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  • 19.11.2018, 12:09 Uhr
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  • Berlin
PERSONAL / KARRIERE

Was PR-Profis verdienen: Gehälter 2018: nur für Männer gut - und für Frauen unbefriedigend?

Ein Pressesprecher verdient in Deutschland im Durchschnitt monatlich 4.800 Euro, der Senior-Berater einer PR-Agentur kommt auf 4.500 Euro. die (meist weiniger verdienenden) Frauen werde hierbei nicht explizit befragt.

Eine Umfrage von news aktuell und Faktenkontor unter knapp 1.000 PR-Fach- und Führungskräften aus Unternehmen und Agenturen verzeichnet lediglich die Gehälter. . Weiteres Ergebnis des PR-Trendmonitors: Mehr als ein Drittel der Befragten ist unzufrieden mit dem eigenen Gehalt. Was fehlt ist die Untersuchung / Unterscheidung von Männer und Frauen, denn der Gender Pay Gap ist auch hier relevant. Dies hat die Befragung schlichtweg ignoriert. Vielleicht kommt daher der Unmut / die Unzufriedenheit eines Drittels.

Ein Sachbearbeiter in der Kommunikationsabteilung eines Unternehmens kommt auf ein Bruttogehalt von 3.500 Euro. Der Junior-Berater einer PR-Agentur verdient im Durchschnitt nur 3.000 Euro monatlich. Der Jobcenter Berlin attestiert in der Branche jedoch ein Maximum von 3000 Euro bei Frauen.

Blickt man auf die Gehälter von Führungspositionen (meistens männlich), lässt sich bei den Agenturen ein größerer Sprung als bei den Unternehmen feststellen: So verdient ein Leiter Unternehmenskommunikation im Schnitt nur 1.100 Euro mehr als ein Pressesprecher. Die Geschäftsführer von PR-Agenturen erhalten dagegen 1.900 Euro mehr als ein Senior-Berater.

Insgesamt sind die Beschäftigten in der PR-Branche mit ihrem Gehalt weitgehend zufrieden. Zusammengerechnet sagen die PR-Profis in Unternehmen und PR-Agenturen zu mehr als zwei Dritteln, dass sie mit ihren Bezügen zufrieden sind (64 Prozent "zufrieden" bzw. "sehr zufrieden"). Da die Mitarbeiter in den Unternehmenspressestellen besser bezahlt werden, sind sie insgesamt mit ihrem Gehalt zufriedener als ihre Kollegen aus den PR-Agenturen. So sehen 68 Prozent aus den Pressestellen ihre Bezüge positiv (60 Prozent "zufrieden", 8 Prozent "sehr zufrieden"). In den PR-Agenturen sind es dagegen nur 57 Prozent (50 Prozent "zufrieden", 7 Prozent "sehr zufrieden").

Doch immerhin jeder dritte PR-Profi hält sich für unterbezahlt und ist mit seinem Gehalt unzufrieden (36 Prozent). Bei den PR-Agenturen fällt die Unzufriedenheit aufgrund des Gehalts entsprechend höher aus (insgesamt 43 Prozent), bei den Pressestellen entsprechend niedriger (31 Prozent).

Quelle: PR-Trendmonitor 2018

Basis: Befragung von 987 Fach- und Führungskräfte der PR

Befragungszeitraum: Februar 2018

Methode: Online-Befragung

Gender Pay Gap exisitert - aber nicht in dieser Befragung

In kaum einem anderen Land Europas ist die Kluft bei der Bezahlung von Frauen und Männern so groß wie in Deutschland. Mit 22 Prozent liegt die sogenannte Gender-Pay-Gap (Geschlechter-Gehaltslücke) deutlich über dem EU-Durchschnitt (16,3 Prozent).

Zwar geht das Lohnniveau in einem Beruf tatsächlich um ein knappes Prozent zurück, wenn der Frauenanteil im Vorjahr um zehn Prozent gestiegen ist. Doch die Gehälter sinken nicht für beide Geschlechter.

Vielmehr drückt ein steigender Frauenanteil (wie z.b. in der PR-Branche) den Durchschnittslohn, weil die Frauen ihre schlechteren Gehälter mit in den Beruf bringen. Die Bezahlung der Männer in der Branche sinkt nicht. Deshalb sprechen Wissenschaftler auch nicht von einer generellen Entwertung von Berufen, sondern sehen eine "generelle Entwertung von Frauen im Beruf". Die sinkende Bezahlung in einer weiblicher gewordenen Branche ist also vor allem das Ergebnis eines altbekannten Effekts: des Gender Pay Gap, der aktuell in Deutschland noch immer bei 21 Prozent weniger Stundenlohn für Frauen liegt.

Insbesondere in der häufig weiblich besetzten PR-Branche wäre eine Studie / Befragung und Unterscheidung der Löhne und Gehälter interessant gewesen, denn auch hier ist viel Unmut zu verzeichnen aufgrund der Lohnungleichheit. Ergebnis des PR-Trendmonitors: Mehr als ein Drittel der Befragten ist unzufrieden mit dem eigenen Gehalt. Das wären dann sicher meist Frauen.

(Redaktion)


 

 

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