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Startup Gründerszene

Als Seniorenarzt zurück in Praxis

Berliner Startup will Seniorenärzte als Vertretung in Praxisalltag integrieren. Bundesweit erste Vermittlungsagentur DOCback kämpft gegen verschlossene Praxen, Terminprobleme und lange Wartezeiten. Existenzgründerin Sabine Lizarraga hat ihre Geschäftsidee nach ihrer Krebserkrankung noch aus der Chemo heraus 2011 umgesetzt.

Die bundesweit erste Vermittlungsagentur für Seniorenärzte kämpft mit neuen Konzepten gegen verschlossene Praxen, Terminprobleme und lange Wartezeiten: DOCback. Anliegen der Berliner Existenzgründerin Sabine Lizarraga ist es, approbierte Ruheständler für Stunden, Tage und Wochen als Vertretung in den Praxisalltag zu integrieren. „Viele ältere Mediziner möchten nach dem Ausscheiden aus Klinik oder Praxis noch weiter arbeiten.“

Mit dem Angebot der examinierten Altenpflegerin, die ihre Geschäftsidee nach ihrer Krebserkrankung noch aus der Chemo heraus 2011 umsetzte, rennt Lizarraga offene Türen bei Altärzten ein. Die von DOCback registrierten Ärzte, die es nach ein paar Jahren Ruhestand noch einmal wissen wollen, sind größtenteils Ende 60. Sie helfen fast ausschließlich in Praxisniederlassungen aus, deren Inhaber oft selbst für viele Monate wegen Krankheit ausgefallen sind und ohne diese Unterstützung womöglich die gesundheitliche Betreuung ihrer Patienten nicht mehr gewährleisten könnten.

Erfahrungen in Praxisabläufe einbringen

In dieser Situation kommt ein Seniorarzt gerade richtig. „Er kann – egal ob nur für wenige Stunden in der Woche oder für drei, vier Monate am Stück – seine Erfahrungen in die Praxisabläufe und zudem Gelassenheit und Arbeitsfreude mit einbringen“, weiß die Agenturchefin. Einer der ersten, der im April dieses Jahres die DOCback-Vermittlung in Anspruch nahm und nach drei Jahren Ruhestand seither immer noch in Praxen tätig ist, ist Dr. Wolfgang Dübel, Facharzt für Inneres und Gastroenterologie. Die Bilanz des 69-Jährigen, der gegenwärtig in einer Allgemeinarztpraxis in Ahrensfelde aushilft: „Der Wiedereinstieg ist faszinierend.“ Aus seiner Sicht ist es für die Praxen ein Vorteil, dass approbierte Senioren im frühen Rentenalter den Praxisablauf kennen und sofort einsetzbar sind. „Bei meinen bisherigen Vertretungen, die sich in den vergangenen Monaten von zehn Tagen bis zu acht Wochen erstreckten, habe ich wie während meines 45-jährigen Berufslebens zuvor Freude am Arztberuf“, sagt der Altarzt.

(Hans-Werner Oertel / InnoMedia Berlin)


 


 

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