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  • 18.09.2017, 10:20 Uhr
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POWERFRAUEN / MANAGERIN DES JAHRES

Finanzfrau bringt Digitalisierung voran – ehrende und mahnende Worte bei der Preisverleihung

Petra Justenhoven, Vorstand der Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PWC), hat im Berliner Hotel Adlon den ausgelobten Mestemacher Preis »Managerin des Jahres« erhalten.

Die von der Mestemacher Gruppe gestiftete Auszeichnung "Managerin des Jahres" wurde am Freitag dieser Woche der Finanzexpertin Petra Justenhoven verliehen.  Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Verbänden und Vereinen waren geladen und kamen zahlreich.

Im Kempinski Adlon war am Freitag erhöhte Sicherheitsstufe – aber nicht wegen des „Mestemacher Preises – Managerin des Jahres", sondern wegen eines Adlon Hotelgastes, dem Prinzen von Qatar. Das Hotel und die Zugänge wurden großräumig gesperrt und es war kaum möglich, durchzukommen und rechtzeitig zur Presskonferenz und zur Eröffnung des Mestemacher Preises „Managerin des Jahres“ zu gelangen. Ein Zeichen? Die beherzte Business On-Reporterin nahm den Adlon-Hintereingang und schummelte sich dort an den Security-Männern vorbei. Erfahrung und Frechheit siegt - das möchte man auch allen Frauen zurufen, die immer wieder vor „verschlossenen Türen“ stehen. "Frauen heiratet den richtigen Mann" – wird stattdessen auch bei diesem Event geraten. Und: Frauen führen nicht besser oder schlechter, sie führen anders, sagt die Laudatorin.  Flexibilität, Zuversicht, Authentizität, Organisationstalent. Das ist wichtig. Aber man  bzw. die Frau braucht auch einen Mentor. So lauten die Empfehlungen. Und trotzdem weist der jährliche Barometer des DIW (Deutsche Institut für Wirtschaft - die Verantwortliche Dr. Elke Holst war ebenfalls Gast der Preisverleihung) kaum große Veränderungen aus. Der Anteil der Managerinnen in Deutschland bei Top-Unternehmen, aber auch bei den Start Ups -  ist immer noch viel zu gering.

Die Zukunftsbranche und die Zukunftssektoren sind in Männerhand

Das kritisiert auch in seiner Rede Thomas Sattelberger von der Deutschen Telekom AG. Er mahnt, dass das in der Gesellschaft fatal sein kann, wenn digital Kompetenz nur von Männerhand gesteuert und dirigiert wird. Das sei ein Drohpotential, betonte er, das die Spaltung vergrößert. Die digitale Ökonomie wiederhole die gleichen ökonomischen Praktiken, wie es vor Jahren schon leider üblich war: schlechtere Bezahlung und sexuelle Übergriffe sind auch in Sillicon Valley traurige Realität hier (und nannte das Beispiel von zahlreichen Klagen bei Google und Uber). Thomas Sattelberger : „Als Gründer und Entwickler sieht der Arbeitsmarkt bald wieder aus wie in den fünfziger Jahren und zitiert die Süddeutsche Zeitung: „Wer nicht programmiert muss putzen“. Die  Personabteilungen müssten gründlich Hilfe geben, aber die Verantwortung kann nicht dorthin delegiert  werden.  Und so war der Konsens der Reden: Wir brauchen neue Arbeitsstrukturen!, die weniger machtorienter als beziehungsorientierter, mehr hierarchiearmer und wertschätzender sind.

Die digitale Revolution fordert auch on Frauen über den Schatten zu springen.

Zwar werden immer mehr Förderprogramm ausgeschrieben, doch das nur, weil gerade Fachkräftemangel ist.  In den Vorständen und Aufsichtsräten tut sich so gut wie nichts. Seit Jahren. Auch der größer werdende Unterschied von Aufstiegschancen von Arbeiterklasse und höherer Gesellschaftsschicht ist relevant: auch an den (Privat-) Unis entscheidet sich Karriere nicht nur nach Leistung, sondern wer den größeren Geldbeutel und den besseren Familienhintergrund hat. Tatsächlich entscheidet das über Karriere. Auch in den Milleniumsjahren und trotz oder gerade wegen der Digitalisierung, ist Vereinbarkeit von Beruf und Familie noch ein großes Mankum. Und trotzdem werden in den Personalbteilungen Frauen mit ab 40 in Bewerbungen konsequent abgelehnt – geschweige denn gut qualifizierte 50ig Jährige, die noch gerne bis 70 arbeiten wollen und können. Und das obwohl Frauen, die viel Berufserfahrung und viele unterschiedliche Wege gegangen sind, sind die besseren Manager – übrigens gilt das auch für Männer, denn die sind auch noch längst nicht gleichberechtigt in „Beruf  und Familie“.

