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Interview

Der Job als Queen of Pop

Das Berliner Estrel lockt mit seiner Unterhaltungshow "Stars in Concert" viele Zuschauer an. Die Show amüsiert mit den größten Doppelgängern der Musikbranche, unter anderem den Blues Brothers, Louis Armstrong, Robbie Williams und Madonna.

Auf der Bühne imitiert sie einen Weltstar - im echten Leben hat sie einen normalen Lebenslauf mit Marketingabschluss. Seit 1988 tritt Melissa Totten als Madonna-Double auf. In der aktuellen "Stars in Concert" Show im Berliner Estrel performed die gebürtige Amerikanerin jeden Abend die einschlägisten Hits der Queen of Pop. Im Interview spricht sie über Realitäten, Disziplin und Aussehen.

Business-on.de: Frau Totten, Sie haben sich für ein Leben als Madonna Double entschieden. Was ist für Sie so faszinierend an der „Queen of Pop“?

Melissa Totten: Ich habe mich nicht dazu entschieden, „ein Leben als Madonna Double zu führen“. Mein Beruf hat zwar mit einer Bühne und Publikum zu tun, aber mein Leben ist das, was den Rest der Zeit passiert, wenn ich nicht als Madonna auf der Bühne stehe. Prominente faszinieren mich nicht wirklich. Dennoch sehe ich in Madonna eine hart arbeitende und sehr disziplinierte Frau. Sie ist umgeben von einer unglaublichen Kreativität, talentierten Leuten und hat ein wahnsinniges Durchhaltevermögen in einer schwierigen Branche.

Business-on.de: Wie sind Sie dazu gekommen Madonna zu imitieren und was kam zuerst, das ähnliche Aussehen oder die unverwechselbare Stimme?

Melissa Totten: Es ist nicht so, dass ich eines Tages aufgewacht bin und mich für dieses Leben entschlossen habe, so wie man sich beispielsweise dafür entscheidet Arzt zu werden. Ich hatte keine Vorstellungen davon wie es ist Künstler zu sein. Aber als ich sehr jung war, habe ich dauernd gehört, dass ich wie Madonna aussehen würde. Ich habe einen Abschluss in Marketing und mein damaliger Chef hat mich im Rahmen meiner Abschlussarbeit dazu ermutigt, mich als Madonna Double zu vermarkten. Das war 1990. Ich stolperte über ein Vorsingen bei einer kleinen Show und nahm Kontakt auf, um für mein Projekt zu arbeiten. Ein Zufall nach dem anderen und der Rest ist Geschichte.

Business-on.de: Stimmlage, Mimik und Bewegung müssen in dem Metier perfekt kopiert werden. Wie schwer bzw. leicht ist Ihnen diese Imitation am Anfang ihres Doppelgänger-Daseins gefallen?

Melissa Totten: Jeder bekannte Musiker hat signifikante Gesten. Anfangs habe ich noch Madonnas Bewegungen studiert, aber mittlerweile sind das für mich automatisierte Abläufe. Für mich ist eher wichtig, wie die Stimme ist und dass es eine spezielle Art gibt, wie sie einige Worte sagt. Ich mache das jetzt seit mehr als 20 Jahren. Eigentlich versuche ich einfach nur raus zu gehen und eine gute Show zu liefern.

Business-on.de: Sie werden sicherlich von vielen Menschen auf der Straße als „Madonna“ erkannt. Wie fühlen Sie sich dabei? Geben Sie sich dabei als Doppelgängerin zu erkennen oder lassen Sie die Leute in Ihrem Glauben?

Melissa Totten: Ich wurde auf der Straße in all den Jahren noch nicht erkannt. Ich sehe privat nicht so aus, wie auf der Bühne. Es fühlt sich so gut an, eine gute Show zu beenden und wieder ich selbst zu sein.

Business-on.de: Wenn Sie „Madonna“ treffen könnten, mit welchen Worten würden Sie sie begrüßen?

Melissa Totten: Über die Jahre haben wir beide die gleichen Leute getroffen. Aber es war niemals mein Ziel Madonna persönlich zu treffen. Ich glaube Sie ist ein bißchen zu beschäftigt dafür. Wenn ich Sie jemals treffen würde, würde ich ihr definitiv nicht erzählen, was ich beruflich mache. 

Business-on.de: Hatten Sie schon einmal den Wunsch eigene Musik zu produzieren und Gesangsauftritte zu performen?

Melissa Totten: Nein. Mein nächstes Ziel ist es, meine eigene Madonna-Show zu produzieren. Ein Spektakel, das Live-Konzerte neu zusammenstellt – gemischt mit Comedy, Special-Guests, Filmmaterial und Publikums-Beteiligung.

Business-on.de: Wie ist ihr persönliches Fazit? Ist Ihre Ähnlichkeit mit der „Queen of Pop“ eher Fluch oder Segen?

Melissa Totten: Es gibt keine Ähnlichkeiten zwischen mir und Madonna. Ich kenne jedoch viele Doubles, die wirklich den Charakter des imitierten Stars annehmen, auf der Bühne und dahinter und die nirgendwo hingehen können ohne eine Menge Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Sie sammeln Andenken, lesen sämtliche Bücher, usw. Ich bin nur hier, um zu unterhalten und versuche dies auf hohem Niveau.

(Katrin Hartmann)


 


 

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