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Pause

Die Pause als Kurzurlaub vom Alltag nutzen

Wie wichtig Pausen gerade im Alltag sind, weiß jeder, doch halten sich nur wenige daran. NIVEA sprach mit einem Wiener Experten für Neurologie wie Stress und Entspannung wirken können.

Prof. Dr. Wolfgang Lalouschek, Facharzt für Neurologie, Coach und Autor des Buches „Raus aus der Stressfalle“, Wien, ist anerkannter Fachmann wenn es um das Thema „Stress und Entspannung“ geht. Das Team vom NIVEA Haus hat mit ihm über die Wichtigkeit von Pausen gesprochen.

Wie reagiert der Körper auf zu starke Belastung?
Prof. Dr. Lalouschek: „Bei übermäßigem Stress reagiert der Körper in einem Wechselspiel zwischen Nerven- und Hormonsystem. Bei akutem Stress wird Adrenalin ausgeschüttet, welches den Blutdruck erhöht und den Herzschlag beschleunigt. Man schwitzt, wird rot im Gesicht, der Atem geht schneller, die Muskeln spannen sich an. Andererseits wird die Verdauungstätigkeit gehemmt.
Diese Wirkungen gehen auch rasch wieder vorüber. Bei chronischem
Stress wird Cortisol ausgeschüttet, dessen gesundheitsschädliche
Wirkungen auf die Organsysteme unseres Körpers und auf die Psyche wesentlich länger anhalten und daher gefährlicher sind. Neben Bluthochdruck, Magen-Darm-Problemen und Störungen des Immunsystems sind auch Depressionen, Angstzustände und Burnout mögliche Folgen.“
Sollte man Stress dann nicht generell vermeiden?
Prof. Dr. Lalouschek: „Nicht jeder Stress ist schädlich. Bis zu einem gewissen Punkt bedeutet Stress auch positive Herausforderung und stärkt unsere Leistungs- und Widerstandsfähigkeit. Erst übermäßige Belastung wird gefährlich. Wir können und sollen Stress gar nicht immer vermeiden, er gehört zum Leben dazu. Dennoch ist es wichtig, immer wieder Abstand zu suchen, Zeit für Pausen, zum Nachdenken und andere Lebensbereiche zu lassen. Auf diese Weise kann das viel zitierte "Hamsterrad“ gar nicht erst zu laufen beginnen.“
Wie geht man mit hoher Belastung um?
Prof. Dr. Lalouschek: „Schädlicher als hohe Anforderungen ist oft das Gefühl, eine Situation nicht mehr selbst beeinflussen zu können und daher aushalten zu müssen. Ganz wichtig im Umgang mit Stress ist daher die Wiederherstellung der eigenen Handlungsfähigkeit. Viel zu viele Menschen scheuen sich, Hilfe zu suchen und anzunehmen. Ergeben Sie sich nicht dem Stress, sondern arbeiten Sie aktiv an der Änderung und Gestaltung der Situation und suchen Sie sich nötigenfalls Unterstützung dabei!“
Mit welchen Mitteln kann man im Beruf Stressfallen vermeiden?
Prof. Dr. Lalouschek: „Pausen sind der Kurzurlaub des Tages - Körper und Geist halten eine Beanspruchung nur für gewisse Zeit aus. Regelmäßige Pausen sind daher einer der wichtigsten Schritte, um die eigene Leistungsfähigkeit und Gesundheit zu erhalten. Machen Sie im Job oder bei der Hausarbeit nach jeder Stunde fünf Minuten Pause. Verlassen Sie am besten Ihren Arbeitsplatz, stehen Sie auf, bewegen Sie sich. Keine E-Mails, keine Telefonate! Auch die Mittagspause ist sozusagen Ihr täglicher Kurzurlaub,
den sie entsprechend gestalten sollten.“
Abgesehen von Pausen: Wie arbeite ich stressfreier?
Prof. Dr. Lalouschek: „Hirnforscher wissen, dass weder Frauen noch Männer tatsächlich multitasken können. Unser Gehirn springt mehrmals pro Sekunde von einer zu anderen Aufgabe, ohne dass wir dies merken. Dies bedeutet eine Vergeudung von Energie und geistigem Arbeitsspeicher. Schaffen Sie daher Inseln in Ihrem Berufstag, in denen Sie sich ganz auf eine Aufgabe
konzentrieren können. Dieses „Single Tasking“ ermöglicht wesentlich effizienteres und ressourcenschonenderes Arbeiten.“
Und im privaten Umfeld?
Prof. Dr. Lalouschek: „Unser Privatleben wird immer dann zur Belastung, wenn es zu wenig Platz in unserem Leben hat. Zeichnen sie einmal einen Kreis vor sich auf. Dann überlegen Sie, wie viel Platz die folgenden Bereiche in Ihrem Leben haben: Beruf, familiäre und soziale Kontakte, Ihr ganz eigener Ich-Bereich. Zeichnen Sie nun einen Kreis daneben auf und stellen Sie sich folgende Frage: Wenn ich mein eigener Berater/meine eigene Beraterin wäre, welche Verteilung der Lebensbereiche würde ich mir empfehlen? Was
könnte in der nächsten Zeit ein ganz konkreter erster Schritt in diese Richtung sein? Auch in der Freizeit ist es übrigens oft viel entspannender, eine Sache in Ruhe zu tun, als gar nichts machen zu wollen und dabei doch nicht zur Ruhe zu kommen.“
Bewegung soll ja helfen, Stress abzubauen. Stimmt das?
Prof. Dr. Lalouschek: „Bewegung ist eine der wichtigsten Möglichkeiten, um die schädlichen Stresshormone abzubauen und gesund zu bleiben. Wissenschaftliche Studien belegen, dass regelmäßiger Ausdauersport wie ein natürliches Antidepressivum wirkt. Wenn Sie gesund sind, darf und soll es schon richtig anstrengend sein. Doch es zählt vor allem der Spaß und nicht die Leistung.“

Entspannungstipps für zwischendurch von Prof. Dr. Wolfgang Lalouschek
• Bauchatmung: Setzen Sie sich aufrecht hin, legen Sie die Hände auf den Bauch, und atmen Sie langsam und tief ein während Sie bis funf zählen. Dann atmen Sie ebenso langsam wieder aus. Achten Sie darauf, dass sich Ihr Bauch beim Einatmen wölbt und beim Ausatmen
wieder senkt.
• Massage: Reiben Sie mit kreisenden Bewegungen den Daumenballen
der linken Hand mit dem Daumen der rechten Hand für 15 Sekunden.
Wechseln Sie die Seiten. Massieren Sie dann Ihre Schläfen mit den Fingerspitzen für 10 Sekunden.
• Wärme: Legen Sie einen heißen Waschlappen auf die Augen, lehnen Sie sich zurück, und genießen Sie es einfach.
• Düfte: Die Geruchsnerven haben einen direkten Draht zum limbischen System, also zu unseren Gefühlen. Düfte eignen sich deshalb hervorragend zur Entspannung, etwa ätherische Öle wie Lavendel, Rose oder Jasmin.

(faktor3 im Auftrag von NIVEA)


 


 

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