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Arcandor AG

Transformation zum Touristik– und Handelskonzern vollzogen

Die Arcandor AG (Essen) hat in ihrem Rumpfgeschäftsjahr 2007 (1. Januar bis 30. September) ein positives Konzernergebnis erzielt und die Umwandlung zum Touristik- und Handelskonzern vollzogen. Im operativen Geschäft von Thomas Cook, Primondo und Karstadt wurden deutliche Umsatz- und Ergebnissteigerungen erreicht. Der bereinigte Konzernumsatz nach 9 Monaten stieg – vor allem getrieben durch das Touristikgeschäft von Thomas Cook – um 72 Prozent auf 14,3 Milliarden Euro (8,3 Milliarden Euro im Vorjahr).

Auf Basis von 12 Monaten hat der Konzern damit ein Umsatzniveau von 21 Milliarden Euro erreicht. Das unbereinigte EBITDA beträgt nach 9 Monaten 1,2 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (bereinigtes EBITDA) konnte in allen drei Kerngeschäftsfeldern verbessert werden. Es belief sich insgesamt auf 602 Millionen Euro (minus 64 Millionen Euro im Vorjahr). Dies entspricht einer Verbesserung um 666 Millionen Euro. Obwohl das wichtige Weihnachtsgeschäft der Handelssegmente nicht enthalten ist, konnte mit 16 Millionen Euro ein positives Konzernergebnis nach Minderheiten erreicht werden.

„Mit der Vorlage des Geschäftsberichts 2007 ist deutlich zu erkennen, dass der Arcandor Konzern seine Struktur massiv verändert hat. Er ist mit dem Konzern, der den Namen KarstadtQuelle führte, nicht mehr vergleichbar. Aus einem reinen Handelskonzern ist ein Touristik- und Handelskonzern entwickelt worden, der seinen Schwerpunkt in Touristik hat“, so Vorstandsvorsitzender Thomas Middelhoff. „Thomas Cook ist heute unser größter Geschäftsbereich, mit einem Umsatzanteil von rund 60 Prozent und einem überproportionalen Ergebnisbeitrag. Die Entwicklung von Arcandor wird also zukünftig maßgeblich vom Touristikgeschäft geprägt. Die Performance von Thomas Cook Group plc macht uns viel Freude. Aber auch in unseren Handelssegmenten Primondo und Karstadt kommen wir mit dem Prozess der Neuausrichtung gut voran. Ich freue mich vor allem, dass Primondo nach einigen schwierigen Jahren wieder wächst und wir die Voraussetzungen geschaffen haben, dass dieser Konzernbereich im laufenden Geschäftsjahr einen Ergebnissprung erreichen wird“, so Middelhoff weiter.

Ebenfalls erfreulich entwickelte sich das Working Capital. Als Folge der neuen Konzernstruktur und infolge von operativen Verbesserungen weist der Konzern erstmals in einem Geschäftsbericht ein negatives Working Capital aus. Es belief sich zum Stichtag auf minus 0,6 Milliarden Euro. Auch der Cash flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit zeigt eine deutliche Verbesserung und veranschaulicht damit ebenfalls die operativen Fortschritte. Der Cash flow stieg um 196 Millionen Euro auf 15 Millionen Euro und erreichte damit, trotz des fehlenden Weihnachtsgeschäfts in den Handelssegmenten, einen positiven Wert.

Die Nettofinanzverbindlichkeiten des Konzerns betrugen zum Bilanzstichtag 629 Millionen Euro. Diese Verschuldung ist nur temporär, darin enthalten ist die Brückenfinanzierung für den Erwerb des 50 Prozent Anteils an der Thomas Cook AG von der Lufthansa AG in Höhe von 800 Millionen Euro sowie die Spitze der Working Capital Finanzierung der Handelssegmente vor dem Weihnachtsgeschäft. Diese Brückenfinanzierung wird durch die Erlöse aus dem Verkauf des 49 Prozent Anteils an der Immobiliengesellschaft Highstreet abgelöst.

Allein mit dem Börsenkurs zeigte sich Middelhoff unzufrieden. „Die Entwicklung des Arcandor Konzerns und die Börsenkursentwicklung laufen derzeit in völlig getrennte Richtungen. Wir werden unsere Ziele im Geschäftsjahr 2008/2009 wie vorgesehen erreichen und damit auch einen signifikanten Wertzuwachs erzielen“, so Middelhoff.

