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  • 20.05.2015, 20:17 Uhr
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Streik

Bahnstreik und seine Folgen: Berlins Bahnkunden und Besucher müssen umsatteln

Zum neunten Mal hat die Lokführergewerkschaft GDL zum Streik aufgerufen. Seit Mittwochmorgen geht im Berliner Fern- und Regionalverkehr kaum noch etwas, bei der S-Bahn gilt der Notfahrplan. Pfingstbesucher, Karneval der Kulturen und BUGA sind betroffen.

Viele Kunden steigen in der Hauptsatdt notgedrungen auf Auto oder Fahrrad um. Sorgen bereitet der erneute Streik auch der BUGA, deren Besucherzahlen sinken.  Die Lokführer der Deutschen Bahn bestreiken seit dem frühen Mittwochmorgen den Personenverkehr, nachdem sie im Güterverkehr bereits am Dienstagnachmittag um 15 Uhr die Arbeit niedergelegt hatten. Der neue Streik hat am Mittwoch Millionen Pendler getroffen. So fielen laut Bahn auf den Fernstrecken zwei Drittel der Züge aus. Und im Regionalverkehr sind in Berlin und Brandenburg nur etwa 15 Prozent der Züge auf den Schienen.

Der rbb startet seine Fahr mit! Aktion erneut: Das rbb Fernsehen, die Radiosender des rbb und rbb online rufen Autofahrerinnen und Autofahrer auf, Fahrgemeinschaften zu bilden.

Von dem Streik ist in Berlin auch wieder die S-Bahn betroffen. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) fangen wie schon bei den letzten Bahnstreiks einen großen Teil der Passagiere auf - was mit erheblichen Aufwänden verbunden ist. Die BVG teilte mit, dass sie unter anderem mehr Personal für die Fahrgastinformation und den Service einsetzen werde. Außerdem fahren die Trams M5, M6, M8 und 27 mit längeren Zügen. Da der Bahnstreik wohl über die Pfingsttage andauern wird, will die BVG zum Karneval der Kulturen vor allem in den Abendstunden zusätzlich ihr Angebot auf den Linien U-Bahn-Linien U12 und U6, am Pfingstsonntag auch auf der U7 und U8 verstärken.

Weniger BUGA-Besucher durch Streik

Der erneute Streik der GDL hat auch Auswirkungen auf die Besucherzahlen bei der Bundesgartenschau (BUGA) in der Havelregion. Die Organisatoren rechnen während der Streikphasen mit zehn bis fünfzehn Prozent weniger Gästen. Bis jetzt sei man allerdings noch relativ entspannt und hoffe auf ein schnelles Ende des Bahnstreiks, sagte Amanda Hasenfusz, Sprecherin des BUGA-Organisationsteams, am Mittwoch dem rbb. Wenn mehrere große Bahnstreiks dazukämen, müsse man aber über Gegenmaßnahmen nachdenken.

Kein Streik bei Brandenburger Bahnkonkurrent

Die Konkurrenten der Deutschen Bahn in Brandenburg, die Ostdeutsche Eisenbahn (Odeg), die Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) und die Eisenbahngesellschaft Potsdam (EGP) sind von dem Streik nicht betroffen, ebenso wenig die Berliner Verkehrsbetriebe.

 Der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) kritisiert

Zum erneuten Streik der Lokführergewerkschaft GDL erklärt Gerhard Handke, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) heute in Berlin: "Selbst Weselsky scheint sich seiner Truppen nicht mehr ganz sicher zu sein, wenn er das Streikgeld verdoppeln muss, um seine Truppen bei der Stange zu halten. Dies kann er sich nur leisten, weil bislang von Lehrern über Polizisten bis Krankenhausapothekern die Mitglieder im Deutschen Beamtenbund mit ihren Beiträgen Weselskys Streikhanseleien ermöglichen. Der dbb muss sich die Frage gefallen lassen, wie lange er die Machtspielchen der GDL noch unterstützen will. Dies ist zwar schon der neunte Ausstand. Dennoch hat dieser unbefristete Streik aus Sicht der Wirtschaft eine neue Dimension erreicht. Da das Ende nicht absehbar und daher für die Unternehmen auch nicht planbar ist, müssen jetzt langfristig neue Vertriebswege gesucht werden, da der Verkehrsträger Schiene immer unzuverlässiger wird. Dies wirft nicht nur die Bahn um Jahre zurück, sondern konterkariert auch die langfristigen Bemühungen der Politik, die Bahn in der Konkurrenz zur Straße nicht weiter zurückfallen zu lassen."

Mietwagenverleiher Sixt profitiert und trifft Vorkehrungen

Der Mietwagenverleiher Sixt profitiert indes in Deutschland vom Arbeitskampf bei der Bahn. "Wir verzeichnen eine hohe Nachfrage, beim letzten Streik waren wir nahezu ausverkauft", sagte ein Unternehmenssprecher dem Berliner "Tagesspiegel" (Mittwochsausgabe). Für den angekündigten neuen Ausstand der Lokführer im Personenverkehr ab Mittwoch trifft der Anbieter deshalb Vorkehrungen: "Wir versuchen, die Flotte so zu steuern, dass an Verkehrsknotenpunkten wie dem Berliner Hauptbahnhof mehr Autos zur Verfügung stehen." Zudem würden Wagen, die regulär nach einem halben Jahr ausgemustert würden, vorerst in der Flotte behalten, um die Zahl der zur Verfügung stehenden Wagen zu erhöhen. (Quelle; news aktuell und rbb online)

(Redaktion)


 

 

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