Sie sind hier: Startseite Berlin Aktuell Interviews
Weitere Artikel
Spanische Tiere e.V.

Interview mit Sabine Reibeholz

Sabine Reibeholz liebt Tiere und setzt sich in ihrer Freizeit aktiv für den Tierschutz ein. Die Berlinerin ist Mitbegründerin des Vereins Spanische Tiere. business-on.de hat mit Sabine Reibeholz gesprochen, um mehr über die Arbeit und Ziele des Vereins und über Möglichkeiten der Mithilfe und Unterstützung zu erfahren.

Business-on.de: Sie engagieren sich für den Verein Spanische Tiere e.V. - Wie kam es dazu?

Sabine Reibeholz: Vor ca. 5 Jahren beschloss ich, zu meiner Hündin einen älteren Hund als Zweithund zu adoptieren. Ich ging daraufhin ins Tierheim Berlin, um mich zu informieren. Leider hatte man im Tierheim Berlin keinen passenden Hund für uns, jedenfalls sagten sie mir das.

Daraufhin begann ich im Internet zu suchen und stieß auf viel Tierelend im Ausland. Ich bot mich als Pflegestelle bei einem Tierschutzverein an, der sich um die Vermittlung von spanischen Hunden kümmert und wurde schließlich auch ehrenamtliche Ansprechpartnerin. Vor ca. einem Jahr schlossen sich mehrere befreundete Tierschützer zusammen, um einen eigenen Verein zu gründen und ich war natürlich gleich dabei. So bin ich zum Verein Spanische Tiere gekommen und sogar Gründungsmitglied.

Business-on.de: Wie arbeitet der Verein? Welche Motive hat er?

Sabine Reibeholz: Der Verein hat sich zur Aufgabe gemacht, das Tierleid, besonders in Spanien, zu lindern. Unsere befreundeten spanischen Tierschützer sind vor Ort sehr engagiert. Aber sie können natürlich nur helfen, wenn sie die finanziellen Möglichkeiten dazu haben. Außerdem brauchen auch die nötigen Kapazitäten, um die Tiere aufzunehmen. Hierfür sind sie auf unsere Mithilfe angewiesen.

Wir versuchen dabei auf verschiedene Arten zu helfen, so gut es geht.

Die in Deutschland bei einer Adoption eingenommene Schutzgebühr wird nach Spanien weiter geleitet, um die dort angefallenen Kosten zumindest teilweise zu kompensieren. Außerdem versuchen wir mit Geldspenden die medizinische Versorgung vor Ort, wie z. B. auch Kastrationen, sicherzustellen. Sachspenden geben wir an die spanischen Tierheime/Tierschützer weiter.

Tiere, die in eine Pflegestelle nach Deutschland kommen, brauchen teilweise auch noch tierärztliche Leistungen. Diese finanzieren wir ebenfalls mit Geldspenden oder Patenschaften.

Generell sind wir uns natürlich darüber im Klaren, dass ich auf lange Sicht im Ausland etwas ändern muss. Aber wir wollen mit unserer Arbeit einen Teil dazu beitragen, dass sich die Zustände vor Ort durch die Arbeit der spanischen Tierschützer verbessern können/werden.

Business-on.de: Wann haben Sie Ihr Herz für Tiere entdeckt?

Sabine Reibeholz: Das hatte ich schon immer. Meine Eltern waren aktive Hundesportler und züchteten Deutsche Schäferhunde. Es war als Kind toll für mich, immer mit Hunden zusammen zu sein.

Ich fing sehr früh an, Schäferhunde auszubilden und helfe auch schon seit langem anderen Hundebesitzern bei Problemen in ihrer Mensch-Hund-Beziehung.

Durch meinen Einsatz im Tierschutz bin ich heute ein Gegner der Hundezucht, denn es gibt auch ohne gezüchtete Exemplare bereits viel zu viele Hunde.

Als Kind sah ich das natürlich nicht und habe die Kontakte zu diesen tollen Hunden sehr genossen.
Wir hatten auch Katzen, Vögel und auch mal Nager. Es war immer was los. Tiere gehören für mich einfach zum Leben.

