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  • 16.03.2018, 17:17 Uhr
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POWERFRAUEN / WIRTSCHAFT

Der große Beschiss: Equal Pay Day offenbart andauernde Lohnungleichheit zwischen Frauen und Männern

Am 18. März steht der "Equal Pay Day" auf dem Kalender - ein internationaler Aktionstag für Lohngleichheit von Männern und Frauen. Eigentlich und gerade in Deutschland ein Skandal!

Auch im Jahr 2018 werden Frauen in Deutschland mit durchschnittlich 21 Prozent weniger Geld entlohnt als Männer. Deutschland ist bei Lohngleichheit trauriges Schlusslicht - in europa aber auch im Vergleich zu den USA oder Russland: In Berlin liegt diese Lohnlücke (Gender Pay Gap) derzeit sogar bei rund13 Prozent und damit unter dem bundesweiten Durchschnitt und mit einem Prozentpunkt auch unter dem Berliner Vorjahreswert.

Für fast zwei Drittel der deutschen Arbeitnehmer (64 Prozent) wären Arbeitgeber, die eine solche Anpassung der Gehälter umsetzen besonders attraktiv. Das ist das Ergebnis einer Befragung der Job-Seite Indeed, für die in Kooperation mit dem Marktforschungsunternehmen respondi 1.035 Arbeitnehmer in Deutschland befragt wurden. Allerdings lohnt sich bei der Analyse ein genauerer Blick auf die Antworten - unterteilt nach Geschlechtern. Denn letztlich finden nur 53 Prozent der Männer, dass eine solche Lohngleichheit ein echter Bewerbungsgrund wäre, dagegen sehen 84 Prozent der Frauen das als wichtigen Mehrwert.

Vertrauen in den eigenen Arbeitgeber vor allem bei Männern ausgeprägt- Frauen/-organisationen sind verärgert

Interessant auch: Insgesamt sind 81 Prozent der Befragten der Meinung, dass die Gehälter zwischen beiden Geschlechtern einander angeglichen werden sollen, indem die der Frauen angehoben werden. Das sehen 77 Prozent der Männer und 89 Prozent der Frauen so. Die aktuelle Situation diesbezüglich in ihrem eigenen Unternehmen schätzen derweil die meisten Männer äußerst optimistisch ein. Denn: Während 58 Prozent der Männer glauben, dass bei ihrem Arbeitgeber gleichwertig bezahlt wird, sind davon nur 48 Prozent der Frauen überzeugt.

Der Equal Pay Day hat seinen Ursprung in den USA, wo er bereits 1966 ins Leben gerufen wurde. In Deutschland fand er zum ersten Mal 2008 statt und feiert daher in diesem Jahr sein zehntes Jubiläum.

#EPD2018: Frauen arbeiten bis 18. März umsonst

Der EPD markiert symbolisch den Tag, bis zu dem Frauen umsonst arbeiten, während Männer seit dem 1. Januar für ihre Arbeit bezahlt werden. Die Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen, dass die Lohnlücke in Deutschland gemessen am Durchschnittsbruttostundenlohn 21 Prozent (2016) betrug. Umgerechnet ergeben sich 77 Tage (21 Prozent von 365 Tagen) und das Datum des nächsten EPD am 18. März 2018. Mehr Infos hier auf der EPD-Site.

Im vergangenen Jahr kamen Frauen auf einen durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von 16,59 Euro; Männer auf einen von 21 Euro. Die Lohnlücke liegt unbereinigt bei 21 Prozent und ist im Vergleich zum Vorjahr wieder einmal unverändert geblieben, wie das Statistische Bundesamt anlässlich des „Equal Pay Days“ an diesem Sonntag mitteilte.

Der Equal Pay Day wurde 2008 auf Initiative des Business and Professional Women (BPW) Germany e.V. erstmals in Deutschland durchgeführt und wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Entstanden ist der Tag für gleicheBezahlung in den USA. Die amerikanischen Business and Professional Women schufen 1988 mit der Red Purse Campaign ein Sinnbild für die roten Zahlen in den Geldbörsen der Frauen. Diesen Gedanken griff der BPW Germany auf, sodass die roten Taschen bundesweit zum Symbol des Equal Pay Day wurden. Inzwischen gibt es den Equal Pay Day in 32 europäischen Ländern und weltweit.

Über die Umfrage: Im Auftrag von Indeed befragte das Marktforschungsunternehmen respondi 1.035 Arbeitnehmer in Deutschland zu deren Einstellungen zum Thema Gehalt. Der Befragungszeitraum war Januar 2018.

(Redaktion)


 

 

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