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  • 17.03.2017, 14:45 Uhr
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  • Berlin
EQUAL PAY DAY 2017 / WIRTSCHAFT

Kongress in Berlin zum 10. Equal Pay Day am 18. März: Ungleichheit der Geschlechter in Deutschland ist nicht hinnehmbar

Zum 10. Equal Pay Day finden wieder Aktionen in ganz Deutschland und ein großer Kongress in Berlin statt. In Kooperation mit der SPD-Bundestagsfraktion werden Frauen und Männer aus Gesellschaft, Wirtschaft und Politik ins Paul-Löbe-Haus eingeladen.

Zum Jubiläum stehen konkrete Schritte zu echter Lohngerechtigkeit bei zahlreichen Aktionen in ganz Deutschland und beim Equal Pay Kongress am 18. März in Berlin im Mittelpunkt. Der Anlass ist mehr als bitter: Die Zahlen des Statistischen Bundesamts belegen, dass die Lohnlücke in  Deutschland (gemessen am Durchschnittsbruttostundenlohn im Jahr 2015) immer noch 21 Prozent betrug. Das bedeutet, dass Frauen umgerechnet 77 Tage (21 Prozent von 365 Tagen), also bis zum 18. März 2017 umsonst arbeiten, während Männer schon seit dem 1. Januar für ihre Arbeit bezahlt werden. Damit arbeiten Frauen statistisch gesehen immer noch 77 Tage umsonst und Deutschland bleibt unter den Schlusslichtern in Europa. Das ist für ein modernes und reiches Europamitglied wie Deutschland beschämend und unentschuldbar.

Die Berliner Arbeitssenatorin Elke Breitenbach (Linke) hat indes Unternehmen dazu aufgerufen, "systematisch gleiche Perspektiven für Frauen und Männer zu schaffen". Die Gehaltslücke ist laut Statistischem Bundesamt in Berlin mit 14 Prozent zwar geringer als der deutschlandweite Durchschnitt von 21. Das bessere Verhältnis in der Hauptstadt sei laut Breitenbach aber "kein Grund zur Freude", teilte sie anlässlich des diesjährigen Equal Pay Days am 18. März mit. (Quelle: rbb-online).

Es gibt immer noch Unternehmerverbände und Organisationen, die die ungleiche Bezahlung damit „entschuldigen“ bzw. rechtfertigen, dass  Frauen andere Erwerbsbiografien haben oder durch Elternzeit ausfallen: dass dies falsch ist beweisen die hohen Zahlen von Frauen, die keine Erwerbsunterbrechungen und Familien haben, gerechten Gehalt und Lohn fordern, ihn aber dennoch nicht bekommen – und auch nach wie vor – trotz geeigneten Qualifikation und Willen – nicht an die gut bezahlten Aufsichtsratsposten und Vorstandspositionen rankommen: siehe Managerinnenbarometer des DIW.

Auch die Gewerkschaften schlagen schon seit Jahren Alarm

Seit zehn Jahren machen Gewerkschaften und Frauenverbände auf die Lohnungleichheit zwischen Frauen und Männern aufmerksam. Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack zieht im Interview Bilanz.Wir haben erreicht, dass das Thema Equal Pay in der Öffentlichkeit angekommen ist. Inzwischen ist fast jedem und jeder klar, dass es hier eine Ungerechtigkeit gibt. Noch gibt es aber ein Handlungsdefizit.“ http://www.dgb.de/themen/++co++7b9d4346-0961-11e7-b7ca-525400e5a74a .

Das macht allerorten wütend und ist ein unhaltbarer und unerträglicher Zustand in einer Demokratie und in einem Rechtstaat, wo angeblich die Frauenrechte hochgehalten werden (und andere Nationen und Religionen gerade deswegen kritisiert werden!). Zehn Jahre Equal Pay Day in Deutschland haben allerdings das Bewusstsein geschaffen, dass alle, Frauen wie Männer von Lohngerechtigkeit profitieren: es muss konsequenter gehandelt werden.

Anlässlich des Equal Pay Day für mehr Lohngerechtigkeit zwischen Männern und Frauen fordern Gewerkschaften auch eine bessere Bezahlung auch für frauendominierte Berufe. "Es ist einfach absurd, dass Frauen im Jahr 2017 auf dem Arbeitsmarkt immer noch schlechtere Bedingungen haben als Männer", kritisierte Verdi-Vorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger am Freitag. Wichtige Dienstleistungsberufe, in denen vor allem Frauen tätig seien, müssten "endlich aufgewertet" werden. Als Beispiele nannte sie den Handel, die Pflegebranche und den Erziehungs- und Bildungssektor.

Dazu finden am 18. März bundesweit zahlreiche Veranstaltungen statt.

Eine hohe Beteiligung und endlich Konsequenzen wären zu wünschen. Manuela Schwesigs Gesetzentwurf für mehr Lohntransparenz ist umstritten. Aber eins hat die Ministerin erreicht: Endlich wird darüber gesprochen, warum Frauen weniger verdienen als Männer. Frauen verdienen für die gleiche Arbeit weniger Geld als Männer. Deshalb soll es in größeren Betrieben künftig einen Auskunftsanspruch geben. Viele Arbeitgeber scheuen die neue Transparenz. Das ist nicht akzeptabel. Und es geht auch anders: z.B. Island zahlt künftig gleiche Löhne für Männer und Frauen. Als erstes Land der Welt beschließt Island ein Gesetz, das gleiches Gehalt bei gleicher Position garantieren soll.

Über den Equal Pay Day: Der Equal Pay Day markiert symbolisch den geschlechtsspezifischen Entgeltunterschied, der laut Statistischem Bundesamt aktuell 21 Prozent in Deutschland beträgt. Umgerechnet ergeben sich daraus 77 Tage und das Datum des nächsten EPD am 18. März 2017.  Angenommen Männer und Frauen bekommen den gleichen Stundenlohn: Dann steht der Equal Pay Day für den Tag, bis zu dem Frauen umsonst arbeiten, während Männer schon seit dem 1. Januar für ihre Arbeit bezahlt werden. Mehr Informationen hier http://www.equalpayday.de/ueber-epd/

(Redaktion)


 

 

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