Bei uns leben derzeit 4 Hunde, zwei aus Deutschland und zwei Spanier. Alles ältere Tierschutz-Hunde.

Business-on.de: Sie sind die Ansprechpartnerin für Spanische Tiere e.V. in Berlin. Wie sieht Ihre Arbeit hier vor Ort aus?

Sabine Reibeholz: Hier in Berlin rufen oder mailen mich die Leute an, wenn Ihnen ein Tier gefällt. Am Telefon klären wir dann schon, ob es passen könnte. Wenn soweit alles gut klingt, organisiere ich eine Vorkontrolle oder erledige sie im Idealfall sogar selbst.
Bei diesen persönlichen Gesprächen schaue ich dann, wie das Tier in Zukunft leben wird. Es soll schließlich artgerecht gehalten werden.
Unser Anspruch ist es, dass ein für immer in der neuen Familie bleiben darf, es soll nie wieder weg müssen. Manchmal passieren jedoch unvorhergesehen Dinge, und ein Tier muss doch wieder die Stelle wechseln. Dann bin ich natürlich auch hierfür die Ansprechpartnerin und kümmere mich um alles weitere.

Es gibt auch eine kleine Anzahl von tollen Pflegestellen in Berlin und Umgebung. Dadurch kann ich hin und wieder einen Hund oder 1 – 2 Katzen für diese Pflegestellen nach Deutschland kommen lassen, die dann aus ihrer Pflegestelle heraus vermittelt werden können. Das hat den großen Vorteil, dass die Tiere noch besser eingeschätzt werden können und das Leben in einer Familie schon erlernen - oft kennen sie es ja noch gar nicht. Man kann z. B. sehen, ob die Katze Kontakt zu Artgenossen möchte oder lieber nicht. Die Interessenten haben die Möglichkeit „ihren“ zukünftigen Mitbewohner kennen zu lernen. Hier bin ich dann für die Pflegestellen und auch für die Adoptanten die Ansprechpartnerin. Sie können sich mit allen Fragen jederzeit an mich wenden und ich helfe, wo ich kann.

Natürlich sammele ich bei mir auch Sachspenden, hole Tiere vom Flughafen ab oder helfe auch anderen Vereinen bei den Vorkontrollen.

Business-on.de: Welchen Beitrag können Berliner Unternehmer und Unternehmen leisten, um die Situation der Tiere zu verbessern?

Sabine Reibeholz: Ein großes Problem ist es immer wieder, die Sachspenden nach Spanien zu bekommen. Wir arbeiten alle ehrenamtlich. Im Moment habe ich richtig tolle große Transportboxen im Keller und keine Idee, wie ich die nach Spanien bekomme (mit der Post ist es zu teuer).

Unser Partner-Tierheim in Tossa de Mar könnte diese Boxen sehr gut gebrauchen.

Weiterhin könnten Patenschaften für einzelne Tiere übernommen werden oder Kastrationspatenschaften für Hunde oder Katzen, die sich noch in Spanien befinden. Das Aufstellen von Spendendosen ist für uns auch eine Möglichkeit, Geld in die Kasse zu bekommen.

Und natürlich Werbung für die Arbeit als Pflegestelle wäre auch eine tolle Sache. Unsere Pflegestellen arbeiten ehrenamtlich und lassen sich nur die Tierarztkosten erstatten. Futterkosten und auch die Haftpflichtversicherung für Hunde tragen sie selbst. Insofern würde sich auch hier ggf. ein Sponsoring von Futter, Zubehör o. ä. anbieten.

Frau Reibeholz, business-on.de dankt Ihnen für das Interview.
 
 

(Redaktion)


 


 

Spanische Tiere
Berlin
Tierschutz
Verein
Sabine Reibeholz
Spende
Hunde
Katzen
Adoption
Interview
Patenschaft
Hilfe
Unterstützung

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Spanische Tiere" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: