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Axel Springer AG in der Krise?

Neues Online-Bezahlmodell von "Die Welt" startet heute. Bei Bild.de ist die Einführung eines Zahlmodells für Mitte 2013 geplant. Auch nach Einschätzung des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) seien Online-Bezahlsysteme auf dem Vormarsch. Grund sei die "Gratismentalität" des Internets.

Der Axel Springer Verlag plant im großen Stile seine Online-Inhalte mit neuen Bezahlmodellen aufzurüsten. Diesen Mittwoch startet "Die Welt", die "BILD" soll 2013 folgen. Nach dem Vorbild der "New York Times" wird es zunächst einige Artikel kostenlos geben, weitere Inhalte müssen dann mit einer Gebühr, beziehungsweise mit einem Online-Abovertrag freigeschaltet werden.

Viele Printmedien geben an, in einer finanziellen Krise zu stecken und suchen nach neuen Bezahlmodellen. Die Frankfurter Rundschau hat Insolvenz angemeldet, die Financial Times ist pleite und auch der Spiegel will Personal abbauen. Zudem hat der Berliner Verlag (Berliner Zeitung, Berliner Kurier) einen Abbau von bis zu 86 Stellen angekündigt. Die Printmedien machen vor allem die "Gratiskultur" des Internets dafür verantwortlich. Infolge des Rückgangs an Lesern, Abonnementen und der damit verbundenen Reichweite, sind auch die Anzeigenpreise und damit die Werbeeinnahmen der großen Verlage zurückgegangen.

Grundsätzlich ist es fraglich, ob die "Gratiskultur" des Internets und nicht die mangelnde Qualität vieler Tageszeitungen für die finanziellen Verluste verantwortlich gemacht werden kann. Wenn sich fast alle großen Tageszeitungen von Nachrichten- und PR-Agenturen, von "google news" sowie von Unternehmen mit Meldungen beliefern lassen, und kaum noch eigene Artikel produzieren, dann dürften Leser wenig Interesse daran haben, für Inhalte zu bezahlen, die überall zu lesen sind. Für "unique content", Reportagen, Berichte, exklusive Interviews und Fachbeiträge sind Leser durchaus bereit, auch Geld zu investieren.

Der Axel Springer Konzern hat im Jahr 2011 einen Umsatz von 3,2 Milliarden Euro erwirtschaftet und beschäftigt knapp 14.000 Mitarbeiter. "Die Welt" hat eine verkaufte Auflage von rund 250.000 Exemplaren und eine Reichweite von ungefähr 0,7 Millionen Lesern. Bild.de hatte im Oktober 240 Millionen Besucher und rund 2,1 Milliarden gelesene Seiten und ist die meistgelesene Online-Zeitung in Deutschland (Quelle: IVW Online Nutzungsdaten). Eine Krise sieht anders aus.

(MV)


 


 

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