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  • 28.04.2018, 10:00 Uhr
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  • Berlin
TAG DER ARBEIT

1. Mai in Berlin - vom Tag der Arbeiter bis zum Maifertag: das passiert(e) in der Hauptstadt und in der Welt

Der 1. Mai in Berlin ist wie die Stadt selbst: laut, bunt und voll. Neben Krawallen und Festen ist der Feiertag nicht nur ein freier Tag, sondern in erster Linie der Tag der Arbeit. business On liefert eine Übersicht der Veranstaltungen in Berlin.

Tag der Arbeit: der Name ist allerdings etwas irreführend, weil an diesem Tag die meisten Arbeitnehmer in Deutschland frei bekommen und auch viele Kitas und Schulen geschlossen sind. Der Ursprung des Tages liegt in den USA. Am 1. Mai 1886 traten rund 400.000 Arbeiter in den Streik, für die Reduzierung der Arbeitsstunden und die Einführung des Achtstundentages. Nach zwei Tagen Streik eskalierten die Proteste in Chicago am Haymarket in einer Auseinandersetzung zwischen Protestanten und Polizisten und endete mit einigen Toten. Um diesem Tag zu gedenken begingen Hunderttausende Menschen in Europa am 1. Mai 1890 den ersten Tag der Arbeit.  Ein Jahr zuvor hatte der Internationale Arbeiterkongress in Paris zu einem "Weltfeiertag der Arbeit" aufgerufen. In Deutschland beteiligten sich an Streiks und sogenannten Maispaziergängen laut Deutschem Gewerkschaftsbund (DGB) rund 100.000 Menschen. Dabei verlangte man bessere Arbeitsbedingungen und die Einführung des Achtstundentags und die Solidarisierung in allen Arbeiterklassen. Der Internationalismus wurde zum Grundgedanken des Maifeiertags. In Deutschland wurde der Tag von den Nationalsozialisten als "Nationalen Feiertag des deutschen Volkes" vereinnahmt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dieser von den Allierten wieder als "Tag der Arbeit" in Deutschland genehmigt und damit "resozialisiert". Er ist nun in Deutschland, Liechtenstein, Österreich, Belgien, Teilen der Schweiz, in der Volksrepublik China und in vielen anderen Staaten ein gesetzlicher Feiertag.

In Berlin finden Proteste und Pöbeleien neben Parkfesten und Partys statt

Bis heute finden am 1. Mai. bzw. Tag der Arbeit, verschiedene Demonstrationen und Kundgebungen statt. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) veranstaltet auch dieses Jahr die Mai-Kundgebung in Berlin vor dem Brandenburger Tor. Unter dem Motto: „Solidarität. Vielfalt. Gerechtigkeit.“ werden die Teilnehmer den Demonstrationszug in der Nähe vom Hackeschen Markt beginnen. Ein Motorrad- und Fahrradkorso wird den Demonstrationszug auf unterschiedlichen Routen fahrend begleiten. In ihrem diesjährigen Mai-Aufruf auf der Webseite verkündet der DGB: „Wir wollen mehr soziale Gerechtigkeit, mehr solidarische Politik, mehr Förderung der Vielfalt. Wir werden die Bundesregierung drängen, die politischen Weichen in die richtige Richtung zu stellen: Solidarität statt gesellschaftliche Spaltung und Ausgrenzung, klare Kante gegen Rassismus und extreme Rechte.“  Der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann wird auf der zentralen DGB-Kundgebung zum 1. Mai 2018 in Nürnberg sprechen. Seit Ende der 1980er-Jahre zählen, neben Großveranstaltungen, Feiern und Protesten, auch gewaltsame Demonstrationen autonomer Gruppen zu den alljährlichen Ereignissen des 1. Mai. Besonders Berlin Kreuberg ist jedes Jahr Schauplatz ausschreitender Krawalle.

Volles Kultur- und Tanzprogramm – mit Rhythmus statt Randalen in den 1. Mai

Rund um Heinrich-, Mariannen- und Oranienplatz wird wieder das jährliche Myfest stattfinden. Das Straßenfest, das 2003 zum ersten Mal organisiert wurde, bietet ein friedliches Alternativprogramm zu den teilweise gewalttätigen Auseinandersetzungen in den Straßen. Ab 11:30 wird dafür Kreuzberg zu einer riesigen Tanzfläche, unterstützt von mehreren DJs und Bands für Feierbegeisterte jeden Alters und einem vielfältigen kulinarischen Angebot. In diesem Jahr findet zum ersten Mal ab ca. 12 Uhr auch das Parkfest MaiGörli statt. Nicht zuletzt, weil in vergangenen Jahren ungenehmigte Partys eine starke Verschmutzung des Parkes mit sich brachten. Auf zwei Bühnen sind Künstler wie Oliver Koletzki oder Wankelmut angekündigt, um für Stimmung zu sorgen. Auch die Berliner Maientage , vom 27. April bis zum 21. Mai, bieten im Volkspark Hasenheide mit rund 100 Ausstellern, Karussells und Imbissbuden eine Möglichkeit für Kindern und Erwachsene den freien Tag zu nutzen. Wer den ersten Mai lieber mit einem klassischen Kulturprogramm füllen möchte, kann sich beispielsweise das Maikonzert in der Berliner Philharmonie anhören oder einen Blick hinter die Kulissen des Konzerthauses Berlin werfen (geeignet für die ganze Familie). Bereits am 30. April bieten verschiedene Clubs wie die Kalkscheune, das Ritter Butzke oder die Schaubühne nach dem Motto „Tanz in den Mai“ verschiedene Veranstaltungen an.

Veranstaltungsübersicht unter folgendem Link

Nadine Krägeloh

(Redaktion)


 

 

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