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Raumfahrt

Philae auf dem Kometen gelandet – mit Auge aus Berlin-Adlershof

Riesen-Erfolg für die europäische Weltraumbehörde ESA: heute, am Mittwochnachmittag hat die Weltraumsonde "Rosetta" ihre Landeeinheit "Philae" erfolgreich auf dem Kometen Tschurjumow-Gerassimenko abgesetzt. Mit dabei auch eine Panorama-Kamera aus Adlershof.

Sie soll in den nächsten Wochen Bilder von der Oberfläche des 400 Millionen Kilometer entfernten Kometen liefern. Wissenschafts- und Raumfahrtbegeisterte jeden Alters konnten heute im Internet-Livestream oder auch am Hasso-Plattner-Institut (HPI) auf einer Großleinwand die Live-Übertragung von der ersten Landung einer Raumsonde auf einem Kometen mitverfolgen.

Es geht um die Rosetta-Mission der europäischen Weltraumagentur ESA, die die Entstehungsgeschichte unseres Sonnensystems erforscht. Untersucht wird einer der ältesten Himmelskörper, der Komet Tschurjumow-Gerasimenko. Am Mittwochmorgen trennt sich von der Raumsonde Rosetta die Landeeinheit Philae und wird nach Aufsetzen auf dem Schweifstern mit Untersuchungen des Kometenkerns beginnen.

Erstmals in der Geschichte der Raumfahrt setzte ein von Menschen geschaffenes Gerät auf einem Kometen auf. Mit an Bord von Rosetta: das Spektrometer Virtis, entwickelt im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Adlershof, sowie Rolis, eine in Adlershof mitentwickelte Panoramakamera, die in den kommenden Wochen Bilder von der Kometenoberfläche schicken soll.

Zehn Jahre war die Rosetta-Sonde durch das Weltall gereist, brachte dabei rund sechs Milliarden Kilometer hinter sich und kam dann im August bei Tschurjumov-Gerasimenko, Beiname 67P oder nur kurz "Tschuri", an. Am späten Nachmittag setzte sie dann auf. Der gut 22 Kilometer weite Flug dauerte rund sieben Stunden. Mehr als zehn hochgradig ausgefeilte Untersuchungsroboter und Instrumente hat allein Rosetta an Bord, der Lander Philae ist mit ähnlich vielen Untersuchungsapparaturen ausgestattet, darunter auch die in Adlershof entwickelte Panoramakamera Rolis. Im Kontrollzentrum der ESA in Darmstadt verfolgen Experten den Flug der Raumsonde Rosetta und die Landung von Philae.

Es ist eine Mission, die die Welt bewegt: 400 Millionen Kilometer von der Erde entfernt soll die Raumsonde Rosetta ihren Lander Philae auf einem Kometen absetzen. Rund zehn Jahre dauerte die Reise, begleitet von tausenden Wissenschaftlern weltweit - auch aus Berlin-Adlershof. Im Netz konnte man per Livestream dabei sein - oder man macht sich auf zum Public Viewing.

Horst-Uwe Keller, Projektleiter des Max-Planck-Instituts für Aeronomie, sagte im rbb: "Die Welt da ist ganz anders als unsere Welt und man betrachtet sie natürlich mit unserer Erfahrung. Es ist schwer, sich da in die neue Welt einzuarbeiten und das richtig zu beurteilten, was man da sieht." Für diese Orientierung sind Fotos ein wichtiger Anhaltspunkt und Koordinatenlieferant für die Erkundung und Kartierung der Kometenoberfläche.  Doch nicht nur Virtis und Rolis kommen aus Adlershof, sondern auch die Thermalsonde Mupu. Sie gibt anhand von hochgenau gemessenen Temperaturen und der Wärmeleitfähigkeit Daten über die Kometenoberfläche und den Untergrund weiter.

Hintergrund zur Rosetta-Mission der ESA: Mit ihrer Rosetta-Mission erforscht die europäische Weltraumorganisation ESA die Entstehungsgeschichte unseres Sonnensystems. Untersucht wird einer der ältesten Himmelskörper, der Komet Tschurjumow-Gerasimenko. Im Orbit als "Kometenjäger" unterwegs sind die Raumsonde Rosetta und die Landeeinheit Philae, an deren Bau das Deutsche Forschungszentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) wesentlich beteiligt war. Das DLR betreut zudem die schwierige und bisher noch nie gewagte Landung auf dem Kometen. Rosetta war am 2. März 2004 gestartet und auf ihrer zehnjährigen Reise dreimal an der Erde und einmal am Mars vorbei geflogen, um ausreichenden Schwung für den langen Weg zum Kometen zu bekommen. Beim Vorbeiflug an den Asteroiden Steins (September 2008) und Lutetia (Juli 2010) fotografierte Rosetta diese und nahm umfangreiche physikalische Messungen vor. Jetzt, am 12. November 2014, wird sich das Landegerät Philae vom Mutterschiff lösen, auf dem Schweifstern aufsetzen und sich sofort mit Harpunen im Eis verankern. Die Instrumente an Bord beider Sonden werden die Zusammensetzung des Kometenkerns sowie das Aktivwerden des Kometen auf dem Weg zu seinem sonnennächsten Punkt untersuchen. Die Frage der Mission ist, ob sich die Kometenoberfläche tatsächlich in einer Art "Urzustand" befindet und ob Kometen präbiotische Moleküle und Wasser zur Erde gebracht und somit eine Rolle bei der Entstehung des Lebens gespielt haben könnten. Quelle: news aktuell / rbb / Hasso Plattner Institut Presse

(Redaktion)


 


 

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