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  • 04.08.2017, 16:12 Uhr
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  • Berlin
POLITIK / INTERNET

Bundestagswahl 2017: Im Netz gewinnt Christian Lindner

Bereits im nächsten Monat stehen die Bundestagswahlen an. Die sozialen Medien spielen mittlerweile eine große Rolle bei der Wahlentscheidung. Das ist nicht zuletzt seit der Trump-Wahl klar. Doch welcher deutsche Spitzenkandidat ist eigentlich der größte Influencer im Netz? Lindner vorn - Merkel ganz hinten!

Das führende deutsche Unternehmen im Bereich Social Media-Monitoring, VICO (www.vico-research.com), hat die Social Media-Performance aller Spitzenkandidaten in diesem Jahr untersucht. Die Ergebnisse: Christian Lindner performt auf fast allen Kanälen überdurchschnittlich, während Angela Merkel mit ihren vielen Fans nur wenig interagiert.

Facebook: Christian Lindner hat die beste Performance

Facebook ist das soziale Netzwerk mit den meisten deutschen Nutzern. Dementsprechend pflegen alle Spitzenkandidaten bis auf Alexander Gauland einen offiziellen Facebook-Account. Am besten performt FDP-Spitzenkandidat Christian Lindner auf der Plattform. Der liberale Kandidat zählt aktuell über 157.000 Facebook-Fans, an die er sich durchschnittlich etwa zweimal pro Tag wendet. Mit Erfolg, denn Lindner hat die zweitaktivsten Facebook-Fans aller Spitzenkandidaten.

Die Engagement-Rate seiner Fans beträgt 4,3 Prozent und wird nur von den Facebook-Fans der AFD-Kandidatin Alice Weidel um einen Prozentpunkt übertroffen. Da die Politikerin aus Gütersloh allerdings nur halb so viel postet, landet sie in der Gesamt-Performance ihrer Facebook-Seite trotz höchster Engagement-Rate und größtem Wachstum hinter den Seiten von Christian Lindner und Martin Schulz auf Platz drei.

Merkel trotz größter Reichweite ganz hinten

Die Bundeskanzlerin Angela Merkel belegt mit Blick auf die Facebook-Performance klar den letzten Platz. Zwar hat sie mit über 2,5 Millionen Facebook-Fans mehr Anhänger als alle anderen analysierten Politiker zusammen, doch sie postet auch am wenigsten. Im Schnitt veröffentlicht sie nicht einmal einen Beitrag pro Tag und hat die geringsten Engagement- und Wachstumsraten aller Spitzenkandidaten.

Twitter: Özdemir zwitschert am besten

Sich in wenigen Zeichen auszudrücken, gehört oft nicht zu den Stärken eines Politikers. Dennoch sind alle Spitzenkandidaten außer Alexander Gauland und Angela Merkel auf Twitter vertreten. Die beste Twitter-Performance liefert Cem Özdemir ab. Der Grünen-Chef zwitschert im Schnitt sieben Mal am Tag und erreicht dabei die mit Abstand höchste Engagement-Rate aller Bundestags-Spitzenkandidaten in diesem Jahr. Einzig Alice Weidels Werte überragen die des Grünen-Politiker. Das liegt allerdings daran, dass Weidel erst seit Februar auf Twitter ist und ihre Wachstumszahlen deutlich höher ausfallen als die etablierter Twitter-Nutzer. Daher kann der Performance-Wert ihrer Seite ebenso wenig gewertet werden, wie der des Linken-Politikers Dietmar Bartsch. Bartschs eher geringe Followerschaft stellt genau wie bei Alice Weidel keine vergleichbare Datengrundlage dar.

Platz Zwei im Performance-Ranking sichert sich Martin Schulz auch auf Twitter. Das liegt sowohl an der hohen Frequenz, mit der er retweetet wird, als auch an den vielen Likes, die seine Tweets hervorrufen. In beiden Kategorien hat der SPD-Kanzlerkandidat die besten Werte. Auf Platz drei landet Christian Lindner, dessen Twitter-Seite unter allen analysierten Politikern, außer Bartsch und Weidel, am schnellsten wächst.

Instagram: Angela Merkel dominiert den Kanal

Auf Instagram, dem Kanal mit hauptsächlich visuellen Inhalten, proben nur fünf der neun Spitzenkandidaten ihr Wahlplakat-Lächeln. Hier sind weder die Spitzenkandidaten der AFD, noch die der Linken zu sehen. Da jedoch alle vertretenen Politiker außer Angela Merkel eine vergleichsweise geringe Reichweite haben, lassen sich hier keine genauen Performance-Aussagen treffen. Auffällig ist allerdings, dass die Kanzlerin nicht nur die meisten Fans, Likes und Kommentare hat, sondern auch die am schnellsten wachsende Seite - sowohl absolut, als auch prozentual. Einzig bei der Engagement-Rate muss sie sich Cem Özdemir und Christian Lindner geschlagen geben.

Youtube: (Noch) Kein Kanal für deutsche Kanzlerkandidaten

Youtube ist das einzige soziale Netzwerk, auf dem keiner der deutschen Spitzenkandidaten einen eigenen Account hat. Es existieren ausschließlich automatisch erstellte Themenkanäle der Politiker, auf denen sich allerdings keine eigenen Inhalte finden. Auf Youtube übt aktuell kein deutscher Kandidat für die Bundestagswahl 2017 Einfluss auf seine Zielgruppe aus - zumindest nicht über den eigenen Account. Das liegt möglicherweise daran, dass Youtube zu großen Teilen von Jugendlichen genutzt wird, die teilweise noch nicht wahlberechtigt sind.

Marc Trömel, Geschäftsführer von Vico, fasst die Ergebnisse zusammen: “Insgesamt widmen sich alle deutschen Kanzlerkandidaten außer der AFD-Politiker Alexander Gauland den sozialen Medien. Die Grünen-Spitze, sowie Christian Lindner sind als einzige Kandidaten auf allen untersuchten Kanälen außer Youtube vertreten. Insbesondere Lindners aktiver Auftritt zeigt, dass er den sozialen Medien eine große Bedeutung in Bezug auf die anstehende Bundestagswahl zuzuschreiben scheint. Er ist im Wahljahr 2017 bislang der größte Influencer unter den deutschen Spitzenkandidaten. Das Social Media-Verhalten der Kanzlerin hingegen bestätigt, was wir bei Vico häufig feststellen: Reichweite ist im Influencer-Marketing nicht alles. “

(Redaktion)


 

 

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