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Metro stellt sich neu auf

Neustrukturierung soll Metro 1,5 Milliarden Euro bringen

Der Düsseldorfer Handelskonzern Metro stellt sich neu auf. Ein bis 2012 laufendes 'Effizienz- und Wertsteigerungsprogramm' soll laut Metro-Chef Eckhard Cordes das profitable Wachstum des Unternehmens langfristig sichern. Das Programm mit dem Namen 'Shape 2012' soll laut einer Mitteilung vom Dienstag zu Ergebnisverbesserungen von bis zu 1,5 Milliarden Euro führen und 15 000 Arbeitsplätze betreffen. Entlassungen sind jedoch nicht geplant, betonte der DAX-Konzern.

Cordes zufolge werden die Strukturen des Konzerns, zudem neben den Metro Cash&Carry-Märkten auch Real, Media Markt, Saturn und Galeria Kaufhof gehören, vereinfacht, «um ein Höchstmaß an Wachstumsdynamik und Kundenorientierung zu erreichen». Zugleich würden die Kosten deutlich reduziert. «Angesichts der aktuellen Wirtschaftslage machen wir das Unternehmen damit auch wetterfest», sagte Cordes.

An der Börse wurde das Programm positiv bewertet. Die Aktie legte deutlich zu. Am Nachmittag führte sie mit einem Plus von 6,8 Prozent auf 26,04 Euro die Gewinner in dem Leitindex an.

Von den avisierten 1,5 Milliarden Euro entfalle etwa die Hälfte auf Kosteneinsparungen, sagte Cordes weiter. Die andere Hälfte solle durch Produktivitätsverbesserungen und andere ergebnissteigernde Maßnahmen erreicht werden. Die daraus resultierende Ergebnisverbesserung hänge allerdings von der Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den Absatzmärkten ab, hieß es weiter.

Im Einzelnen werden mit dem Programm den Angaben zufolge Entscheidungskompetenzen für das operative Geschäft stärker dezentralisiert. Unter anderem sollen künftig alle Geschäftssparten die gesamte Wertschöpfungskette vom Lieferanten bis zum Kunden selbst steuern. Bislang konzernübergreifende Funktionen wie Einkauf oder Logistik würden in die Verantwortung der Vertriebslinien überführt, erklärte Metro. Die Bereiche Finanzen, Controlling und Compliance sollen zentralisiert und unmittelbar von der Düsseldorfer Zentrale geführt werden.

Die geplanten personellen Anpassungen sollen in den nächsten drei Jahren weitgehend über natürliche Fluktuationen realisiert werden, wie der Konzern ergänzend mitteilte. Die Zahl der Beschäftigten der Metro-Gruppe - zurzeit weltweit 300 000 - steige jährlich in einer Größenordnung um bis zu 10 000. «Wir gegen davon aus, dass wir auch in den nächsten Jahren im Saldo weiter Personal aufbauen werden», erklärte der Konzern.

Künftig wolle man sich auch noch stärker auf Kostenmanagement und Effizienzsteigerungen konzentrieren. Geschäftssparten, die die Renditeanforderungen nicht erreichten, würden «konsequent restrukturiert oder abgegeben», kündigte der Konzern an. Einzelheiten nannte er nicht.

Durch die Maßnahmen werde das Unternehmen «in entscheidenden Teilen vom Kopf auf die Füße gestellt», sagte Cordes. Metro müsse gerade vor dem Hintergrund des zunehmend schwierigen Marktumfeldes die Schwachstellen konsequenter angehen. Der im vergangenen Jahr bei Real in Deutschland begonnene Sanierungsprozess, der erste Erfolge zeige, sei dafür ein gutes Vorbild. (Von Michael Wojtek)

(Redaktion)


 


 

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