Auszeichnung für weibliche Leistung – Preisträgerin 2017

Und so bleibt der Preis wichtiges  Event und ein großes Signal, aber leider bräuchte es viel mehr. Aber die jährliche Preisverleihung „Managerin des Jahres“ ist ein Highlight für Frauenpower: Die eigenen Karriereerfahrungen gibt die Top-Managerin des diesjährigen Preises bereitwillig weiter: Unternehmensintern engagiert sie sich bei "Women@PwC" und ist auch als Mentorin für den Powerfrauen-Nachwuchs aktiv. Warum? Petra Justenhoven, Vorstand der Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers: "Weil Frauen in Führungspositionen viel zu selten sind – das muss sich ändern." Und so hatte sie beim PwC-Frauengipfeltreffen im vergangenen Jahr auch einige Tipps parat: Frauen müssen sich die "was-will-ich"-Frage stellen und sie nicht nur mit "ich kann", sondern entschieden auch mit "ich werde!" beantworten.

Die Top-Managerin von Pricewaterhouse-Coopers (PwC) hat es nicht nur selbst an die Spitze geschafft. Sie engagiert sich auch für die Entwicklung weiblicher Nachwuchsführungskräfte im eigenen Unternehmen. Auf der Suche nach weiblichen Vorbildern für herausragende Karrieren ist der Jury rund um die Mestemacher-Chefin Ulrike Detmers einmal mehr eine sehr gute Wahl gelungen: Die Auszeichnung "Managerin des Jahres" geht 2017 an Petra Justenhoven, Mitglied der Geschäftsführung und Leiterin des Bereichs Wirtschaftsprüfung und prüfungsnahe Beratung bei Pricewaterhouse-Coopers (PwC) Deutschland. Justenhoven verkörpert geradezu das Motto der ihr verliehenen Silber-Trophäe "Oeconomia", die als Symbol für weibliche Leistungskraft in der Wirtschaft steht.Seit 2002 stiftet die Gütersloher Großbäckerei Mestemacher den renommierten Gleichstellungspreis "Managerin des Jahres". Gewürdigt werden weibliche Unternehmerpersönlichkeiten der obersten Leitungsebene, die als leitende Angestellte die Geschäfte eines Unternehmens oder einer Unternehmensgruppe verantworten. Die Initiatorin und Mestemacher-Chefin Ulrike Detmers lenkt mit dem Preis die Aufmerksamkeit auf die Managementpower von Frauen – und verfolgt das Ziel, dass ihr Anteil in Top-Positionen steigt. "Frauen gehören in Leitungs- und Kontrollgremien genauso selbstverständlich wie Männer ins Kinderzimmer und in den Haushalt."

Über den Mestermacher Preis Managerin des Jahres: Die 1871 gegründete Gütersloher Vollkorn- und Pumpernickelbäckerei Mestemacher stiftet den renommierten Gleichstellungspreis seit 2002 jährlich. Gewürdigt werden Top-Managerinnen der obersten Leitungsebene, die als leitende Angestellte die Geschäfte eines Unternehmens oder einer Unternehmensgruppe verantworten. Die Unternehmerpersönlichkeiten üben in der Regel eine Geschäftsführertätigkeit in einer GmbH oder eine Vorstandstätigkeit in einer AG aus. Mit dem Preis stellt das Stifterunternehmen heraus, dass Frauen befähigt sind, in der Unternehmensspitze zu arbeiten. Erreicht werden soll damit insbesondere die Steigerung des Anteils an Frauen, die GmbH Geschäftsführerin oder Vorstandsmitglied einer AG sind.

(Redaktion)


 

 

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