Alle drei Kern-Geschäftsbereiche der Arcandor AG weisen eine positive operative Entwicklung auf:

Der Umsatz der Thomas Cook Group erhöhte sich auf 8,4 Milliarden Euro (2,5 Milliarden Euro im Vorjahr). Das bereinigte EBITDA belief sich im Berichtsjahr auf 709 Millionen Euro (46 Millionen Euro im Vorjahr). Dies entspricht einem Zuwachs um 663 Millionen Euro. Wäre die Thomas Cook Group plc bereits in der gleichen Struktur (like-for-like) im Jahr 2006 Teil des Arcandor Konzerns gewesen, wäre das Thomas Cook Ergebnis um 13,8 Prozent gestiegen. Neben der guten Geschäftsentwicklung schreitet auch die Integration von Thomas Cook und MyTravel erfolgreich und sehr zügig voran. Deshalb wurde inzwischen das Volumen der erwarteten Synergien um gut 40 Prozent auf mindestens 200 Millionen Euro angehoben. Die Integration von MyTravel in die Thomas Cook Organisation ist bereits jetzt, 10 Monate nach der Übernahme, abgeschlossen.

Die Primondo Gruppe zeigte im Rumpfgeschäftsjahr 2007 eine erfreuliche Entwicklung und ist wieder auf Wachstumskurs. Der Umsatz stieg um 4 Prozent auf 2,89 Milliarden Euro (2,78 Milliarden Euro im Vorjahr). Damit erzielte Primondo erstmals seit 2002 wieder ein Umsatzwachstum. Auch ohne Berücksichtigung des neu erworbenen Shopping-Senders HSE24 ist der Umsatz auf vergleichbarer Basis um 1,3 Prozent gestiegen.

Neckermann.de ist entsprechend den Bilanzierungsvorschriften IFRS 5 nicht im Konzernumsatz enthalten, hat aber ebenfalls einen Umsatzzuwachs von 3,8 Prozent erreicht.

Quelle Deutschland entwickelte sich besser als die wesentlichen Wettbewerber. Dies wurde insbesondere durch die signifikante Verbesserung wichtiger Leistungskennzahlen erreicht. So verzeichnete Quelle erstmals seit 2003 wieder einen Zuwachs bei den Neukunden. In den Sortimentsschwerpunkten wurde darüber hinaus die Lieferfähigkeit stark verbessert. Der E-Commerce Anteil am Quelle-Geschäft nimmt stetig zu. Quelle generiert bereits 40 Prozent der Nachfrage online, mit weiter steigender Tendenz. Das Primondo Auslandsgeschäft mit dem Schwerpunkt Mittel-Ost-Europa wächst weiter stark und konnte mit 40 Prozent erneut zweistellig zulegen.

Der neu fokussierte, margenstarke Spezialversand erreichte einen Umsatzzuwachs von 6 Prozent. HSE24 ist ebenfalls auf der Erfolgsspur und weist vergleichbar einen Umsatzzuwachs um 10 Prozent aus. Das Ergebnis der Primondo Gruppe konnte, als Resultat des im Juni 2006 eingeleiteten Restrukturierungsprozesses, im Rumpfgeschäftsjahr 2007, beginnend mit dem 2. Quartal, verbessert werden. Damit wurden die Voraussetzungen für eine positive Entwicklung im Geschäftsjahr 2007/2008 geschaffen.

Das bereinigte EBITDA lag saisonal bedingt bei minus 73 Millionen Euro (minus 74 Millionen Euro im Vorjahr).

Karstadt hat die Neupositionierung im Rumpfgeschäftsjahr 2007 konsequent vorangetrieben. Durch umfangreiche Filialmodernisierungen wurde Umsatz in Richtung höhermargiger Konsumfelder verlagert; niedrigmargiger Umsatz wurde gezielt zurückgeführt. Die Einführung des neuen Geschäftsmodells wurde mit Nachdruck betrieben. Dazu gehört auch die Integration von rund 2000 Marken-Shops in den Häusern. Die damit verbundenen Umbauten führten zu Beeinträchtigungen des Verkaufs. Die 91 Kern-Warenhäuser (Premium Group und Karstadt) erreichten dennoch einen weitgehend stabilen Umsatz in Höhe von 2,35 Milliarden Euro (minus 1,5 Prozent zum Vorjahr). Das Ergebnis konnte dagegen um 5,3 Prozent verbessert werden und belief sich saisonbedingt auf minus 34 Millionen Euro (minus 36 Millionen im Vorjahr).

(Redaktion)


 


 

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