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  • 26.10.2015, 14:18 Uhr
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PRIX EUROPA / MEDIEN

Insgesamt zwölf europäische Medienproduktionen in Berlin ausgezeichnet

Am Freitagabend wurde im Haus des Rundfunks in Berlin der europäische Medienpreis Prix Europa vergeben. Insgesamt 12 TV-, Radio- und Onlineprogramme wurden als beste europäische Produktionen des Jahres prämiert, fünf der Gewinner kommen aus Deutschland. Außerdem wurde der schwedische Investigativjournalist Rolf Stengård für sein Lebenswerk geehrt.

Die deutschen Gewinner sind in allen drei Medienbereichen vertreten: "Im Spinnwebhaus" überzeugte als bestes europäisches Fernsehdrama. Der von Tellux-Film und SWR koproduzierte Schwarzweißfilm holt den Zuschauer in die verwunschene Lebenswelt von drei Kindern, die sich selbst überlassen in einem Haus leben. Der Nachwuchspreis für Drehbuchautoren ging an Nicole Armbruster und Marc Brummond für "Freistatt", ein ebenfalls vom SWR produzierter Film. "Orpheus in der Oberwelt: Eine Schlepperoper" brachte dem WDR eine der begehrten Trophäen ein: Das aufwendig produzierte Hörspiel schafft es, ein politisch hochaktuelles und -brisantes Thema auf höchstem künstlerischen Niveau umzusetzen, ohne dabei Selbstironie und Sprachwitz zu vernachlässigen. Zudem nahm der WDR auch den Preis für die beste europäische Radioinvestigation mit nach Hause: Das Feature "Wie Terror entsteht" beschäftigt sich mit der Eskalation von Gewalt. Das ZDF darf zurecht stolz sein über die Auszeichnung als bestes Online-Projekt des Jahres: Die interaktive Datenplattform "ZDFLobbyradar" sammelt Daten über Verbindungen zwischen Entscheidungsträgern und Lobbyisten und macht so die Netzwerke der Macht transparent.

Eine der größten Jurys der Welt entscheidet über 212 Produktionen

Die Konkurrenz im Wettbewerb ist groß: Dieses Jahr waren insgesamt 212 Beiträge aus 28 Ländern nominiert. 259 Juroren aus ganz Europa stimmten über die Programme ab. Das nimmt viel Zeit in Anspruch: Zuerst müssen alle Wettbewerbsbeiträge gesehen und gehört werden, dann wird gemeinsam diskutiert. Da verwundert es nicht, dass der Abstimmprozess in einigen Festivalkategorien fünf Tage dauert. Vergeben wurden am Ende zwölf bronzene Stiertrophäen, dotiert mit je 6000 Euro. Außerdem wurde der schwedische Journalist Rolf Stengård für seine Verdienste im Bereich des Investigativjournalismus mit dem PRIX EUROPA Lifetime Achievement Award ausgezeichnet. Mit diesem Preis wird jedes Jahr eine herausragende Persönlichkeit der europäischen Medienwelt für ihr Lebenswerk geehrt.

Das größte trimediale Festival Europas fand in Berlin statt

Gemeinsam mit den Juroren nahmen rund 900 europäische Medienmacher am Festival teil. Damit ist der Prix Europader wichtigste Medienwettbewerb des Kontinents. Vergeben wird der Preis seit 1987, er feiert also im nächsten Jahr sein 30-jähriges Bestehen. Wechselte das Festival in der Anfangszeit noch jährlich seinen Austragungsort, ist es seit 1997 fest beim rbb im Berliner Haus des Rundfunks beheimatet.

Ein europäisches Gemeinschaftsprojekt

Ausgerichtet wird der Prix Europavon insgesamt 30 europäischen Institutionen, darunter zahlreiche europäische Medienhäuser sowie die Europäische Kommission und das Auswärtige Amt. Die Amtszeit von Roger de Weck, Generaldirektor der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft SRG SSR, als amtierender Präsident des Festivals geht mit der diesjährigen Ausgabe zu Ende. Die Existenz des Festivals bleibe für ihn aber von äußerster Wichtigkeit, so de Weck. Er sieht das Festival als "Oase, in der die Schönheit und Diversität der europäischen Medienlandschaft mit all ihren Gesichtern zur Geltung komme." Zur Wahl für seine Nachfolge steht Cecilia Benkö Lamborn, Generaldirektorin der schwedischen Rundfunkanstalt Sverigesradio.

(Redaktion)


 

 

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