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  • 20.06.2016, 13:08 Uhr
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  • Berlin
ROG / WELTFLÜCHTLINGSTAG

Weltflüchtlingstag: ROG-Nothilfe-Bericht aus Berlin und UN-Bericht über Flüchtlinge

Die UN erhob Zahlen insgesamt: demnach sind weltweit über 60 Millionen Menschen auf der Flucht. Reporter ohne Grenzen gedenkt an die verfolgten Reporter und Journalisten.

Die neuen Statistiken des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen ergibt Erschreckendes: bis Ende 2015 mussten mehr als 65 Millionen Menschen ihre Heimat verlassen. Damit hat die Zahl der Flüchtlinge erstmals seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs die 60-Millionen-Marke deutlich überschritten. Ein Rekordwert: Niemals zuvor waren so viele Menschen auf der Flucht. Und die Hälfte von ihnen sind Kinder. Gemessen an der Weltbevölkerung von 7,3 Milliarden ist jeder 113. Mensch ein Schutzsuchender. Der heute veröffentlichte Bericht „Global Trends“ basiert auf Regierungsdaten, Informationen von Partnerorganisationen und Erhebungen der UN.

Reporter ohne Grenzen: Medienleute und Journalisten sind besonders gefährdet

Anlässlich des Weltflüchtlingstags am Montag, 20. Juni, macht auch Reporter ohne Grenzen (ROG) aus Berlin in einem Bericht auf die Lage der mehr als 300 syrischen Journalisten aufmerksam. Seit Beginn der Kämpfe 2011 wurden mindestens 48 hauptberuflich tätige Journalisten und 136 Bürgerjournalisten getötet. 50 Journalisten gelten derzeit als vermisst, oder sie werden von der Regierung beziehungsweise ihren Gegnern willkürlich festgehalten. Über 300 Journalisten sind vor Verfolgung und extremer Gewalt ins Ausland geflüchtet, die meisten in Nachbarländer. Doch in Sicherheit sind sie damit nicht. Schließlich können nicht nur Zivilisten, sondern auch ihre Verfolger die syrischen Grenzen mit Leichtigkeit überwinden. Die Gewalt geht von allen Kriegsparteien aus: den Regierungstruppen, bewaffneten Gruppen der "Opposition" oder radikal-islamischen Milizen wie der Al-Nusra-Front oder dem so genannten Islamischen Staat (IS).

Zusätzlich erschweren problematische Behördenentscheidungen und die Gesetze in den Gast gebenden Nachbarländern den Journalisten das Leben im Exil. Die Arbeitsmöglichkeiten der Reporter sind dort durch zahlreiche Restriktionen massiv eingeschränkt. So werden ihnen Wohnorte zugewiesen, die sie nicht verlassen dürfen. Das behindert ihre Arbeit im Exil ebenso wie die Sorge um ihre Sicherheit. Hinzu kommt die schwierige materielle Situation der Flüchtlinge aus der Medienbranche. Das geht uns alle an. 

Jeder 113. Mensch auf der Welt ist mittlerweile ein Schutzsuchender. Die Hälfte der Flüchtenden sind laut der Vereinten Nationen Kinder. Der Syrien-Krieg bleibt Hauptursache. Das sind die aktuellen erschreckenden Zahlen  von der UN. Auch aus Berlin gibt es Mahnungen: Der ROG-Bericht beruht zu großen Teilen auf den Aussagen der geflüchteten Journalisten und analysiert die Probleme, die sie in den Aufnahmeländern Türkei, Jordanien und dem Libanon haben. Der Bericht macht aber auch deutlich, wie die Geflüchteten allen Widrigkeiten zum Trotz für die Fortsetzung ihrer Arbeit im Exil kämpfen.

Großteil der ROG-Nothilfe ging an Syrer - Soforthilfe am Wichtigsten

Der größte Teil der Unterstützungszahlungen, 42 Prozent, diente dazu, geflüchteten Journalisten mit dem Nötigsten unter die Arme zu greifen. Das war insbesondere in Erstaufnahme-Ländern erforderlich. 20 Prozent der Nothilfe wurde ausgegeben, um Reportern zur Flucht aus unmittelbarer Gefahr zu verhelfen. Damit konnten Verstecke oder die vorübergehende Unterbringung der Journalisten in ihren Heimatländern oder im Ausland finanziert werden. Mehr als 40 Prozent des Geldes floss zudem an Organisationen, die sich die Verteidigung der Pressefreiheit auf die Fahne geschrieben haben. Mehr Informationen zur Lage der Journalisten und Medien in Syrien findet man hier (http://t1p.de/l5ha).

(Redaktion)


 

 

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