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  • 21.08.2018, 11:25 Uhr
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POWERFFRAUEN / WIRTSCHAFT

Chefinnen im Mittelstand: Anteil der von Frauen geführten Unternehmen sinkt - nicht ohne Grund

Der Frauenanteil war zuletzt wiederholt auch unter den Gründern zurückgegangen. Nur 270.000 Frauen wagten im Jahr 2016 den Schritt in die Selbstständigkeit, ein Rückgang von 17 Prozent gegenüber 2015.

Vor allem bei Vollerwerbsgründungen sank ihre Beteiligung. Ein Grund für den Schwund dürfte die gute Lage am deutschen Arbeitsmarkt sein, von der insbesondere Frauen profitiert haben. Karriereentscheidungen fallen daher immer häufiger gegen die Selbstständigkeit aus. Mit Verzögerung bremst das den Anstieg der frauengeführten Mittelstandsunternehmen in den nächsten Jahren.

Die gesamtwirtschaftliche Bedeutung frauengeführter Unternehmen im Mittelstand ist nach wie vor unterproportional, wie die Analyse von KfW Research weiter verdeutlicht. Eine Ursache dafür ist die Größen- und Branchenstruktur frauengeführter Mittelständler: über drei Viertel der kleinen und mittleren Firmen unter weiblicher Leitung sind Dienstleistungsunternehmen mit weniger als fünf Angestellten.

"Die zuletzt rückläufigen Zahlen frauengeführter Mittelständler sind bedenklich", sagt Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe. "Dabei bräuchte die deutsche Wirtschaft die gut ausgebildeten Frauen immer dringender, gerade auch in den Führungsetagen von Unternehmen. Die schrumpfende Erwerbsbevölkerung, der zunehmende Fachkräftemangel sowie die bei vielen Mittelständlern in den kommenden Jahren anstehende Nachfolgersuche hinterlassen zukünftig nicht nur leere Chefsessel".

Erfahrgunsgemäß liegt der sinkende Frauenanteil aber auch daran, dass Frauen bei Banken und Kreditförderinstituten weniger Untersützung bekommen: sie kalkulieren vorsichtiger (z.b. Ablehnung der Berliner Sparkasse / Investitions Bank Berlin gegenüber einer gestandenen Berliner Agentursfrau mit 20.000 Euro Kreditvolumen und beste möglichst vorbereitendem Gründungsplan im Multimediabereich: "Kreditsumme zu gering und es werden hier vornehmlich Maschinen, keine Dienstleistungen / Menschen gefördert") und sind auch bei den Geschäftsthemen nachhaltiger und sozialer, so das der schnellle Profit  und Verkauf des Unternehmens wie bei den Start Ups - nicht im Vordergrund steht. Das führt zu einer Abschreckung bei Gründungen und nun auch im Mittelstand. Das Problem ist hausgemacht und nicht neu. Zudem fehlt die Vorbildfunktion: selbst bei Mittelstands-Verbänden wie z.B. dem BVMW hapert es an weiblichen Führungskräften und dem Willen, dies zu ändern.

Der One-Pager "Chefinnen im Mittelstand" ist abrufbar unter www.kfw.de/kompakt

(Redaktion)


 

 

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