Familienversicherung besteht, ist bislang nur eine Mitgliedschaft ohne Anspruch auf Krankengeld möglich. Ab dem 1. Januar 2019 entfällt diese Sonderregelung für Tagespflegepersonen. Übersteigen ihre Einnahmen die Einkommensgrenze für die kostenfreie Familienversicherung, wird wie bei allen selbstständigen Mitgliedern geprüft, ob die Tätigkeit hauptberuflich ausgeübt wird. Das hängt vom erzielten Gewinn und vom Zeitaufwand ab.

Arbeitslosenversicherung: Beitrag sinkt

Der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung sinkt von 3,0 Prozent auf 2,5 Prozent des Bruttoeinkommens. Wie bisher tragen Arbeitnehmer und Arbeitgeber davon jeweils die Hälfte, also nun je 1,25 Prozent, und zwar bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 6.700 Euro Monatseinkommen im Westen bzw. 6150 Euro im Osten.

Höherer Mindestlohn

Zum 1. Januar 2019 steigt der flächendeckende gesetzliche Mindestlohn von 8,84 Euro auf 9,19 Euro pro Stunde. In einem zweiten Schritt wird er dann 2020 auf 9,35 Euro pro Stunde angehoben. Auch zahlreiche darüber hinausgehende branchenspezifische Mindestlöhne steigen 2019, zum Beispiel für Pflegekräfte, Gebäudereiniger und Leiharbeiter.

Anpassung von Hartz IV

Der Regelsatz für Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld II steigt leicht an. So erhält ein Alleinstehender ab 1. Januar 424 Euro im Monat, was einem Plus von acht Euro entspricht. Paare bekommen sieben Euro mehr und damit 382 Euro monatlich. Die Regelsätze werden jedes Jahr auf Grundlage der Entwicklung von Löhnen und Preisen automatisch angepasst.

Höheres Kindergeld

Ab 1. Juli 2019 erhalten Eltern für jedes Kind zehn Euro mehr Kindergeld im Monat. Für das erste und zweite Kind gibt es dann jeweils 204 Euro, für das dritte Kind 210 Euro. Der Kinderfreibetrag, den Eltern ab einem bestimmten Einkommen anstelle des Kindergeldes erhalten, steigt schon ab Januar von 4.788 Euro auf 4.980 Euro.

Mehr Zeit für die Steuererklärung

Arbeitnehmer haben künftig zwei Monate mehr Zeit für ihre Steuererklärung. Neuer Stichtag für die Vorlage beim Finanzamt ist der 31. Juli – bisher war er am 31. Mai. Wer einen Steuerberater oder einen Lohnsteuerhilfeverein in Anspruch nimmt, muss die Unterlagen sogar erst bis zum 29. Februar 2020 beim Finanzamt eingereicht haben.

G1-Gesundheitskarten werden ungültig

Ab 1. Januar 2019 gelten nur noch Gesundheitskarten mit dem Aufdruck „G2“ oder „G2.1“. Diese Karten der „zweiten Generation“ haben die notwendigen Zertifikate und derzeit höchsten Sicherheitsstandards. Wer noch eine „G1“-Karte besitzt, sollte umgehend eine neue Gesundheitskarte bei seiner Krankenkasse bestellen, damit es beim nächsten Besuch in der Arztpraxis keine Probleme gibt.

Diesel-Fahrverbote

Im neuen Jahr treten weitere Diesel-Fahrverbote in Kraft. Bekannt ist laut der Verbraucherzentrale NRW e.V. bereits: In Stuttgart (1. Januar 2019), Bonn (1. April 2019), Köln (1. April 2019), Essen (1. Juli 2019), Gelsenkirchen (1. Juli 2019), Mainz (1. September 2019) und Berlin (spätestens Juni 2019) werden Diesel-Fahrzeuge teilweise aus der Stadt ausgesperrt.

Neue Getränkepfandregeln

Zum 1. Januar tritt ein neues Verpackungsgesetz in Kraft, das Recycling sowie die Vermeidung von Verpackungsabfällen in Deutschland fördern soll. Für die Verbraucher bedeutet das, dass sie im neuen Jahr im Supermarkt oder am Kiosk für noch mehr Getränke Pfand bezahlen müssen. An Regalen in Supermärkten und Getränkeläden muss nun gut sichtbar gekennzeichnet werden, ob der Kunde Einweg- oder Mehrwegflaschen vor sich hat. Zudem fällt künftig Pfand auch auf Fruchtschorlen, Milchmischgetränke und einige Energydrinks an. Säfte und Wein bleiben nach Informationen der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen weiterhin pfandfrei.

Erste Energieausweise laufen ab

Nach zehn Jahren verliert jeder Energieausweis seine Gültigkeit. Alle Ausweise mit Ausstellungsjahr 2008 laufen also zum 1. Januar 2019 aus. Eigentümer brauchen einen gültigen Ausweis, wenn sie ihr Haus oder eine Wohnung neu vermieten oder verkaufen. Andernfalls kann ein Bußgeld fällig werden.

Neue Euro-Scheine

Ab dem 28. Mai 2019 gibt die Europäische Zentralbank neue 100- und 200-Euro-Scheine heraus. Die neuen Banknoten enthalten neue Sicherheitsmerkmale, die eine Fälschung erschweren sollen. Praktischer Vorteil für Verbraucher: Die neuen Hunderter und Zweihunderter sind kleiner und passen besser ins Portemonnaie. Die alten 100er- und 200er-Scheine behalten ihre Gültigkeit. Sie werden nach und nach von den Notenbanken der Länder ausgetauscht. Fünfer, Zehner, Zwanziger und Fünfziger haben schon den Relaunch für mehr Sicherheit vor Fälschungen durchlaufen und sind bereits in den überarbeiteten Versionen in Umlauf. Der 500-Euro-Schein wird nicht mehr neu aufgelegt.

Telefonate ins EU-Ausland sollen billiger werden

Während die Roaminggebühren fürs Telefonieren, SMS schreiben und das mobile Surfen im EU-Ausland bereits seit dem 15. Juni 2017 abgeschafft sind, werden für Gespräche aus den Heimatnetzen ins Ausland weiterhin satte Aufschläge verlangt. Das soll sich ändern: Voraussichtlich ab 15. Mai 2019 führt die Europäische Union Preisobergrenzen ein. Telefongespräche in einen anderen EU-Staat dürfen dann maximal 19 Cent pro Gesprächsminute kosten, eine SMS höchstens 6 Cent.

Onlinebanking: iTan-Liste vor dem Aus

Papier-TAN-Listen gehören bald der Vergangenheit an. Wer für seine Online-Überweisungen noch auf Papier verschickte TAN-Listen nutzt, muss bis Herbst 2019 auf ein anderes Onlinebanking-Verfahren umsteigen. Die Umstellung auf Sicherheitsverfahren via Computer oder Smartphone – etwa TAN-Generator, Foto-TAN, mobile-TAN – sollen das Risiko eines Missbrauchs beim Onlinebanking minimieren.

Lesen Sie morgen: Das ändert sich 2019 – Teil 2

(Redaktion)


 


 

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