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Scannen oder nicht scannen ?

Wer nach Amerika fliegen will, hat es nicht leicht. Viele Richtlinien müssen nach den Anschlägen auf das World Trade Center im Jahre 2001 befolgt werden. Als neuester Clou, soll nun der „Nacktscanner“ zum Einsatz kommen. Doch dieser ist nicht gerade unumstritten.


Wer schon mal in die USA geflogen ist, weiß wie viele Vorschriften er beim Flug beachten muss. Dass man keine Waffen bei sich führen darf, ist ja selbstverständlich, doch dass sogar der Transport von Flüssigkeiten reglementiert ist, ist vielen nicht klar. So darf man im Handgepäck Flüssigkeitsbehälter mit einem Fassungsvermögen von höchstens 100 ml bei sich führen und diese müssen zusätzlich in einem durchsichtigen Druckverschlussbeutel verstaut werden, der maximal einen Liter fassen darf. Außerdem muss man damit rechnen, dass der Koffer jederzeit, zwecks Kontrolle, von Beamten aufgebrochen werden darf. Hierzu kann sich der Reisende vorsorglich einen Koffer mit einem Spezialverschluss beschaffen. Ein solches TSA-Schloss (Transportation Security Administration) kann von Sicherheitsbeamten mit einem Generalschlüssel geöffnet werden, ohne dass das Koffer dazu beschädigt werden muss.

Diese und andere Bestimmungen muss der Einreisende beachten. Doch nun geht es noch einen Schritt weiter. Der Körperscanner soll in Zukunft standardmäßig bei den Fluggästen zum Einsatz kommen. Was Viele für eine sinnvolle Sicherheitsmaßnahme halten, ist für Andere ein unakzeptabler Eingriff in die Privatsphäre der Reisenden. Und so wundert es nicht, dass die Diskussion um diese Scanner zur Zeit die Gemüter gehörig aufheizt.

Durch den Einsatz des Scanners soll ein höheres Maß an Sicherheit im Flugverkehr erreicht werden. Dank des Gerätes können die Beamten erkennen, ob die gescannte Person Waffen oder Sprengstoffe am Körper trägt, die nicht durch einen Metalldetektor entdeckt werden können. Kritiker bezweifeln den Nutzen jedoch. Die Grünen behaupten beispielsweise, dass sich die Sicherheitsprobleme nicht durch weitere Kontrollen, sondern durch eine bessere Kommunikation unter den Sicherheitsbehörden lösen lassen. Viele der Argumente gegen eine Einführung der Nacktscanner greifen jedoch andere Punkte auf. So stellt der Einsatz des Scanners für Viele einen Eingriff in die Instimsphäre der Reisenden dar. Weil man auf den Bildern beispielsweise auch Prothesen oder Urinbeutel erkennen kann, argumentieren Viele, dass der Scanner somit zur Diskriminierung solcher Personen führt.

Neben den moralischen und ethischen Gesichtspunkten, gibt es aber auch juristische Probleme im Bezug auf den Scanner. So ziehen Juristen Parallelen zwischen dem Scanner und der „Entkleidungsdurchsuchung“ im Strafvollzug, die nur bei Gefahr im Verzug oder auf Anordnung des Anstaltsleiters erlaubt ist.

Trotz der vielen möglichen Gegenargumente ist laut einer Forsa-Umfrage der Großteil der Bevölkerung für die Einführung des Körperscanners. Die Diskussion bleibt also weiterhin spannend.

(Redaktion)


 


 

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